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DFST 13: Niemals erwachsen werden…

24. September 2022

Mit „Cinderella“ ging 1950 bei Disney endlich die wirklich heiße Phase los, schließlich konnte man bei dem Studio jetzt nach dem Zweiten Weltkrieg all die großen Projekte angehen, die man aus Kriegsgründen aufschieben musste. Man legte direkt ein Jahr später mit „Alice im Wunderland“ nach und knöpfte sich nach Lewis Carroll dann James M. Barrie und seinen „PETER PAN“ vor. Diesen Film, das muss ich an dieser Stelle gestehen, habe ich jetzt das erste Mal gesehen. Ich kannte einzelne Ausschnitte und natürlich kannte ich die Geschichte von Peter Pan an sich, aber die Version von Disney hatte ich bis jetzt nie gesehen (dafür aber zuhauf die von Spielberg, sein „Hook“ finde ich auch nach wie vor einfach nur toll – obwohl ich den auch schon lange nicht mehr gesehen habe).

Die Story dürfte wahrscheinlich allen bekannt sein: Wendy und ihre Brüder John und Michael bekommen eines Abends Besuch von Peter Pan, der auf der Suche nach seinem Schatten ist. Nachdem Wendy beide wieder zusammengenäht hat, lädt Peter sie ein, nach Nimmerland zu kommen. Mit Hilfe des Feenstaubs von Tinker Bell können die Kinder nun fliegen und es geht auf zum großen Abenteuer. Sie lernen die Lost Boys kennen, die Meerjungfrauen, die Indianer und natürlich den gefährlichen Piraten Hook, der sich an Peter rächen will.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich so zwiegespalten aus dem Film komme. Aber teilweise fand ich den Film echt langatmig, teilweise war er auch echt sehr fragwürdig. Ich meine, sie haben wirklich einen Song namens „What Made the Red Man Red“, in dem es darum geht, dass die amerikanischen Ureinwohner ihre „rote“ Haut dadurch bekommen haben, dass sie nach dem Kuss einer Frau so errötet sind. Was zur Hölle? Wer denkt sich denn so einen Quark aus? Dass muss doch selbst für 1953 eine merkwürdige Angelegenheit gewesen sein. Die „Rothäute“ im Film sind halt auch wieder die typischen Klischees, die durch diesen Song noch ad absurdum geführt werden… was dann heutzutage wirklich hart an der Grenze des guten Geschmacks ist. Als diese Szene kam, saß ich schon etwas erschrocken auf meinem Sofa… zumal auch die ganze Geschichte rund um die Ureinwohner jetzt nicht sonderlich aufregend geschrieben ist. Prinzessin Tiger Lily spielt mal kurz eine Rolle, aber ansonsten hätte man sich diesen Teil auch einfach komplett sparen können.

Rein optisch ist „Peter Pan“ aber schon eine wirklich schöne Fantasy-Welt, in der man sich verlieren kann. Das Versteck der Lost Boys erinnert stark an den Baum der Gummibären-Bande, obwohl der noch ein bisschen cooler ist. Die Meerjungfrauen erinnern an frühe Studien für „Arielle“, aber insgesamt lebt Nimmerland in dem Film schon sehr schön auf.

Ich hätte auch nicht damit gerechnet, dass Disney Peter Pan tatsächlich diese leicht böse Seite lässt. Er wird hier schon immer wieder ein bisschen als Halunke dargestellt… und diese ganze Eifersucht mit Tinker Bell hat auch schöne Züge gehabt, die Disney hier gut umsetzt. Am besten gefallen haben mir dann aber doch Käpt’n Hook und Mr. Smee. Hier haben wir mit Hook einen coolen Schurken, der aber auch mit diesen Urängsten gezeigt wird, die so untypisch sind für so einen harten Burschen. Dieses ganze Zusammenspiel mit dem Krokodil, das dann immer wieder auf sich aufmerksam macht, ist schon verdammt lustig. Das hat dann auch wieder viel von „Tom und Jerry“.

Witzig fand ich auch, dass mich der große Kampf zwischen Hook und Peter Pan auf den Masten des Schiffes direkt an den Kampf zwischen Jack Sparrow und Davy Jones erinnert hat. Eine gewisse Inspiration kann Gore Verbinski da nicht abstreiten.

Insgesamt fand ich „Peter Pan“ jetzt ganz nett. Hat mich nicht so umgehauen, wie ich gedacht hätte. Es fehlt irgendwie das gewisse Etwas. Der Film reißt einfach so die Geschichte der Vorlage ab, versucht wenigstens zur Hälfte auch ein bisschen emotional zu werden, aber es hätte doch eine etwas intensivere Charakterzeichnung für die Charaktere gebraucht, damit man sich auch emotional mehr in diesem Film verlieren könnte.

Wertung: 6 von 10 Punkten (nette Adaption, aber ich bleibe dann doch eher bei Spielberg)

5 Kommentare leave one →
  1. kathl7 permalink
    25. September 2022 06:01

    Ich habe den Film auch erst als Erwachsene gesehen und fand ihn langweilig. Aufgewachsen bin ich mit der Serie „Peter Pan und die Piraten“. Die habe ich geliebt. Und „Hook“ hab ich erst vor Kurzem wieder einmal angeschaut, macht immer noch Riesenspaß.

    • donpozuelo permalink*
      25. September 2022 19:50

      „Hook“ ist wirklich toll, den muss ich demnächst auch mal wieder schauen. Der Disney-Film ist halt irgendwie nett. Da hätte man mehr draus machen können, finde ich.

  2. 25. September 2022 19:36

    Ich kenn den Film seit meiner Kindheit und habe ihn immer geliebt. Aber ja, die starken rassistischen Einflüsse bei der indigenen Bevölkerung macht ihn inzwischen sehr schwer zu sehen

    • donpozuelo permalink*
      25. September 2022 19:51

      Ja, absolut. Das sind so Dinge, die tun heute einfach nur weh…

Trackbacks

  1. DFST 14: Des Streuners Lady | Going To The Movies

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