Zum Inhalt springen

Der Typ mit dem grünen Gesicht

25. Juli 2022

Ich habe vor einiger Zeit mit irgendwem mal über „DIE MASKE“ gesprochen… und musste dabei eingestehen, dass ich das Ganze immer eher mit der Zeichentrickserie aus den 90er Jahren verbunden habe als wirklich mit dem Film mit Jim Carrey. Doch was ich nach wie vor sehr faszinierend finde, ist die Tatsache, wie aus der Comic-Vorlage so etwas familien-freundliches werden konnte. Ich habe mir mal den ersten Omnibus-Band zu „The Mask“ geholt und war über die Brutalität und den bissig-ironischen Ton überrascht. Sprich: Sollte man jemals „Die Maske“ richtig rebooten, würde das eher in die Richtung „Deadpool“ gehen – was den Humor und die Gewalt angeht. Aber das soll jetzt nicht heißen, dass ich die „ursprüngliche“ Maske mit Jim Carrey verteufle. Im Gegenteil… letztens habe ich mir den Film mal wieder angeschaut und war überrascht, wie gut der doch gealtert ist.

Der Bankangestellte Stanley Ipkiss (Carrey) ist ein charmanter, Cartoons liebender, aber doch sehr schüchterner Geselle, der Stress mit so gefühlt jedem hat – egal ob es nun seine Vermieterin ist, der Typ, der sein Auto repariert oder sein Boss. Nur sein Hund Milo und sein bester Kumpel Charlie (Richard Jeni) stehen ihm ein bisschen zur Seite… doch dann passieren drei Dinge, die Stanleys Leben verändern: Erstens, er verliebt sich in die schöne Tina Carlyle (Cameron Diaz), ihres Zeichens Nachtclub-Sängerin und Freundin des fiesen Gangsterboss Dorian (Peter Greene); zweitens, eben dieser Dorian zettelt einen Mafia-Krieg an und drittens, Stanley findet eine magische Maske, die möglicherweise von Loki, dem Gott des Schabernacks selbst, stammt. Wenn Stanley die Maske aufsetzt, verwandelt er sich in einen „Wirbelwind aus Chaos“… um es mal vorsichtig auszudrücken.

„Die Maske“ ist in den frühen 90er Jahren entstanden, funktioniert aber heute noch wunderbar. Gerade, wenn man sich die Effekte anschaut. Wenn Stanley zur Maske wird, kann er ja so ziemlich alles. Er wird zu einer übermächtigen Cartoon-Figur, die sich große Hammer aus der Hose zieht, sich groß und klein machen kann und eben all das kann, was man aus Cartoons so kennt. Ich hatte gerade jetzt beim Schauen so ein bisschen das Gefühl, als hätten sich die Macher rund um Regisseur Charles Russell ein wenig an dem Dschinni aus Disneys „Aladdin“ von 1992 orientiert. Als die Maske wechselt Stanley auf die lustigste Weise Charaktere, wird zu dem von Stanley so geliebten Cartoon-Wolf, wird zur Sprungfeder, zur Flamengo-Tänzer und was nicht noch alles. Hat mich doch sehr an Dschinni erinnert, der ja auch in ähnlich viele verrückte Rollen springt, wenn es gerade irgendwie passt.

Das soll jetzt aber, weiß Gott, keine Kritik sein. Ich fand’s super und hatte gerade damit echt meinen Spaß. Davon hätte ich sogar gerne noch mehr gesehen, aber ich habe gelesen, dass man aufgrund des Budgets doch die ein oder andere noch geplante Szene streichen musste, um nicht noch teurer zu werden. Aber das, was wir in „Die Maske“ an chaotischer Action bekommen, ist wirklich verdammt unterhaltsam… als wenn man die Looney Toones und „Tom & Jerry“ in einen Mixer gehauen hätte. Das Maß an Cartoon-Gewalt wird nie überschritten und findet immer eine sehr witzige Auflösung… so dass das Ganze auch immer noch familienfreundlich bleibt.

Tatsächlich bleibt dann auch der Mann hinter der Maske immer noch erkennbar. Jim Carrey kann sich trotz grüner Farbe im Gesicht wunderbar austoben. Schön ist dabei zu sehen, wie er doch die zwei unterschiedlichen Charaktere balancieren kann: Stanley Ipkiss selbst ist auf seine Weise auch witzig, aber eben diese schüchterne, unterdrückte Art von Witzig. Da ist er ein Mann, der gar nicht weiß, wie er eigentlich nach außen wirkt, weil er sich die ganze Zeit bedeckt hält. Unter der Maske wird Ipkiss halt zu Jim Carrey in Reinform. Da merkt man dann den Mann, der im gleichen Jahr auch „Ace Ventura“ und „Dumm und Dümmer“ gedreht hat. Als Die Maske kann Carrey so wunderbar frei drehen… und es macht einfach nur Spaß, ihm dabei zu zuschauen. Peter Greene funktioniert gut als schmieriger Ganove und eine 22-jährige Cameron Diaz gibt hier ihr Schauspiel-Debüt… das sich aber mehr darauf beschränkt, einfach nur hübsch zu sein. Ihr erster Auftritt im Film macht sie ein bisschen zur wahr gewordenen Jessica Rabbit, aber das passt dann wieder zu Stanleys Obsession mit alten Cartoons. Dennoch hat Diaz hier in diesem Film nicht sonderlich viel zu tun… ich hätte es zum Beispiel aber verdammt witzig gefunden, wenn sie auch mal die Maske aufbekommt. Aber gut…

Insgesamt ist „Die Maske“ einfach echt gut gealtert. Die Effekte funktionieren, weil sie die Story gut unterstützen und ausbauen. Carrey ist in Top-Form. Da muss ich sagen, ist es fast schon schade, dass es nie zu einer Fortsetzung kam. Aber vielleicht ist das auch besser so…

Wertung: 8 von 10 Punkten (unterhaltsamer Klamauk, der gekonnt Action und Cartoon verbindet und Jim Carrey gut fordert)

No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

%d Bloggern gefällt das: