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Lehrer sind nicht von dieser Welt

9. November 2012

Lehrer… es gibt gute und schlechte Erinnerungen, wenn ich so an meine Lehrer denke. Nachdem ich dann im Studium aber so einige Lehramtsstudenten kennen gelernt hatte, war mir auch ziemlich schnell klar, warum das so ist: Die einen (die guten) machen die ganze Sache wirklich aus Überzeugung. Die wollen wirklich mit Kindern arbeiten, die wollen in irgendeiner masochistischen Art und Weise diesen ganzen Stress auf sich nehmen. Vor diesen Menschen habe ich großen Respekt. Und dann gibt es da die andere Kategorie, von denen man nur schwer sagen kann, ob sie nicht irgendwann doch auch gut werden. Das sind die, die eigentlich gar nicht so richtig wissen, was sie später mit ihrem Studium anfangen sollen und sich dann einfach mal beim Lehramt einschreiben. Bei vielen lockt hier und da ja auch immer noch der Beamtenstatus!!! Gut, vielleicht sind die Zeiten jetzt schon ein wenig anders und nicht jeder kommt so leicht in den Genuss des Lehramtstudiums… doch vor solchen Leute hatte ich immer ein wenig Angst – die nur aufs Geld und nicht auf die Verantwortung dahinter blicken.

Worauf ich eigentlich hinaus will??? Man muss bei jedem Lehrer hinter die Kulissen schauen, um ihn (oder sie) einschätzen zu können. Schwierig wird es dann, wenn ein Vertretungslehrer auftaucht, denn man nicht über längere Zeit unter die Lupe nehmen kann: Das müssen auch Carl (Jonas Wandschneider) und seine Klassenkameraden feststellen, als sie plötzlich eine Vertretungslehrerin bekommen. Ulla Harms (Paprika Steen) hat äußerst merkwürdige Erziehungsmethoden und scheint zudem auch noch Gedankenlesen zu können. Schnell wird für Carl und seine Freunde klar: Ulla Harms ist eine Außerirdische. Nur ihren Eltern können sie das nicht deutlich machen… und dabei ist Hilfe dringend vonnöten. Denn Harms will die Kinder entführen.

„Alien Teacher“ dürfte wohl der erste Sci-Fi-Horrorstreifen sein, der tatsächlich Erwachsenen- als auch kindertauglich ist. Kindertauglich eben deswegen, weil eine Gruppe Kinder die Hauptrollen spielen. Dänemarks Gruselspezialist Ole Bornedal („The Possession“, „Nightwatch“) lässt da viel Spielraum für den einen oder anderen Gag und insgesamt erinnert die Jagd nach Ulla Harms an „Die fünf Freunde“ oder „The Goonies“ – in abgewandelter, Alien jagender Form natürlich. Dadurch das die Missverständnisse mit den Erwachsenen immer und immer wieder entstehen, wirken die Erwachsenen teilweise mehr wie Kinder. Und das ist immer ein gutes Darstellungsmittel für einen kindertauglichen Film.

Doch auch als eingefleischter und vor allem erwachsener Filmfan hat „Alien Teacher“ durchaus seine Reize. Am besten, das muss man an dieser Stelle einfach sagen, ist Paprika Steen. Die Frau spielt ihr doppeltes Spiel perfekt – mal ist sie die nette Dame von nebenan, die sich ganz einfach so auch noch an Carls Vater ranmacht und mal ist sie dieser fiese Tyrann. Ein nett anzusehendes Monster, das Hühner zum Fressen gern hat und komischerweise sehr daran interessiert ist, mehr über Liebe zu erfahren. Es ist eine wahre Freude, Steen dabei zu zusehen, wie sie als „Alien Teacher“ die Eltern um den Finger wickelt und die Kinder langsam, aber sicher gegen sich aufbringt.

Bei seinen Kinderdarstellern hat Bornedal ebenfalls ein gutes Händchen bewiesen und lässt hier die klassischen Klischees einer stinknormalen Schulklasse gegen einen gemeinsamen Feind antreten. Da werden aus den beliebten Schülern, den Klassenclowns, den Strebern und den Schlägern eingeschworene Kämpfer für die Freiheit.

„Alien Teacher“ setzt somit voll und ganz auf das Kinder-Konzept, das aber ähnlich wie schon bei Filmen wie „City of Ember“ durchaus seine Action- und Grusel-Momente aufzuweisen weiß. Somit ist „Alien Teacher“ ein netter Abenteuer-Sci-Fi-Film, den sich Jung und Alt gemeinsam anschauen können.

Wertung: 8 von 10 Punkten (Körperfresser müssen nicht immer total eklig sein)

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