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Die neuen Bonnie und Clyde

15. Januar 2020

Das Thema zweier Außenseiter, die auf der Flucht sind, ist ja schon immer ein guter Stoff für Hollywood gewesen. „Bonnie und Clyde“ ist natürlich ein Klassiker, der das an Hand der wahren Begebenheit gekonnt ins Kino gebracht hatte… und viele Nachfolger hervorbrachte. „Natural Born Killers“ geht in diese Richtung, selbst „Thelma & Louise“ steht in der Tradition des Gangsterpärchens. Jetzt versucht sich Regisseurin Melina Matsoukas an dem Stoff und bringt eine politische Note mit rein, die ihrem kleinen, wunderbaren Film „Queen & Slim“ eine erschreckende Aktualität verleiht.

Ernest „Slim“ Hines (Daniel Kaluuya) und Angela „Queen“ Johnson (Jodie Turner-Smith) lernen sich bei einem Tinder-Date kennen. Als Slim sie nach dem Essen wieder nach Hause fahren will, werden die beiden von der Polizei angehalten. Da sie beide Afroamerikaner sind, wird der weiße Cop handgreiflicher als er es eigentlich sein müsste. In dem Gerangel, das folgt, erschießt Slim aus Versehen den Polizisten… und so beginnt die Odyssee der Beiden. Von der Polizei gejagt, werden sie von vielen als Helden gefeiert.

„Queen & Slim“ ist in erster Linie ein normales Road-Movie mit einem ungleichen Pärchen, das gejagt wird. Es gibt keine großen Überraschungen. In diesem Punkt ist der Film da genau das, was man so von dieser Art Road-Movie erwartet. Wir reisen durch die USA und bekommen einen schönen Einblick von allem. Tolle Landschaften werden abgelöst von heruntergekommenen Städten, schönen kleinen Ortschaften… eben genau das, was ein Road Movie so ausmacht.

Was „Queen & Slim“ dann aber doch sehenswert macht, ist das Titel gebende Pärchen. Daniel Kaluuya und Jodie Turner-Smith haben eine unglaublich gute Chemie miteinander. Die beiden balancieren sich gut aus… sie die Anwältin, die glaubt, sie wüsste über alles Bescheid und er, der einfach Typ, der mit allem etwas überfordert zu sein scheint. Sie sind ein ungleiches Paar, was schon zu Beginn ihres Dates deutlich wird. Es ist auch hier klar, in welche Richtung sich die Beziehung der Beiden bewegen wird. Doch es ist schön, dass Regisseurin Matsoukas das nicht erzwingt, sondern sich langsam und natürlich entwickeln lässt. In jedem anderen Film würden die Zwei schon in der ersten Nacht mit einander schlafen, „Queen & Slim“ nimmt sich da aber Gott sei Dank Zeit. So können sich beide Charaktere kennenlernen, besser verstehen lernen. Es ist dann genau diese Entwicklung, die diese Beiden so toll werden lässt.

Die angesprochene politische Ebene schwingt dabei immer mit… leicht im Hintergrund. Queen und Slim werden für ihre Tat gefeiert, werden die neuen Helden einer Generation – ohne das sie das wollten oder wollen. Hier, finde ich, hätte der Film ruhig ein bisschen mehr drauf eingehen können. Es gibt zwar ein, zwei Szenen, die das „Ausmaß“ deutlich machen, aber wenn schon diese Richtung eingeschlagen wird, hätte man es ausbauen können. So bleibt der Film halt recht vorhersehbar in seiner Struktur…

Dank Kaluuya und Turner-Smith ist „Queen & Slim“ wirklich ein sehr rührender und schöner Film geworden, der aber durchaus mehr Potenzial gehabt hätte. Gerade zum Ende hin wird das Ganze dann auch etwas zu dramatisch (wenn auch absolut vorhersehbar)… und verlor mich dann kurz für einen kleinen Augenblick. Als reines Road-Movie mit einem tollen Leinwand-Pärchen lohnt sich der Film aber alle Male.

Wertung: 7 von 10 Punkten (Bonnie und Clyde ohne die Gewalt – dafür mit Charme und Witz)

Der wandernde Fluch

13. Januar 2020

Mit „Knives Out“ fing das Kino-Jahr noch gut an… doch es dauert gar nicht lange, da habe ich schon die erste Gurke vor mir. Und die erneute Bestätigung, dass so einigen Menschen in Hollywood wirklich nichts mehr einfällt. Auch das Horror-Genre ist von einer gewissen Lethargie und Ideenlosigkeit betroffen. Ich meine, in diesem Jahr starten mehr Horror-Fortsetzungen, Remakes und Reboots als Comic-Filme. Den Anfang macht ein Film, von dem ich gar nicht glauben kann, dass man den jetzt noch einmal angerührt hat… denn tatsächlich hielt es Sam Raimi für eine gute Idee, sich noch einmal um „The Grudge“ zu kümmern. Das japanische Original von 2003 wurde ja schon 2004 vom Regisseur des Originals mit Buffy-Darstellerin Sarah Michelle Gellar zu einem Remake, dem zwei Fortsetzungen folgten. Jetzt kommt also ein Reboot / Remake… das leider wirklich kein Mensch braucht.

Detective Muldoon (Andrea Riseborough) verliert ihren Mann durch Krebs und zieht deswegen mit ihrem Sohn um… ihr erster Fall führt sie zu einem mysteriösen alten Haus. Nicht ahnend, was es damit auf sich hat, betritt sie das Haus – und wird so Opfer eines Fluches, den die Pflegerin Fiona (Tara Westwood) aus Japan mitbrachte und der ihre Familie tötete. Der Fluch blieb bestehen und machte dem Makler Peter Spencer (John Chu) und dessen schwangerer Frau Nina (Betty Gilpin) das Leben zur Hölle, bevor es Faith Matheson (Lin Shaye) und ihren Mann (Frankie Faison) traf… und dank Faith wird Muldoon nun auch zu einer Betroffenen.

Ich habe mir das japanische Original direkt nach diesem Film noch einmal angeschaut… und wirklich viel haben die Filme nicht gemein. Außer der kurzen Erwähnung Japans… nicht einmal das ikonische Knurren / Knarren des bösen Geistes kommt hier wirklich zur Geltung. Ich meine, okay… wirklich gruselig gruselig finde ich das Original jetzt auch nicht, aber der Film hat wenigstens Atmosphäre und Stil. Der neue Grudge hat nichts davon. Vor allem keine Atmosphäre… die aber auch nie aufkommen kann, weil Regisseur Nicolas Pesce mit diesem klassischen Horror nichts anfangen kann.

Ich habe mir sagen lassen, dass sein „The Eyes of my Mother“ ziemlich kranker Scheiß sein soll… aber „The Grudge“ fühlt sich an, als wenn hier jemand am Werk war, der keine Ahnung von Horror hat. Da steht dann mal eine schemenhafte Gestalt irgendwo am Fenster oder beim Vorbeilaufen irgendwo in der Tür… uuuuhhhh, sehr gruselig. Der Film besteht von billig aneinander gereihten Jump Scares, die man wirklich eine Meile gegen den Wind riechen kann… und selbst wenn sie dann kommen, sind sie nicht wirklich erschreckend. Stattdessen versucht Pesce dann an einigen Stellen mit „schönen“ Nahaufnahmen ordentlich mit Blut und Ekel zu punkten, aber nochmal: atmosphärisch ist das nicht! Erschrecken kann man damit vielleicht auch nur jemanden, der das erste Mal in seinem Leben einen Horror-Film sieht. Doch selbst der dürfte irgendwann ziemlich gelangweilt sein… denn die Story lässt es gar nicht zu, dass man sich auf die Charaktere einlassen kann.

Ähnlich wie im Original versucht Pesce verschiedene Episoden aus dem verfluchten Haus zu erzählen. Problem ist nur: Im Original waren diese Episoden quasi wie abgeschlossen und das Geisterhaus diente als roter Faden. In diesem Versuch, das zu rebooten, erzählt Pesce seine Story parallel geschnitten, aber natürlich zu unterschiedlichen Zeiten, so dass es alles komplizierter wirkt. Dadurch, dass die einzelnen Geschichten aber so zerstückelt sind, kommen die nie wirklich zur Geltung… und dabei haben sie alle eigentlich etwas Interessantes zu erzählen. „The Grudge“ reißt Themen wie Sterbehilfe, Schwangerschaftskomplikationen, Religion und Einsamkeit an – doch es sind nur Stichworte, die die Charaktere tiefgründiger wirken lassen sollen. Da sie aber nur angerissen werden, bringt das gar nichts. Die Figuren könnten einem eigentlich nicht egaler sein…

… was verdammt schade ist, hat Pesce doch tolle Darsteller an Bord. Andrea Riseborough gibt wirklich alles, John Chu spielt tapfer gegen jede Schwäche des Drehbuchs an und mit Betty Gilpin gelingt es ihm hier und da sogar, mich ein bisschen was fühlen zu lassen. Aber sie kommen alle nicht zur Geltung. Der Fluch schlechter, unkreativer Remakes / Reboots trifft auch sie.

Bleibt nur zu hoffen, dass sie damit den Fluch im Kino ruhen lassen. Oder einen fähigen Regisseur finden, der mehr aus dem Stoff machen kann.

Wertung: 3 von 10 Punkten (Grusel gleich Null, Story öde, Darsteller unterfordert – verfluchtes Remake)

Random Sunday #23: Der Letzte Wunsch & Das Schwert der Vorsehung

12. Januar 2020

Ich bin jetzt im Hexer-Wahn. Nachdem ich die erste Staffel der „The Witcher“-Serie auf Netflix wirklich mal an einem Tag durchhatte, brauchte ich mehr. Damit durchlebe ich gerade auch ein kleines Déjà-vu: Als ich vor gefühlten Ewigkeiten die erste Staffel von „Game of Thrones“ sah, konnte ich danach nicht anders und musste mir die Bücher besorgen. Innerhalb von einem knappen Jahr hatte ich dann die vorhandenen fünf Romane durch und war gewappnet – für die Serie, aber nicht für das lange Warten auf die letzten beiden Bände, die uns George R.R. Martin immer noch schuldet. Gut, beim Hexer Geralt habe ich das Problem ja zum Glück nicht, immerhin hat Autor Andrzej Spakowksi seine Hexer-Saga erfolgreich beendet… und die fange ich ja jetzt auch endlich an. Bevor es damit aber losging, waren die beiden Kurzgeschichten-Bände „Der Letzte Wunsch“ und „Das Schwert der Vorsehung“ erst einmal dran.

In beiden Bändern steht Hexer Geralt im Mittelpunkt. Wir erfahren ein bisschen was über sein Leben, wie er zum Beispiel den Beinamen „Schlächter von Blaviken“ bekam (eine Episode, die es auch in die Serie geschafft hat), wie es dazu kam, dass er und die junge Ciri durchs Schicksal mit einander verbunden sind und warum Geralt so an der Zauberin Yennefer hängt.

Die Kurzgeschichten sind ein netter erster Einblick in die Welt des Hexers. Sie sind, das will ich gleich vorab sagen, kein absolutes Muss, um die Hexer-Saga zu lesen, aber sie dienen gut als Einstieg in diese Welt von Monstern, Hexern und Zauberern. Viel über Geralt als Person erfahren wir nicht, das wird nur hier und da mal eingestreut. Anders als in der Serie erfahren wir auch nur sehr, sehr wenig über Yennefer selbst. Auch wenn das nicht besonders aussagekräftig klingt, gelingt es Sapkowski sehr gut, uns diese Charaktere näher zu bringen. Gerade die Liebesgeschichte zwischen Yennefer und Geralt hat unerwartet zarte Momente, die richtig ins Tragische übergehen (zumindest in den Augen eines Softies wie mir). Mich haben diese feinen Momente zwischen den Beiden sehr gut gefallen… das macht Lust auf mehr.

Allgemein erschafft Sapkowksi eine sehr schillernde und interessante Fantasy-Welt, die von zahlreichen Wesen bevölkert wird, die man hier und da natürlich kennt. Damit spielt der Autor tatsächlich auch mehr als einmal. Er verarbeitet sogar mehrmals bekannte Märchen (wie zum Beispiel Dornröschen oder Schneewittchen) auf seine ganz eigene Weise in den Kurzgeschichten und sorgt so für witzige Aha-Momente. Interessant wird die Welt von Geralt aber nicht nur wegen der Wesen, sondern auch wie sie zu einander stehen.

Der Mensch ist auch in dieser Welt das größte Monster, sorgt er doch für das Aussterben und die Ausgrenzung einiger anderer Wesen. Themen wie Rassismus und Diskriminierung greift Spakowski offen auf und baut sie gekonnt in diese Welt ein. Für viele Wesen (besonders die Elfen) sind die Menschen diejenigen, die ihnen den Lebensraum genommen haben, die lange Kriege gegen sie geführt haben. Die ernsten Noten trifft Spakowski sehr gut und macht seine fantastische Welt dadurch greifbarer. Bei all der Magie und all den Monstern gibt es Probleme, die leider „allgemeingültig“ sind… und Spakowksi schreckt nicht davor zurück.

Dennoch sind die Kurzgeschichten jetzt nicht so politisch angehaucht wie zum Beispiel Martins Lied von Eis und Feuer. Aber es schwingt überall auf Geralts Reisen mit (zumal er selbst auch Opfer von Anfeindungen wird – werden Hexer aufgrund ihrer Mutation, die sie erst zu Hexern macht, nicht gerne gesehen).

„Der Letzte Wunsch“ und „Das Schwert der Vorsehung“ sind ein leicht zu lesender Blick auf die Welt des Hexers. Und wer nach der Serie wirklich Lust bekommen hat, sollte sich wirklich an den Kurzgeschichten versuchen. Mich haben sie für sich eingenommen und ich fange dann jetzt – wie ja auch in meiner Bücherliste für 2020 angekündigt – mit der Hexer-Pentalogie an.

Filmreise Etappe #16: Das versteckte Monster

10. Januar 2020

Es ist lange her, dass ich mich der Filmreise gewidmet habe, aber ein gruseliger Katzenfilm und Büchervorschauen kamen irgendwie dazwischen und pausierten meine kleine Aufgabe, diese Challenge durchzuführen. Die will ich natürlich im neuen Jahr auch weiterverfolgen, weswegen ich jetzt direkt weitermache. Im Moment bin ich in der Zeitreise in den 40er Jahren. Nach dem italienischen Neo-Realismus wird es nun düsterer. Für den film-noir-Teil dieser Reise habe ich mich Orson Welles gewandt und mir „Die Spur des Fremden“ vorgenommen… ein Film, den Welles selbst angeblich als seinen schlechtesten überhaupt bezeichnet.

Mr. Wilson (Edward G. Robinson) jagt für die USA flüchtige Kriegsverbrecher. Besonders viel liegt ihm daran, den Nazi-Wissenschaftler Franz Kindler zu schnappen, der scheinbar spurlos verschwunden ist. Um Kindler zu finden, lässt Wilson den einstigen Vertrauten Kindlers, Konrad Meinike (Konstantin Shayne) frei… und der rennt quasi sofort in das kleine, verschlafene Örtchen Harper. Hier nimmt Meinike Kontakt mit dem Lehrer Charles Rankin (Orson Welles) auf. Der ist tatsächlich Kindler und tötet Meinike… doch damit ist sein Problem nicht gelöst, denn Wilson taucht ebenfalls in Harper auf und macht Rankin das Leben schwer. Über dessen Verlobte Mary (Loretta Young) versucht er Kindler in die Enge zu jagen.

Fünf Jahre nach seinem Meisterwerk „Citizen Kane“ dreht Welles also seinen ersten film noir… und was soll ich sagen? Der Film ist verdammt spannend. Es ist vielleicht nicht unbedingt der typische film noir. Wir haben jetzt keine femme fatale, wir haben keinen Whiskey trinkenden Detektiv, aber dennoch ist „Die Spur des Fremden“ in der Tradition des film noir. Es sind vor allem die visuellen Stilmittel des noir, die Welles gekonnt einsetzt, um dennoch seinen ganz eigenen Film zu drehen… und gerade deswegen sollte man sich „Die Spur des Fremden“ anschauen.

Es ist die Art von suspense, die Welles hier aufbaut, die alles so spannend macht. Es ist in der Tradition von Hitchcock… weswegen wir als Zuschauer schon sehr früh im Film erfahren, dass der sympathische Lehrer wirklich der grausame Nazi ist. Dieses Wissen macht es umso faszinierender zu sehen, wie er sich windet und lügt, um seine wahre Natur vor seiner Verlobten geheim zu halten. Genau dadurch baut Welles eine Spannung auf, der man sich nicht entziehen kann…

Gleichzeitig hat dieser Film auch etwas Lynch-eskes, es ist fast wie eine „Twin Peaks“-artige Atmosphäre, in die Welles uns hier wirft: das gemütliche kleine Städtchen, der Dame spielende Verkäufer, die Schuljungs, die im Wald herumrennen, die kleine Kirche und ihr schöner Glockenturm, die Familie der jungen Mary – oberflächlich wirkt hier alles friedlich, glücklich und harmonisch. Der Kontrast wirkt perfekt dazu, dass unter dieser Oberfläche ein Monster schlummert, das es zu bekämpfen gilt… und das Montröse wird dadurch noch realer gemacht, als das „Die Spur des Fremden“ der erste Spielfilm ist, in dem authentische Aufnahmen aus den KZs der Nazis gezeigt werden.

„Die Spur des Fremden“ ist ein spannender Film, der einfach mal mit der Auflösung der Suche anfängt… und dann damit gekonnt spielt. Dieser Film ist spannend ohne Ende. Wie gesagt, vielleicht nicht das Paradebeispiel für film noir, aber ein schöner Twist für das Genre.

Wertung: 9 von 10 Punkten (Orson Welles beweist sich einmal mehr als großartiger Filmemacher)

Der Weiße Wolf

8. Januar 2020

Den Monsterjäger Geralt von Riva kannte ich eigentlich nur aus dem PS4-Spiel „The Witcher 3: Wild Hunt“. Das fand ich auch cool, aber so richtig gepackt hatte mich das Hexer-Fieber da noch nicht. Als es dann hieß, Netflix würde eine Hexer-Serie bringen, war ich skeptisch. Das erste Bild von Henry Cavill, der Geralt spielen sollte, sah eher merkwürdig aus: Dieses weiße, lange Haar, das wie eine schlechte Perücke der Khaleesi aussah, half nicht gerade. Als es dann hieß, die Serie wäre keine Verfilmung des Spiels, sondern basierte auf den Büchern, wurde mir erneut bewusst, dass es da ja noch diese Bücher des Polen Andrzej Sapkowski gibt. Doch auch da konnte ich mich noch nicht dazu hinreißen lassen, mir die Bücher zu holen. Nachdem ich aber kurz vor Weihnachten dann an einem Tag die komplette erste Staffel von „The Witcher“ durchgesuchtet hatte, musste ich mir einfach die Bücher besorgen… und seitdem bin ich endlich im Hexer-Fieber. Denn: Die Serie ist der Hammer!

Das König Cintra wird von der Armee Nilfgaards angegriffen. Als sich die tapfere Königin Calanthe (Jodhi May) geschlagen geben muss, sorgt sie dafür, dass ihre Enkelin Cirilla (Freya Allan) die Flucht gelingt. Das junge Mädchen soll den Hexer Geralt (Cavill) finden. Der ist ein herumwandernder Monsterjäger, der sich für Geld um alle möglichen Ungeheuer kümmert, die das Land unsicher machen. Der trifft auf seinen Reisen nicht nur auf den Barden Jaskier (Joey Batey), sondern auch immer wieder auf seine einzig wahre große Liebe, die Zauberin Yennefer (Anya Chalotra).

Die erste Staffel von „The Witcher“ ist eigentlich ziemlich interessant aufgebaut: Sie besteht aus drei verschiedenen Handlungssträngen, die sich immer wieder überschneiden, die aber teilweise auch zeitlich von einander getrennt sind. Das kann anfangs bei einigen Episoden zu einer leichten Verwirrung führen, insgesamt hält die Serie aber dennoch alles verdammt gut zusammen. Dabei stürzt sich „The Witcher“ noch nicht einmal auf die eigentliche, 5 Bände umfassende Hexer-Saga, sondern konzentriert sich nur auf die beiden Kurzgeschichten-Bände „Der Letzte Wunsch“ und „Das Schwert der Vorsehung“. Wie diese beiden Bände, so dient auch Staffel 1 der Serie erst einmal nur dazu, diese Welt und die Charaktere aufzubauen.

Da hätten wir die Geralt-Story, die man am besten als „Monster of the Week“-Episoden beschreiben könnte. Er taucht auf und findet ein neues Monster, gegen das er kämpfen muss. Er ist unser stiller Held, aber einer, der sich sehen lassen kann. Und damit meine ich jetzt nicht den durchtrainierten Superman Cavill, sondern tatsächlich eher seine Action-Sequenzen. Cavill ist zum ordentlichen Schwertmeister geworden und die Kämpfe sind mehr als nur beeindruckend. Brutal, schnell und effizient schlachtet sich der Hexer durch seine Gegner – das ist aufregend inszeniert, das ist gewalttägig, ohne dabei voyeuristisch zu werden. Ob gegen Menschen oder gegen Monster (die sich übrigens auch sehen lassen können) – wenn Geralt in Aktion tritt, geht es ordentlich rund.

Die zweite Story ist die der Zauberin Yennefer. Diese Geschichte ist noch interessanter als die von Geralt. A) Weil sie sich für die Serie neu ausgedacht wurde und wir ein bisschen mehr von der Origin der Zauberin zu Gesicht bekommen! B) Weil sie eine stringentere Story hat und wir ihren Weg klarer verfolgen als den von Geralt. Yennefer ist eine Frau auf der Suche nach Macht – aber nicht um mächtig zu werden, sondern um sich einen sehnlichen Wunsch zu erfüllen. C) Weil wir durch sie ein wenig mehr von der Politik und Gesellschaft in dieser Welt erfahren. Kurz gesagt: Yennefers Charakter wird weitaus stärker ausgebaut als der von Geralt – dazu kommt, dass Anya Chalotra eine tolle und talentierte Darstellerin ist, die in dieser Rolle sehr aufgeht.

Die dritte Story ist dann das, was der eigentliche rote Faden sein wird: die Geschichte von Ciri. Hier erlaubt sich die Serie Anfänge der Hexer-Saga aufzugreifen… wird Ciri doch später (so viel weiß ich zumindest schon) Dreh- und Angelpunkt der Hauptgeschichte. Ihre Story ist noch nicht so groß, aber dennoch ausreichend, um uns in ihre Gefühlswelt eintauchen zu lassen und zu wissen, dass sie etwas Besonderes ist.

Staffel 1 von „The Witcher“ macht wirklich alles richtig: Es ist die richtige Portion Anteasern von den großen Dingen, die da noch kommen werden. Es ist die richtige Menge an Fantasy: Magie, Monster und mystische Orte. Es ist der richtige Umgang mit der Action und – auch sehr wichtig – dem Humor (denn ja, man darf auch an der ein oder anderen Stelle schmunzeln). Mit „The Witcher“ könnte Netflix wirklich der große Wurf gelungen sein, wenn sie es jetzt weiterhin richtig machen. Immerhin (um diesen kleinen Seitenhieb auf „Game of Thrones“ machen zu dürfen) ist die Vorlage zur Serie abgeschlossen und liefert alles, was man braucht, um gut weitermachen zu können. Ich bin auf jeden Fall jetzt schon heiß auf Staffel 2… lese aber erst einmal brav die Bücher!

Wertung: 9 von 10 Punkten (toller Auftakt für ein spannendes Fantasy-Spektakel)

Das Loch im Donut

6. Januar 2020

Rian Johnson hat es nicht leicht. Für sehr, sehr viele Fans ist er dafür verantwortlich „Star Wars“ getötet zu haben. Das wird er wohl nie wieder loswerden, denn er hat ja wortwörtlich Luke Skywalker getötet. Er hat Snoke getötet, er hat Reys vermeintlich glorreiche Vergangenheit zunichte gemacht – wenn ich, der ich „Star Wars 8“ ja durchaus okay fand, mit Leuten, die ihn wirklich hassen, rede, kommt es einem so vor, als hätte Rian Johnson eine ganze Generation getötet. Ich finde diesen Johnson-Hass stark übertrieben, auch wenn er mit zahlreichen Äußerungen nicht gerade versucht hat, dagegen zu steuern. Aber wie gesagt, das wird er wohl nie loswerden und es schwer haben, Leute für neue Filme zu begeistern. Ich weiß noch, als die Welt das erste Mal von seinem neuesten Film „Knives Out“ hörte, waren die SW8-Hasser schnell dabei, selbst diesen Film zu verteufeln – eben weil er von Johnson stammte. Was natürlich schade ist… gerade auch für den Film, der so viel besser ist, als ich es je erwartet habe.

Der reiche Krimi-Autor Harlan Thrombley (Christopher Plummer) stirbt… es sieht nach Selbstmord aus, doch die Polizei will das nicht so einfach hinnehmen. Weswegen die gesamte Familie und das Personal verhört wird. Der erfahrene Privatdetektiv Benoit Blanc (Daniel Craig) führt die Untersuchung an… und schnell wird klar, dass so ziemlich jeder in der Familie gut davon profitiert hätte, wenn Thrombley tot wäre. Blancs Ermittlungen offenbaren Familien-Dramen und gierige Verwandte, die sich nun alle um das Erbe streiten.

Man muss echt vorsichtig sein, was man zu „Knives Out“ schreibt, denn ich will wirklich nichts kaputt machen. In bester Agatha-Christie-Manier lässt Johnson in dieser Krimi-Komödie mehrere schräge und wunderbar gespielte Charaktere gegeneinander antreten. Der Film eröffnet mit einer langen Sequenz von Befragungen, die uns als dem Zuschauer die Chance gibt, selbst ein wenig kriminalistisch aktiv zu werden. Wir haben die gleiche Grundlage wie Benoit Blanc und stellen uns eigenen Vermutungen an. „Knives Out“ ist also ein famoses Krimi-Spiel, das wirklich clever geschrieben ist. Es gibt sogar einen Punkt, an dem wir genau erfahren, was wirklich mit Harlan Thrombley passiert ist – und das relativ früh, sodass man sich fast fragt, wie es jetzt noch weitergehen soll. Aber wie schon Hitchcock sagte, Spannung baut sich dadurch auf, dass wir wissen, dass eine Bombe unter dem Tisch tickt, aber wir nicht wissen, wann sie hochgeht.

Hier muss man einfach Rian Johnson sowohl als Regisseur als auch als Drehbuchautor loben. „Knives Out“ ist spannend. Und dabei classy… wenn ich das mal so formulieren kann. Es fühlt sich wirklich wie einer dieser alten Krimi-Klassiker an. Nicht nur vom Szenario und vom Set, sondern auch einfach von der Art und Weise, wie das alles präsentiert wird und am Ende auch aufgelöst wird. Wenn man sich drauf einlässt und wirklich miträtselt, hat man endlich mal wieder einen richtig tollen Krimi… der zudem auch noch verdammt witzig ist. Womit wir dann bei den Charakteren angelangt sind.

„Knives Out“ ist vollgepackt mit großen Namen: Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Chris Evans, Christopher Plummer, Don Johnson, Michael Shannon, Toni Collette, Katherine Langford, Ana de Armas… und noch zig andere mehr, die alle wunderbar aufspielen. Das Tolle ist, dass sich die einzelnen Charaktere trotz der Menge gut ausbalancieren und sich auch für uns als Zuschauer formen können. Man lernt sie alle zur Genüge kennen, weiß am Ende, wer welche Macken hat und wer wie tickt. Gehört eben dazu, damit wir selbst auch Ermittler spielen können. Ich will nicht zu viel verraten, aber dieser Film gehört einem Daniel Craig, der sichtlich viel Spaß an dieser Rolle hat, an seinem merkwürdigen Akzent, an seinem komischen Getue. Bevor er das letzte Mal zu Bond wird, kann er sich hier als Ermittler gekonnt austoben… und ist dabei so witzig geschrieben (er hält einen Monolog über Löcher in Donuts, der einfach nur großartig ist).

„Knives Out“ ist nostalgisch gut, kommt ohne Action aus, bietet dafür tolle Charaktere, verkörpert von tollen Darstellern und eine Story, die Spaß macht und die man definitiv nicht zu ernst nehmen sollte. Also alle Star-Wars-8-Hasser, gebt dem Film eine Chance!

Wertung: 9 von 10 Punkten (herrlich überzeichnetes Krimi-Spektakel mit einem großartigen Cast)

20 Bücher für 2020

3. Januar 2020

Für gewöhnlich ist Miss Booleana ja für diese Kategorie verantwortlich und gibt den Startschuss, vielleicht komme ich ihr dieses Jahr zuvor. Nachdem sie letztes Jahr die Zahl der Bücher dem Jahr angepasst hat, ist es also wohl nur gerecht, es ihr dieses Jahr gleich zu tun… deswegen also 20 Bücher für 2020.

Ich habe 2019 tatsächlich 24 Bücher geschafft (Comics nicht mitgezählt), weswegen ich zuversichtlich bin, dass ich das schaffe. Dieses Mal will ich mich aber auch wirklich mal an die Liste halten. Von der letzten Liste habe ich gerade einmal sechs (6!!!!) Bücher wirklich gelesen und bin ansonsten immer wieder hart vom Weg abgewichen. Aber gut, so ist das halt… da kommen dann auf einmal tolle neue Titel dazu, dann fällt mir ein Klassiker wieder ein, den ich unbedingt mal lesen wollte und schnell ist man weg von dem, was man sich eigentlich vorgenommen hat. Die Reihe der noch ungelesenen Bücher wird dabei sowohl in meinem Regal als auch auf meinem Kindle nicht kürzer, aber hey… irgendwann vielleicht mal…

Jetzt habe ich aber meine Liste für 2020 fertig… und bin mal gespannt! Den Anfang mache ich mit Andrzej Sapkowski und seiner Hexer-Saga. Nachdem ich die beiden Kurzgeschichten-Bände (die Vorgeschichte der Saga, auf denen auch ein Großteil der wirklich tollen Netflix-Serie basiert) durchhabe, werde ich jetzt direkt mit der Saga weitermachen. Damit bin ich dann erst einmal gut beschäftigt, aber es warten da noch andere Titel auf mich…

  • „Hexer“-Saga von Andrzej Sapkowski
    – „Das Erbe der Elfen“
    – „Die Zeit der Verachtung“
    – „Feuertaufe“
    – „Der Schwalbenturm“
    – „Die Dame vom See“
  • „Quichotte“ von Salman Rushdie
  • „The Wall“ von John Lanchester
  • „Anna“ von Niccolo Ammaniti
  • „Super Sad True Love Story“ von Gary Shteyngart
  • „Mythos“ von Stephen Fry
  • „The Once and Future King“ von T..H. White
  • „I Am Legend“ von Richard Matheson
  • „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer
  • „Jewgeni Onegin“ von Alexander Puschkin
  • „Achterbahn“ von Ian Kershaw
  • „Die Wand“ von Marlen Haushofer
  • „Sputnik Sweetheart“ von Haruki Murakami
  • „Die Therapie“ von Sebastian Fitzek
  • „A Book of Bones“ von John Connolly
  • „Lovecraft Country“ von Matt Ruff

So… fingers crossed und Daumen gedrückt, dass ich es dieses Mal wirklich schaffe, auch diese 20 Bücher am Ende des Jahres zu beenden. Und ja, weitere Empfehlungen (die mich dann von diesem Vorhaben abbringen) sind immer gerne gesehen!!!

Meine To-See-Liste für 2020

1. Januar 2020

So, genug ins letzte Jahr zurückgeschaut! Willkommen im neuen Jahr, in einer neuen Dekade, bei einer neuen Chance. Eine neue Chance fürs Kino, uns mit was Neuem zu überraschen. Doch naja… die großen Blockbuster bleiben weiterhin im Comic-Bereich (oh Wunder!!!), obwohl ich mich wirklich frage, wie lange das jetzt noch gut gehen wird. Nach „Endgame“ ist meine Marvel-Lust auch echt abgeflaut. Wenn DC so weitermacht wie mit „Joker“, könnte das noch was werden. Aber schauen wir mal… ich hoffe ja weiterhin auf die ganzen Filme, die es bei mir nie auf diese Liste schaffen, mich dann aber überraschen (siehe „Parasite“, siehe „Burning“, siehe „Porträt einer jungen Frau in Flammen“) – es gibt sie schließlich noch: die guten Filme, die keinem Franchise angehören, die kein Remake oder Reboot sind.

Genug genörgelt und gemeckert… hier ist meine To-See-Liste für 2020 (der Platz in den Kommentaren ist für euch, damit ihr mir noch tausend andere Filme empfehlen könnt 😀 )

Januar

  • Knives Out (Rian Johnsons erster Film nach seinem ach-so-verhassten Star Wars 8… er tritt in die Fußstapfen von Agatha Christie – mit einem Super-Cast)
  • Shadow (der neue Film von Zhang Yimou – der ist einfach Pflicht!!!)
  • Underwater (es sieht ein bisschen aus wie „Alien“ unter Wasser – entweder das wird richtig gut oder richtig schlecht)
  • Little Joe (kleiner Sci-Fi-Streifen mit Emily Beecham, die ich ja seit „Into the Badlands“ sehr mag)
  • Bad Boys For Life (ich mag Will Smith, Martin Lawrence sieht ein bisschen aus wie im Fat-Suit [ich weiß, böse]… und es ist mal nicht Michael Bay)
  • 1917 (Sam Mendes kehrt nach Bond zurück und liefert einen Kriegsfilm als One-Take dank Kamera-Legende Roger Deakins – das schreit doch schon förmlich Kamera-Oscar)
  • Jojo Rabbit (nach „Thor 3“ kommt Taika Waititi mit einem Film über einen Jungen und seinen imaginären Freund, der zufällig eines der größten Monster der Geschichte ist: Hitler… sowas bekommt wohl wirklich nur Waititi hin)
  • Little Women (der Trailer sieht stark aus, Greta Gerwig und ihr Team bekommt ja schon zig Vorschusslorbeeren – mal gucken, ob der Film dem „Hype“ gerecht wird)

Februar

  • Birds of Prey (Margot Robbie kehrt als Harley Quinn zurück – und ich weiß nicht, ich mag den Trailer, ich mag die Poster-Kampagnen und ich hoffe einfach, dass der Film das bessere Suicide Squad werden wird)
  • Bloodshot (Vin Diesel reicht’s mit Groot, jetzt will er sein eigenes Comic-Franchise starten und sucht sich eins über einen Super-Soldaten – naja… mal schauen, was der so kann)
  • Der Unsichtbare (nachdem „The Mummy“ das geplante Dark-Universe ja zerstört hat, bevor es überhaupt anfangen konnte, kommt jetzt mit „Der Unsichtbare“ eine nächste Neuverfilmung des Stoffes – mit Elisabeth Moss und unter der Regie von „Saw“-Schöpfer Leigh Whannell)

März

  • A Quiet Place 2 (eigentlich will ich den gar nicht sehen, ich war schon kein so großer Fan vom ersten Teil… aber gucken werde ich ihn am Ende wahrscheinlich trotzdem)

April

  • James Bond: No Time To Die (Bond Nr. 25 und der letzte mit Daniel Craig – hoffentlich verabschiedet er sich ordentlich)
  • Lucy in the Sky (Natalie Portman steigt ins Weltraum-Genre mit ein und der Trailer sieht vielversprechend aus)
  • X-Men: New Mutants (ich habe das Gefühl, ich schreibe diesen Film seit zig Jahren immer wieder auf meine To-See-Liste – mal gucken, ob er dieses Jahr dann endlich kommt)
  • Black Widow (dieser Film kommt einfach mal Jahre zu spät… angucken werde ich ihn mir trotzdem, aber er ist einfach viel zu spät dran)

Mai

  • Antebellum (der creepy Trailer sieht herrlich creepy aus – könnte vielleicht so ein kleines Horror-Highlight des Jahres werden)
  • Fast and Furious 9 (sorry, ich weiß, die Dinger werden einfach immer dümmer, aber ich kann nicht anders – ich hab angefangen, ich muss das auch zu Ende bringen, egal wie lange es dauert)
  • Spongebob Schwammkopf 3 (ich liebe die Spongebob-Filme – und der dritte Teil hat Keanu Reeves als sprechender Busch, was will man eigentlich noch mehr?)

Juni

  • Wonder Woman 1984 (Teil 1 war toll, Gal Gadot ist die perfekte Diana Prince – was soll da noch schief gehen mit dem zweiten Teil?)

Juli

  • Free Guy (langsam nimmt es etwas Überhand mit Ryan Reynolds, aber die Chance mit „Free Guy“ gebe ich ihm noch)
  • The Purge 5 (ähnlich wie mit der Fast-Reihe: ich habe das jetzt angefangen, ich bringe es auch zu Ende – und angeblich soll Teil 5 ja auch der letzte sein… wer’s glaubt…)
  • Minions: The Rise of Gru (ich gehöre zu denen, die den Minions-Film sehr mochten, wie könnte ich da den Nachfolger ignorieren?)
  • Top Gun: Maverick (keine Ahnung, was Tom Cruise noch bieten will, aber ich bin dabei)
  • Tenet (Christopher Nolan is back… in etwas, das aussieht wie „Inception 2.0“ jetzt nur mit Zeitreisen oder so – keine Ahnung, was es wird, aber ich will es sehen)
  • Morbius (der nächste Zugang zum Spider-Verse mit Jared Leto als Vampir – na mal schauen, vielleicht führen sie da ja auch gleich noch Blade neu ein)

August

  • Ghostbusters: Legacy (uff… nach dem Ghostbusters 2016 Fiasko soll es nun Jason Reitman richten, der erste Trailer hat mich nicht so begeistern können, weswegen ich nur vorsichtig optimistisch bin)

September

  • Monster Hunter (irgendwie mag ich den Quatsch, den Paul W.S. Anderson macht – nach „Resident Evil“ schnappt er sich das nächste Spiel und naja… ich glaube, das könnte so richtig Mist werden)
  • Conjuring 3 (endlich kommt der dritte Teil – ich mochte Teil 1 und Teil 2 sogar noch mehr… hoffentlich wird das auch ohne James Wan was, der ja nur noch als Produzent mit dabei ist)
  • The King’s Man: The Beginning (sieht witzig aus… mehr kann ich dazu im Moment nicht sagen)
  • Last Night in Soho (Edgar Wright will nach „Baby Driver“ einen echten Horror-Film in die Kinos bringen – count me in!!!)

Oktober

  • Soul (erst ließ uns Pete Docter in „Inside Out“ in die Gefühlswelt eintauchen, jetzt will er uns was von der Seele und dem Tod erzählen – ist von Pixar, wird geguckt)
  • The Many Saints of Newark (ich liebe „Die Sopranos“ und das soll jetzt das Prequel sein – ich bin sehr skeptisch, weiß aber schon jetzt, dass ich mir das anschauen werde)
  • BIOS („Game of Thrones“-Regisseur Miquel Sapochnik macht mit Tom Hanks einen Film über einen Mann, der einen Roboter erfindet, der nach seinem Tod auf seinen Hund aufpassen soll… kann man sich ja mal vormerken)
  • Halloween Kills (der Vollständigkeit halber werde ich mir auch die Fortsetzung zum neuen „Halloween“ anschauen, aber nur der Vollständigkeit halber)

November

  • Eternals (nach „Endgame“ ist das MCU für mich eigentlich fertig, ob „Eternals“ mich vom Gegenteil überzeugen kann, wird sich zeigen)
  • Godzilla vs. Kong (oh ja, oh ja, oh ja… das sollen die nicht verkacken… aber gut, bei der Vorlage der Japaner von 1962 kann das ja nur besser werden)

Dezember

  • Der Prinz von Zamunda 2 (Eddie Murphy hat gesehen, dass alle altes Zeug aufkochen, also kramt er seinen Prinz aus Zamunda wieder hervor – auweia, aber gut… schauen wir mal)
  • Uncharted (ich liebe die Spiele und habe jetzt schon Angst vor diesem Film…)
  • West Side Story (Steven Spielberg gönnt sich auch ein Remake… aber da „West Side Story“ zu den wenigen Musicals gehört, die ich mag, werde ich dem Ganzen eine Chance geben)
  • DUNE (der Film, auf den ich mich dieses Jahr wohl am meisten freue… Denis Villeneuve hat bisher noch immer abgeliefert)

Filme (noch) ohne Starttermin:

  • Color out of Space (Nic Cage in einer Lovecraft-Verfilmung von dem Typen der „Dust Devil“ gemacht hat – das will, nein, das MUSS ich sehen)
  • Deerskin (Quentin Dupieux‘ neuester Werk mit Jean Dujardin, der eine Wildlederjacke will)
  • Gretel and Hansel (der Sohn von Anthony Perkins, Osgood Perkins, dreht eine neue Horror-Version des Grimm-Märchens und der Trailer sieht verdammt trippy aus)
  • Antlers (ein weiterer Horror-Film, der zumindest vom Trailer echt was hermacht)
  • Promising Young Woman (Carey Mulligan in einem etwas anderen Rachefilm… klingt gut, sieht interessant aus)

In diesem Sinne wünsche ich euch ein frohes Neues Jahr… ganz viele gute Filme, ganz viele gute Erinnerungen und auf das alle Vorsätze in Erfüllung gehen mögen (ich will endlich Gitarre spielen lernen).

2019

30. Dezember 2019

Ich muss wirklich sagen, ich bin froh, dass ich dieses Jahr jetzt bald hinter mir lassen kann. Es gibt nicht sonderlich viele Dinge, die mich in diesem Jahr glücklich gestimmt haben – was vor allem an meinem halben Jahr „Quälen mit Bandscheibenvorfall“ liegt. Dafür bin ich dankbar für all diejenigen, die mich in dieser Zeit – in welcher Form es ihnen auch möglich war – aufgebaut haben. Zwar ärgert mich mein Rücken auch jetzt noch hier und da, aber ich hoffe, dass mir das allzu schnell nicht wieder passiert.

Aber gut… das gehört der Geschichte an, genau wie all die Filme und Serien, die ich in diesem Jahr geguckt habe. Wie es sich für das Ende des Jahres gehört, gibt es natürlich auch von mir einen kleinen Jahresrückblick. Immerhin habe ich es auf wundersame Weise geschafft, fünf Filme mehr im Kino zu schauen als letztes Jahr, womit ich für 2019 eine runde 50 präsentieren darf. Dabei waren große Gurken, große Überraschungen und natürlich zahlreiche Lieblingsfilme.

Überraschungshit I

Als es hieß, „Hangover“-Regisseur Todd Philips würde einen Film über den Joker drehen, war ich mehr als nur skeptisch. Als es dann auf einmal überall den Aufschrei gab, der Film sei gefährlich und schon jetzt die Blaupause für jeden bekloppten Amok-Läufer, war ich neugierig… und insgesamt war ich verdammt positiv überrascht, wie unglaublich gut „Joker“ mit Joaquin Phoenix ist. Es ist ein bedrückendes Psychogramm einer verlorenen Seele, die durch alle nur erdenklichen Umstände zum Psycho-Clown wird, den wir als Batmans Erzfeind kennen. Krasser Film, der selbst Nicht-Comic-Film-Fans gefallen dürfte.

Warum wurden sie nur nicht beachtet?

In dieser Kategorie habe ich dieses Jahr gar nicht wirklich viel, da selbst die kleineren Filme, die ich geguckt habe, großes Aufsehen erregt haben. Tatsächlich fällt mir nur „Welcome to Marwen“ ein – mit Steve Carell. Robert Zemeckis verknüpft Animation mit realem Drama in der Verfilmung der Geschichte des „Puppenfotografen“ Mark Hogencamp. Ein kleiner, sehr rührender Film, der definitiv ein wenig mehr Beachtung verdient hätte.

Obwohl… einen hätte ich noch „Scary Stories to tell in the Dark“. Kleiner, feiner Gruselschocker, der für den ein oder anderen definitiv zu einem Halloween-Must-See werden dürfte.

Fiesestes Filmfiasko

Cats“. Punkt! 2019 verabschiedet sich bei mir mit dem vielleicht merkwürdigsten und anstrengendsten Kino-Erlebnis überhaupt. Meine Güte, dieser Film ist eine Katerstrophe sondergleichen. Das sind 2 Stunden Fremdschämen pur. Wirklich Horror pur…

Mein erstes Mal

Der deutsche Film hat bei mir ja wirklich sehr zu leiden. Ich bin seit zig Jahren für keinen deutschen Film mehr ins Kino gegangen, doch dieses Jahr war es dann mal wieder soweit… und „Systemsprenger“ hat mich dann in jeder Hinsicht vom Stuhl gehauen. Was für ein Film! Was für ein tolle Regie-Arbeit von Nora Fingscheidt! Was für eine Performance von Helena Zengel! Dieser Film hat kleine, feine Momente, haut einem dann voll in die Fresse, nimmt sich wieder zurück… „Systemsprenger“ ist eine Achterbahn-Fahrt der Gefühle und so ein kleiner, kraftvoller Film. So darf mich der deutsche Film gerne häufiger überraschen.

Visuelles Highlight

Diese Kategorie wird manchmal echt schwer auf die Probe gestellt. Gerade in diesem Jahr habe ich nicht soooo viele Filme gesehen, die mich rein optisch vom Hocker gerissen haben. Aber es gibt immer einen Film, der es doch schafft. In diesem Jahr geht diese Kategorie für mich ganz klar an die Kamera-Arbeit von Claire Mathon in Céline Sciammas kleinem Meisterwerk „Porträt einer jungen Frau in Flammen“. Jede Einstellung ist inszeniert wie ein Porträt, ein Stillleben, ein Landschaftsbild – jede Einstellung wäre es wert, auf Leinwand irgendwo an der Wand zu hängen – jede Einstellung ist hier ein kleines, episches Meisterstück. Allein optisch ist dieser Film wirklich aufregend!!!

Hätte ich doch lieber nicht geguckt

Ich liebe Stanley Kubricks „The Shining“. Seit „The Haunting of Hill House“ bin ich auch ein großer Fan von Mike Flanagan… und Ewan McGregor sehe ich sowieso immer gerne. All das wurde dieses Jahr in der Verfilmung von Stephen Kings Fortsetzung zu „The Shining“: „Doctor Sleep“… puh, was für ein Film!!! Leider nicht im positiven Sinne… dieses Ding hat mich echt gequält. Story viel zu lang, die Charaktere viel zu platt, dieses Fantasy-Gedöhns rund um diese Shining-Sauger voll merkwürdig, die Hommage an Shining war da noch das Netteste, was ich über diesen Film sagen kann.

Überraschungshit II

Ich lief auf meinem Weg zur Arbeit immer an dem Plakat zu „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ vorbei – und dachte mir: „Cooler Titel!“. Auf Arbeit selbst zeigte mir meine Kollegin dann mal den Trailer… und da dachte ich mir: „Sieht cool aus!“ Über weitere Zufälle kam es dann irgendwie, dass ich den Film tatsächlich gucken ging – und meine Güte, was war ich hin und weg von diesem Film. Rein optisch schon ein Fest, überzeugten dann auch die beiden Hauptdarstellerinnen, das Drehbuch und einfach alles. Toller, nein… großartiger Film!!!

Trickreich

Animationstechnisch war dieses Jahr das schwächste – zumindest aus meiner Sicht. Wirklich viel gesehen habe ich nicht. Amazons „Undone“ fand ich als Serie in diesem Rotoskopie-Animationsstil sehr, sehr toll. Aber im Kino war dieses Jahr für mich nicht so viel dabei. „Ralph reicht’s 2“ fand ich zwar als Film toll, wirklich aufregend trickreich fand ich den jetzt aber nicht. Da muss ich den Pokal in dieser Kategorie doch tatsächlich mal an Netflix weitergeben, die mich mit dem feinen Weihnachtsfilm „Klaus“ wirklich mehr als nur schwer beeindruckt haben.

Comeback des Jahres

Ich weiß nicht, ob man es Comeback nennen kann, weil er ja eigentlich nie so richtig weg war… aber wenn ich es so nennen müsste, würde ich sagen, 2019 war das Jahr des Brad Pitts. Erst kam er fulminant mit Tarantinos „Once Upon A Time In… Hollywood“ auf die große Leinwand zurück; später dann mit dem nicht ganz so fulminanten „Ad Astra“. Aber er war wieder da… und gerade wegen dem Tarantino-Auftritt haben alle wieder über ihn gesprochen (und ganz ehrlich, wenn ich mit über 50 auch noch mein Shirt ausziehen kann wie er, wäre ich schon sehr dankbar)

Hochgelobt und doch enttäuscht

Hier könnte ich zwei Filme nennen. Zum einen wäre das für mich „The Irishman“ – ein Film, auf den ich mich sehr gefreut habe. Ein Film, bei dem ich froh war, dass auch alle Kritiker den so lobend aufnahmen… und am Ende war es ein Film, der mich nach der Hälfte echt sehr gelangweilt hat. Viel schlimmer enttäuscht hat mich aber Ari Asters Zweitling „Midsommar“. Ich liebe „Hereditary“ – für mich einer der gruseligsten und atmosphärischsten Horror-Filme der letzten Jahre… aber dieses „Midsommar“??? Nein, sorry… das war überhaupt nicht meins. Im Nachhinein habe ich zwar ein bisschen über die Intentionen und all das gelesen, was den Film aber leider auch nur geringfügig besser gemacht hat.

Comic-Film des Jahres

„Joker“ war toll, ist für mich aber schon fast eine ganz andere Kategorie von Comic-Film. „Shazam!“ war witzig, aber am Ende doch auch nichts überraschendes. „Captain Marvel“ fand ich leider eher belanglos und Spidey war halt da und ganz nett. Der König der Comic-Filme ist für mich in diesem Jahr ganz, ganz klar „Avengers: Endgame“. Ein großartiger Film, der gleichzeitig ein würdevolles Ende der ersten 3 Phasen des MCUs abliefert. Ich hatte tausend Theorien und trotzdem hat es dieser Film noch geschafft, mich zu überraschen. Einziges „Problem“: Jetzt bin ich auch wirklich gesättigt… und alles, was jetzt kommt, wird wahrscheinlich sehr hart kämpfen müssen, um noch wirklich interessant zu werden.

Serie des Jahres

Ich will eigentlich nicht schon wieder „The Dragon Prince“ schreiben müssen (so wie im letzten Jahr), aber die dritte Staffel war schon verdammt gut!!! Wenn ich mich auf eine Serie aus diesem Jahr festlegen muss, dann würde ich doch soweit gehen und sagen, dass mir „The Witcher“ als Neuzugang im Serien-Meer am besten gefallen hat (ausführliche Besprechung der Serie kommt noch)

… und wie immer folgt hier noch die obligatorische Top 10 für dieses Jahr:

10 – Avengers: Endgame

09 – Systemsprenger

08 – The Favourite

07 – Marriage Story

06 – Green Book

05 – Once Upon A Time In Hollywood

04 – Parasite

03 – Star Wars: The Rise of Skywalker

02 – Porträt einer jungen Frau in Flammen

01 – Burning

Wie sieht’s bei euch aus? Was waren eure Tops und Flops?

Tja, das war 2019 in Filmen… hoffentlich wird nächstes Jahr wieder genau so vielseitig. Ich bin gespannt!!!

Singende Katzen im Mondschein

27. Dezember 2019

2019 ist fast vorbei… und ich muss sagen, Film-technisch gesehen, kann ich sehr zufrieden sein. Durch meinen langen Ausfall wegen dem Bandscheibenvorfall hatte ich schon Angst, ich würde keine guten Filme mehr zu Gesicht bekommen… doch die meisten tollen Filme kamen eh erst zum Ende des Jahres heraus, weswegen ich nicht wirklich viel verpasst habe. Ich habe mich also ganz gut gefühlt mit meiner Kino-Bilanz (die ich demnächst auch noch einmal – wie es sich gehört – ausführlicher niederschreiben werde)… doch wenn alles gut und schön verläuft, lauert irgendwo im Hintergrund noch etwas und wartet nur auf den passenden Moment. Fast ist das Jahr vorbei, aber nicht, bevor ich nicht noch den verstörendsten Film des Jahres zu Gesicht bekomme: die von Tom Hooper Verfilmung des Musicals „Cats“.

Die junge Katze Victoria (Francesca Hayward) wird ausgesetzt und landet bei den Jellicle Cats. Der Kater Mr. Mistoffelees (Laurie Davidson) freundet sich mit ihr an und nimmt sie mit… denn für die Katzen bricht eine besondere Nacht an. Die weise, alte Katze Old Deuteronomy (Judy Dench) fällt aus allen Katzen eine aus, die in himmlische Sphären aufsteigen und wiedergeboren wird. Um sich dafür zu qualifizieren, singen und tanzen verschiedene Katzen und Kater nun vor… und der fiese Kater Macavity (Idris Elba) versucht mit unlauteren Mitteln, die Konkurrenz aus dem Weg zu räumen.

Ich kenne das Musical „Cats“ selbst überhaupt nicht, deswegen war mir vorher auch nicht bewusst, dass das eigentlich mehr eine Nummern-Revue ist. Ich hatte mit einer „richtigen“ Story gerechnet, aber es ist halt wirklich nur „Katzen suchen den Superstar“. Eine Gesangsnummer geht schnell in die nächste über und das war’s. Allein das war mir persönlich schon zu viel… ich bin ja eh schon nicht der größte Musical-Fan, aber wenn, dann brauche ich auch gesprochene Worte in meinem Musical. Hier ist es ähnlich wie schon in Hoopers „Les Miserables“: Das gesprochene Wort ist nichtig. Alles muss gesungen werden. Aber gut… das ist ja alles noch okay, damit könnte ich ja irgendwie noch leben, wenn der Rest nicht so verwirrend-verstörend wäre.

Tom Hooper erschafft einen merkwürdigen visuellen Film, der unheimlich ist. Diese animierten anthropomorphen Katzenwesen waren schon mal eine Sache. Ich weiß nicht, was mich mehr verstört hat: Judy Dench als Katze im Körbchen, die lasziv das Bein in die Luft streckt, Ian McKellen, der Wasser aus einer Schale schleckt oder Tatsache, dass diese ganzen Katzen sehr merkwürdig sexualisiert waren. Irgendwie hätte ich mir mehr gewünscht, sie hätten aus dem ganzen Ding wirklich einen Animationsfilm gemacht und gut… das wirkt so entfremdet und vertraut zugleich.

Es ist für mich ein komisches Gefühl gewesen, dass ich nicht wirklich in Worte fassen kann. Auf der einen Seite wird wahnsinnig viel CGI dafür verwendet, um die ganzen Stars wie Katzen aussehen zu lassen, im nächsten Moment halten die aber „Abfall-Reste“ zum Fressen in der Hand, die ganz, ganz deutlich aussehen wie Plastik. Dazu kommt, dass die Sets manchmal wirken wie aus einem schlechten Schrumpf-Film-Set… und ich weiß nicht, ob das beabsichtigt war oder nicht, aber das wirkte so surreal, dass ich – in Verbindung mit den nicht weniger surrealen Katzen-Menschen – nicht wirklich damit klarkam.

Dazu kommt für mich leider auch, dass ich mit den Songs nichts anzufangen wusste. Abgesehen von „Memory“ kannte ich vorher keinen und wenn man mich jetzt fragen würde, könnte ich höchsten noch den „Macavity“-Song von Taylor Swift als etwas erwähnen, an das ich mich erinnern kann. Ansonsten blieb da bei mir nichts hängen. Selbst der Mix aus Ballett, Modern Dance und Ausdruckstanz war mir zu viel und zu wenig zugleich. Ich kann mir sowas durchaus gerne anschauen, aber in diesem Film hat das nichts zu bieten. Das wird von Hooper weder opulent noch feinfühlig dargestellt, sondern einfach langweilig. Da kommt nichts so richtig zur Geltung oder sticht heraus.

Ich glaube, „Cats“ hätte schon ein interessanter Film werden können, aber ist leider meilenweit davon entfernt. So ist es einfach nur ein verstörendes Film-Erlebnis, in dem namenhafte Stars verzweifelt versuchen, ihre innere Katze nach außen zu bringen. Und das fördert aber eher Fremdschämen zutage als alles andere (siehe den schleckenden Ian McKellen oder die sich räkelnde Judy Dench – um nur einige Beispiele zu nennen).

Wertung: 2 von 10 Punkten (das anstrengendste Kino-Erlebnis des Jahres… und das leider nicht im positiven Sinne)