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Wer ist Sauron?

23. November 2022

Ich will im Zusammenhang mit „DER HERR DER RINGE: DIE RINGE DER MACHT“ gar nicht über den ganzen Scheiß reden, der da im Vorfeld und auch währenddessen im Internet abging. Da sind so viele Armutszeugnisse ausgestellt worden, das will ich gar nicht wiederholen oder „würdigen“, in dem ich meine Zeit noch mehr damit verschwende. Ich fand’s und finde es nach wie vor schade, dass sehr viele Leute einfach schon direkt sehr negativ an die Serie rangegangen sind… nur weil Aussagen der Macher ihnen nicht gefallen haben oder weil sie die ersten Trailer nicht toll fanden. Und natürlich muss sich die Serie im Vorfeld mit Peter Jackson und seiner großartigen „Herr der Ringe“-Trilogie messen, aber trotzdem hat die Serie diesen ganzen krassen Hass einfach nicht verdient. War es clever, das Ganze gleichzeitig mit „House of the Dragon“ rauszubringen, wahrscheinlich nicht – aber es hat ja auch keiner ahnen können, dass selbst die „Game of Thrones“ Staffel 8 Hater plötzlich wieder Gefallen an Westeros finden. Aber wie gesagt… das ist trotzdem kein Grund so hart mit „Die Ringe der Macht“ ins Gericht zu gehen.

Wir schreiben das Zweite Zeitalter. Der Kampf gegen den bösen Morgoth hat viele Opfer gefordert, doch das Böse wurde endlich besiegt. Nur ist damit noch lange nicht sicher, dass Frieden herrschen wird. Die Kriegerin Galadriel (Morfydd Clark) ist sich sicher, dass Sauron, die rechte Hand Morgoths, immer noch da draußen ist und sich darauf vorbereiten, wieder zu zuschlagen. Weder der hohe König der Elben Gil-galad (Benjamin Walker) noch ihr bester Freund Elrond (Robert Aramayo) wollen auf sie hören… zumal Elrond mit einem geheimen Auftrag zum Schmied Celebrimbor (Charles Edwards) geschickt wird und dazu seine Freundschaft zum Zwergenprinz Durin (Owain Arthur) wiederherstellen muss. Währenddessen sehen sich die Menschen in den Südlanden einer Ork-Bedrohung gegenüber.

Und das ist gefühlt nur die Story der ersten beiden Folgen. Das Inselkönigreich Numenor wird hier das erste Mal auch groß eingeführt. Hier kommen dann noch Isildur (Maxim Baldry) und sein Vater Elendil (Lloyd Owen) sowie die Königinregentin Miriel (Cynthia Addai-Robbinson) dazu. Und wir haben natürlich noch Hobbits, die hier Harfüße heißen und die junge Nori (Markella Kavenagh) findet einen Fremden (Daniel Weyman), der vom Himmel gefallen ist. Dann habe ich die Heilerin Bronwyn (Nazanin Boniadi) und den Elb Arondir (Ismael Cruz Cordova) noch vergessen und noch ne ganze Menge mehr…. Und hier sind wir dann vielleicht schon beim größten Problem, dass die erste Staffel von „Die Ringe der Macht“ hat: Sehr, sehr, sehr viele Charaktere und sehr, sehr viele Handlungsstränge, die alle erst einmal losgelöst voneinander funktionieren. Was sich leider etwas schwierig gestaltet, weil wir so nie richtig Zeit mit den Figuren verbringen und die es dann auch etwas schwer haben, sich so richtig entwickeln zu können. Ich mochte zum Beispiel alles rund um Bronwyn und Arondir, aber die Serie hat einfach keine Zeit, diese Geschichte wirklich gut auszubauen. Auch Harfüßin Nori mochte ich wirklich sehr gerne, aber ihr Charakter wird eher dadurch entwickelt, dass andere Charaktere uns erzählen, was für ein Freigeist Nori doch ist. Auch das ist etwas, was schade ist… was aber der Vielfalt an Charakteren geschuldet ist.

Galadriel, unsere Hauptfigur, ist eine von Rache getriebene Kriegerin… nur schade, dass wir mehr über sie eigentlich nicht erfahren. Sie ist eine gute Kriegerin, eine gute Strategin, hat eine starke Bindung zu ihrem Bruder und auch zu Elrond, aber das war’s. Ich mag Morfydd Clark in der Rolle wirklich gerne und sie ist auch wirklich gut, nur ihre Galadriel bleibt auch etwas blass zurück.

Das war jetzt sehr viel Negatives… und das, obwohl ich die Serie wirklich sehr gerne geguckt habe. Was die Macher hinter „Die Ringe der Macht“ nämlich wirklich toll hinbekommen haben, ist das World Building. Es ist einfach toll, wieder in Mittelerde zu sein und es sieht einfach fantastisch aus. Die Sets sind so episch, wie man sich das nur wünschen kann. Gerade Numenor ist sehr beeindruckend, aber auch der Rest… einfach nur Wahnsinn. Khazad-dum zu seiner Glanzzeit zu sehen ist unglaublich (und dabei muss ich gleich sagen, dass alles rund um die Zwerge einfach nur toll gewesen ist. Durin ist der Hammer, seine Frau Disa, gespielt von Sophia Nomvete, ist spitze und gerade hier auch die Beziehung zwischen Zwergen und Elben zu sehen, hat Spaß gemacht).

„Die Ringe der Macht“ ist in seiner ersten Staffel sehr viel „style“, aber mit etwas zu wenig „substance“… aber man muss Staffel 1 letztendlich als eine Art überlangen Prolog betrachten, in dem einfach sehr viel aufgebaut wird. Die größte Frage der ersten Staffel ist natürlich: Wer ist Sauron? Damit spielt die Serie sehr offensichtlich (was man dann auch im Finale merkt), aber es hat trotzdem Spaß gemacht, zu rätseln. Ist es der mysteriöse Halbrand (Charlie Vickers)? Ist es der Fremde? Ist es Adar? Ist es Theo, der Sohn von Bronwyn? Man hat viele Verdächtige, aber am Ende kann es nur einer sein… ich gebe zu, ich war mit der Offenbarung dann ein bisschen enttäuscht, einfach weil es zu offensichtlich gewesen ist, aber das kreide ich der Serie jetzt nicht an. Denn das Finale liefert genug, um Lust auf Staffel 2 zu machen.

Aber da sind wir wieder bei dem: Das Ganze war jetzt einfach ein sehr, sehr langer Prolog… ich hoffe, dass die Serie in Staffel 2 mehr an Fahrt aufnimmt. Was gut möglich ist, weil jetzt nicht mehr ständig Charaktere aufgebaut werden müssen. Und wir dann wirklich voll und ganz in der Story aufgehen können.

„Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ ist ein etwas holpriger Start, der aber das Mittelerde-Feeling gut aufleben lässt und wenn man sich davon mitreißen lassen kann, erlebt man schönes High-Fantasy mit viel Potenzial für die kommenden Staffeln.

Wertung: 7 von 10 Punkten (da ist noch Luft nach oben)

2 Kommentare leave one →
  1. 23. November 2022 08:07

    Wie erwartet sehen wir die Serie ganz ähnlich. Nur dass ich mit meinen Punkten etwas großzügiger war. 😉

    • donpozuelo permalink*
      24. November 2022 11:05

      😁👍 Ja, ich bin einfach etwas kritischer am Ende gewesen. Aber es gibt ja einfach echt viel Potenzial und Luft nach oben.

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