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Auf den Spuren des Predators

10. August 2022

Das „Predator“-Franchise hat es echt nicht einfach. Nachdem Arnie 1987 erfolgreich gegen den Jäger aus dem All gekämpft und uns einen der besten Filme aller Zeiten geschenkt hat, hat man immer und immer wieder versucht, aus diesem Monster ein Franchise zu basteln. Was man den Machern dabei echt lassen muss: Sie haben mit jedem Film versucht, etwas Neues zu machen. „Predator 2“ spielte auf einmal im Großstadt-Dschungel von L.A., „Predators“ schickte uns auf den Planeten, auf dem sich unterschiedliche Predators kloppen… und dann kam noch „Predator: Upgrade“, den ich lieber wieder vergessen möchte. Dazwischen gab es dann noch das „Alien vs. Predator“-Schlachtfest, von dem ich zumindest dem ersten Film echt noch was abgewinnen kann. Aber den Glanz des Originals konnte kein Film je wieder einfangen… aber wie bei „Terminator“ kann man den „Predator“ einfach nicht ruhen lassen. Deswegen bekommen wir jetzt ein Prequel, das den einfachen Namen „PREY“ trägt.

Wir befinden uns Nordamerika. Im Jahre 1719 (alle „Predator 2“-Fans sollten bei diesem Datum hellhörig werden, aber dazu später mehr). Die junge Comanche Naru (Amber Midthunder) will sich in ihrem Stamm als Jägerin beweisen, was ihr als Frau natürlich niemand abkaufen will. Auch als sie ihre Stammesmitglieder vor einer vermeintlich großen Gefahr warnen will, hört niemand auf sie. Also macht sie Naru allein auf den Weg, um diesen neuen Jäger zu schnappen. Dabei stößt sie auf den gefährlichsten Predator von allen: weiße Siedler. Und natürlich einen richtigen Predator, der aus dem All gekommen ist, um zu jagen.

Ich muss gestehen, ich war echt skeptisch. Wozu jetzt noch mal den Predator ausgraben und dann auch noch so eine Prequel-Story? So richtig neugierig war ich dann eigentlich nur, als ich hörte, dass Dan Trachtenberg das Ganze übernommen hatte. Sein „10 Cloverfield Lane“ ist immer noch der beste Teil der „Cloverfield“-Reihe und einfach auch so ein toller Film. Vielleicht könnte Trachtenberg dem Predator vielleicht wirklich mal einen neuen Anstrich verpassen.

Und ja, über weite Strecken mochte ich „Prey“ dann doch sehr gern. Trachtenberg liefert atemberaubende Bilder und schickt seine junge Protagonistin in bester „I am Legend“-Manier ganz allein mit Hund auf die große Jagd. Dabei ist es cool zu sehen, wie ähnlich sich sowohl Naru und der Predator doch sind und wie Trachtenberg diese Gemeinsamkeiten der beiden Jäger auch immer wieder zeigt. Wie sie jagen, wie sie Spuren nachgehen oder ihre Verletzungen versorgen.

Interessant ist in „Prey“ auf jeden Fall auch der Ansatz, dass der schlimmere Jäger als der Predator wirklich der weiße Siedler ist – allerdings bleibt es in „Prey“ nur bei diesem Ansatz. Daraus hätte man theoretisch mehr machen können. Eigentlich hätte man auch den Predator an sich rauslassen und sich nur darauf beziehen können, aber dann wäre das hier ein ganz anderer Film geworden. Wenigstens taucht es auf… und liefert dem Predator selbst auch noch ein paar ordentliche Action-Einlagen, in denen der sich richtig austoben darf. Weil immer nur gegen CGI-Tiere kämpfen, wäre auf Dauer auch langweilig geworden.

Oberflächlich betrachtet ist „Prey“ aber auch einfach nur der erste Predator mit amerikanischen Ureinwohnern. Statt Arnie haben wir Naru, die irgendwann auf sich allein gestellt gegen das Monster aus dem All angeht. Dabei muss sie auch Fallen bauen und ihren Kopf benutzen, um gegen dieses Übermonster vorzugehen. Hierbei hätte ich mir allerdings noch ein bisschen mehr gewünscht. Selbst Muskelberg Arnie musste irgendwann auf Finesse umsteigen, Fallen bauen, Köder auslegen. Amber Midthunder ist jetzt kein Arnie, aber geht trotzdem häufiger in den direkten Kampf mit dem Predator, was manchmal etwas surreal wirkt. Allein von der Größe und Kraftverteilung. Da hätte ich mir schon ein bisschen mehr Naru, die Fallenstellerin, etc. gewünscht.

Auch muss man einfach sagen, so ein richtiges Prequel ist „Prey“ jetzt auch nicht. Mehr über die Predator erfahren wir nicht. Nur eben über diese Waffe, die Danny Glover am Ende von „Predator 2“ bekam – und das ist dann wieder so ein Fakt, den ich nicht gebraucht hätte.

„Prey“ ist besser als erwartet, aber auch nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Den kann man sich einmal angucken und das war’s. Für mich ist das einfach einmal mehr der Beweis, dass es man es damals beim Arnie-Film hätte belassen sollen.

Wertung: 6 von 10 Punkten (coole Idee, die mehr Potenzial hat als hier tatsächlich genutzt wird)

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