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Der Porno-Star von nebenan

19. September 2022

In Teenie-Komödien geht es meist immer nur ums eine: Sex. Protagonist X ist in den meisten Fällen nicht gerade der beliebteste, aber irgendwas Charmantes muss er/ sie haben, damit er/ sie am Ende bekommt, was ihm/ ihr zusteht. In erster Linie ist das immer Sex, in zweiter Linie natürlich die große Liebe. Jetzt habe ich einen Film gefunden, der auch all das ist, aber sich irgendwie doch nicht so ganz als Teenie-Komödie beschreiben lässt.

In „THE GIRL NEXT DOOR“ lernt Musterschüler Matthew (Emile Hirsch) seine neue Nachbarin kennen und verliebt sich sofort in sie: Danielle (Elisa Cuthbert). Die beiden kommen sich auch relativ schnell näher, doch als Matthew seine Angebete seinen beiden Freunden Eli (Chris Marquette) und Klitz (Paul Dano) vorstellt, erweist sich das nachträglich als großer Fehler. Eli, ein begeisterter Fan von Porno-Filmen, macht nämlich eine Entdeckung: Danielle ist eine Porno-Darstellerin. Das macht Matthews Leben nicht gerade leichter, weil er sich erst ziemlich dämlich verhält und er es später dann mit Danielles Produzenten Kelly (Timothy Olyphant) zu tun bekommt.

Was würdest du tun, wenn das Mädchen, das du liebst, eine Porno-Darstellerin ist? Das ist die erste große Frage, die sich „The Girl Next Door“ stellt. Und ganz ehrlich, ich bin erstaunt, wie locker Matthew damit umgeht. Ich glaube, ich könnte mir sowas nur sehr schwer vorstellen… mit jemandem zusammen zu sein, der mit sowas sein Geld verdient. Das wäre für mich persönlich dann doch eine harte Grenze, die ich ziehen würde. Aber es geht ja hier nicht um mich, sondern um Matthew. Und der ist über beide Ohren verliebt und macht alles, um seiner Danielle wieder näherzukommen. Selbst als sie quasi wieder gezwungen wird, ins Geschäft einzusteigen, ist Matthew da. Sehr passend für so eine RomCom… das Problem ist nur, dass beides nie so wirklich richtig zu diesem Film passt.

Romantisch ist er nur zum Teil. Ein bisschen Liebe auf den ersten Blick, einige heroische (wenn auch dumme) Aktionen von Matthew, um Danielle zu helfen und am Ende das große Happy End, sprich: Liebe und Sex. Doch so wirklich Romantik will nicht aufkommen. Ja, Elisa Cuthbert ist natürlich schon zuckersüß und man kann schon verstehen, dass sie einem gut den Kopf verdrehen kann. Aber ihre große Romanze mit Matthew wirkt halt sehr gewollt. Aber gut, das sind dann eben die Klischees, denen dieser Film nur zu gerne folgt.

Komisch ist „The Girl Next Door“ leider auch nie so richtig. Im Gegenteil, ich finde, der Film hat arge Schwierigkeiten, den Ton zu halten. Auf der einen Seite soll es eben so eine lockere Teenie-Komödie über Liebe und Sex sein, auf der anderen Seite nimmt der Film teilweise merkwürdige Umwege. Nehmen wir nur einmal Timothy Olyphants Kelly. Der versucht immer irgendwie lustig zu sein, aber am Ende ist er ein Zuhälter, der ein junges Mädchen in die Porno-Industrie zwingt, der Matthew schlägt und beklaut und ihn dazu bringt, für ihn kriminell zu werden. Gerade an der Figur von Kelly hängt sich dieser Film immer wieder auf. Weil er dann eben manchmal doch zu krass ist.

Dazu kommt dieses ganze Porno-Thema, was dann vielleicht doch ein bisschen zu krass ist, wenn es um eine einfache, seichte Teenie-Komödie geht. Gut, andere Filme wie zum Beispiel „Risky Business“ mit Tom Cruise sind ja ähnliche Richtungen gegangen (er baut da ja im Grunde ein Bordell auf), aber irgendwie passt das einfach nicht so zusammen. Das ganze Thema rund um Danielle und Kelly und die Porno-Industrie ist dann doch ziemlich hart, wenn man auch nur einmal zwei Sekunden darüber nachdenkt.

Zum Ende kriegt „The Girl Next Door“ zwar gerade noch so die Kurve, aber so eine richtige  Teenie-Komödie  ist das für mich trotzdem nicht.

Wertung: 6  von 10 Punkten (kann man mal machen, ist aber irgendwo ein ziemlich harter Stoff…)

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