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Arnie gegen den Teufel

26. Juli 2013

Ja, ja, der Arnie is back. Erst war er Herkules und Conan, dann der Terminator, dann der Gourvernator und jetzt ist er wieder da. Versucht sich verzweifelt an alte Erfolge zu hängen, um damit ähnlich viel Erfolg zu haben wie sein Action-Opa-Kumpel Sylvester Stallone. Bei dem hat’s ja zumindest irgendwie geklappt. Bei Arnie nicht so richtig… trotzdem gibt der Mann nicht auf, will jetzt sogar als alter Conan wiederkommen (das wäre, wenn’s gut gemacht ist, vielleicht sogar sehenswert). Aber irgendwie finde ich es auch immer ein bisschen schade, wenn diese alten Herren sich so anstrengen müssen, um cool zu sein. Wie kann man noch cooler als der Terminator sein???

Naja… da bleibe ich doch vorerst beim alten Arnie… und da fällt mir immer wieder ein Film ein, bei dem ich nicht so ganz weiß, ob nur ich den so verdammt cool fand oder ob es da noch andere gibt. Um das rauszufinden, habe ich ihn einfach noch mal ausgegraben: Arnies Ausflug ins Mystery-Genre – „End of Days“.

Darin spielt Schwarzenegger Ex-Cop Jericho Cane, der immer noch den Mord an Frau und Kind zu verarbeiten versucht, als er mit seinem Partner Bobby (Kevin Pollak) den Auftrag bekommt, auf einen Wall-Street-Banker (Gabriel Byrne) aufzupassen. Was Cane und Bobby nicht wissen: Dieser Banker ist vom Teufel besessen, der kurz vorm Jahrtausendwechsel die junge Christine (Robin Tunney) schwängern, um so einen Sohn zu zeugen und das Ende der Welt einzuläuten. Allerdings hat Satan nicht mit Widerstand gerechnet.

„End of Days“ hat jedes Klischee, dass ein Millenniums-Mystery-Teufelsbraten-Streifen braucht. Allein schon Arnies Rollenname „Jericho“ soll unmissverständlich deutlich machen: „Achtung, es geht um biblische Motive“. Dazu kommt dann der ewige Kampf Gut gegen Böse mit einem Teufel, der einmal mehr unbedingt ein Kind zeugen muss, um die Welt zu vernichten. Regisseur Peter Hyams gibt sich ordentlich Mühe, alle wichtigen Mystery-Elemente zu verarbeiten. Da gibt’s Kulte, Kirchen, Prophezeiungen und Vorhersehungen… da versucht die Kirche das eine und der Teufel das andere. Und mitten drin ist einer, der fast schon fehl am Platz wirkt.

Statt Action-Arnie gibt’s Arnie mit schwerem Drei-Tage-Bart und Depressionen… naja, zumindest hat er keinen coolen Spruch auf den Lippen und überrennt nicht gleich alle mit seinen Waffen. Arnie ist in „End of Days“ mal eben nicht der Überheld, der einfach nur stupides Rumgeballere ans Ziel gelangt. Vielmehr muss Arnie einen vom Schicksal gequälten Mann spielen, der sich eigentlich nur noch mit Mühe und Not selbst am Leben hält. Natürlich wirkt ein Ex-Bodybuilder nicht unbedingt wie der Otto-Normalbürger mit schweren psychischen Problemen. Und natürlich hat gerade Arnie schon auch Schwierigkeiten mit seinem allzu starrem Gesicht, um der Figur wirklich die nötige Sensibilität beizusteuern. Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, wirkt der Arnie in „End of Days“ sehr viel natürlicher. Das könnte unter Umständen daran liegen, dass Action-Arnie hier eigentlich nicht unbedingt in seinem Element ist – für gewöhnlich verteilt er die Schläge und muss sie nicht einstecken.

Aber wie man es auch sieht, schauspielerisch finde ich Arnie hier schon verdammt gut. Dazu kommt mit Gabriel Byrne auch noch ein exzellenter Teufel (obwohl natürlich niemand Tim Curry aus „Legende“ schlägt 😉 ) und mit Robin Tunney eine sympathische junge Frau, die man nur allzu gern vor allem Bösen beschützen möchte.

Wie gesagt, „End of Days“ ist kein typischer Arnie-Blockbuster, doch gerade deswegen unbedingt mal zu empfehlen. Mystery-technisch wird hier nichts Neues gemacht, aber allein die Tatsache, dass Arnie hier wohl seine zerbrechlichste und dramatischste Rolle überhaupt spielt, sollte ausreichen, um „End of Days“ eine Chance zu geben. Für mich gehört der Film immerhin zu den „Guilty Pleasure-Movies“ zu denen ich wirklich stehe.

Wertung: 7 von 10 Punkten (Arnie rettet die Welt… nur irgendwie anders als sonst)

3 Kommentare leave one →
  1. 26. Juli 2013 15:18

    Also ich weiß nicht; beim ersten Mal dachte ich: nee geht gar nicht, dann gab ich dem Streifen eine weitere Chance, schon wegen Byrne, aber ich fand ihn abermals totpeinlich und schlecht XD
    Und ja, der dritte Versuch wurde von mir abgebrochen *lach*
    Ich finde, es gibt nur wenig Filme, die das Thema „der Teufel gibt sich die Ehre“ gelungen umsetzen: „Angel Heart“ ist zum Beispiel großartig.

    • donpozuelo permalink*
      26. Juli 2013 15:59

      „Angel Heart“ ist wirklich großartig. Toller Film.

      Was den hier angeht: Ich find’s einfach nur wegen Arnie interessant. Das hier ist wirklich mal eine komplett andere Rolle. Eine, in der Arnie versuchen muss, wirklich zu schauspielern. Es ist irgendwie skurril, sich das anzuschauen, aber ich mach’s immer wieder gerne.

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  1. Nicht ohne meine (Zombie)Tochter | Going To The Movies

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