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Maulwurfmenschen

14. Mai 2012

Gibt es eigentlich wirklich noch so richtige Kinderfilme??? Was ich immer so von Harry Potter höre, der ja vielleicht noch am ehesten in die Kategorie gepasst hätte, wurde der ja von Film zu Film auch immer düsterer und gruseliger. Auch die Animationsfilme werden immer stärker mit so viel Subtext zu geballert, dass man annehmen möchte, dass für Kinder nur noch die bunten Bilder und witzigen Figuren bleiben. Ich erinnere mich da nur daran, dass ich mit meinem kleinen Bruder damals im Kino „Wall-E“ geguckt habe: Während ich gerade in der ersten Hälfte nur am Lachen war, fand er das alles schon ein wenig langweilig. Und auch letztens, als ich mir endlich mal „Percy Jackson“ angeguckt habe, habe ich mich schon gefragt: Wie macht man den richtigen Kinderfilm?

Was ist aus Filmen wie „Die Goonies“ geworden? Lustige Abenteuergeschichten, die wirklich alle angesprochen haben. Sind sie denn schon wirklich alle verschollen und mussten den großen Blockbustern weichen? Scheinbar schon, sonst hätte es ein Film wie Gil Kenans „City of Ember“ sicherlich auch in die Kinos geschafft.

Die Stadt Ember wurde erbaut, um die Menschen 200 Jahre lange vor den chaotischen Umwelteinflüssen auf der Erde zu schützen. 200 Jahre leben die Bewohner der Stadt also in einer unterirdischen Stadt, doch nach dem Ablauf kommt es zu Problemen. Nahrungsknappheit und Stromausfälle machen das Leben in der Stadt unerträglich und selbst Bürgermeister Cole (Bill Murray) kann den Menschen keine sichere Hilfe versprechen – der Kontakt zur Oberfläche existiert schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Die junge Linda Mayfleet (Saoirse Ronan) und Doon Harrow (Harry Treadaway), Sohn des Erfinders Loris (Tim Robbins) gehen den Geheimnissen von Ember auf die Spur, denn Linda ist im Besitz einer merkwürdigen Metallbox, in der alte Dokument-Fragmente auf ein Geheimnis hinweisen.

„City of Ember“ ist ein klassischer, gradliniger Abenteuerfilm, der sich von einem Geheimnis zum nächsten hangelt und dabei seine Hauptfiguren durch ein paar actionreiche Sequenzen jagt. Aber am Ende bleibt die große Frage, was wird aus Ember? Gil Kenan erzählt seine Geschichte in einem angenehm zügigen Tempo, lässt sich genug Zeit für seine beiden Hauptcharaktere und bleibt dabei stets spannend – auch ohne hektische Schnitte oder große Effekte.

Spannend ist dabei aber nicht nur die Story an sich, sondern auch das wirklich gelungene Setting der Geschichte. Hin und wieder erinnerte mich die unterirdische Stadt sehr stark an das Spiel „Fallout“ erinnert. Alte Maschinen, die irgendwo rostend noch so halbwegs ihren Zweck erfüllen, dicke Stahlrohre, die durch die gesamte Stadt führen, Bunkertüren, die sich kaum noch öffnen lassen. Rost- und Erdfarben wohin man nur schaut, alles wirkt in „City of Ember“ alt und eingestaubt. Der Look des Films trägt viel dazu bei, dass „City of Ember“ wirklich sehenswert ist.

Aber auch die Schauspieler sind sehenswert. Bevor Saoirse Ronan mit „The Lovely Bones“ und „Hanna“ so richtig bekannt wurde, durfte sie hier noch als junges Mädchen unter der Erde wohnen. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Treadaway bildet sie ein gutes Team, mit dem man sich als Kind schon ganz gut identifizieren könnte (wie auch überhaupt mit der ganzen Geschichte, die ja schon „Abenteuer“ schreit). Dazu eine gute Prise Bill Murray, der mit seinen kleinen, aber feinen Auftritten dem hinterhältigen Bürgermeister von Ember ein passendes Gesicht gibt.

„City of Ember“ ist wirklich mal sowas wie ein spannender Kinderfilm, der sich wirklich nur darum bemüht, ein spannendes Abenteuer zu bieten. Mehr nicht. Wer jetzt tiefgründiger denken möchte, könnte da jetzt noch ans Höhlengleichnis denken. Aber „City of Ember“ will das nicht von seinem Zuschauer, der soll sich einfach nur gut unterhalten will… und das auch hinbekommt.

Wertung: 9 von 10 Punkten (spannendes „Unterwelt“-Abenteuer, das nicht nur was für Kinder ist)

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9 Kommentare leave one →
  1. luzifel permalink
    14. Mai 2012 10:50

    Aha! Ich hab schon mehrfach von diesem Film gehört, aber ich hab nie den Titel erfahren. Gute Arbeit! Jetzt kann ich den auch endlich mal gucken ^^

    • donpozuelo permalink*
      14. Mai 2012 12:56

      Bitte, bitte. Immer gern geschehen. Dann mal viel Spaß beim Gucken!!!

      • luzifel permalink
        9. Oktober 2012 11:15

        So.. Während ich am WE und gestern meine Erkältung auskuriert habe, konnte ich endlich mal City of Ember gucken. Ich kann nur beipflichten: ein schöner Abenteuerfilm. Ich mochte den. Gerade die Wasserschlittenreise am Ende hat ein bissel was von den Goonies, die ich mir bei Gelegenheit (also das nächste mal wenn ich Krank bin) sicher auch noch einmal ansehen werde..

        • donpozuelo permalink*
          9. Oktober 2012 15:10

          Ja, total!!! Und „Goonies“ sollte ich mir auch mal wieder anschauen!!! 😉

  2. 15. Mai 2012 16:10

    Ich fand den auch nicht un-unterhaltsam, aber eine 9 ist der für mich noch lange nicht. So richtig hängen geblieben ist mir vom Film nicht, nur die Momente, wo ich dachte – Wow, das ist doch Tim Robbins! (Oder) Wow, das ist ja Bill Murray!
    Wie dem auch sei – ganz okaye Unterhaltung.

    • donpozuelo permalink*
      15. Mai 2012 16:39

      Doch, bei mir irgendwie schon. Ich weiß auch nicht, vielleicht war ich gerade in der richtigen Stimmung für sowas, aber ich fand’s ganz, ganz großartig. Hat wirklich Spaß gemacht, war spannend und sehr unterhaltsam. 😉

  3. 15. Mai 2012 22:07

    Ja, den fand ich auch großartig, trotzdem ich lange drauf gewartet und große Erwartungen hatte. Solche Kindergeschichten liegen mir und die Darsteller stimmten einfach auch.

    • donpozuelo permalink*
      15. Mai 2012 22:13

      Danke schön! Sag ich doch! Ein toller Film.

Trackbacks

  1. Lehrer sind nicht von dieser Welt « Going To The Movies

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