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Serienmörder-Körpertausch

24. Juni 2022

Wenn mir mal irgendwann jemand gesagt hätte, ich würde Vince Vaughn cool finden, hätte ich schon eher ziemlich laut gelacht. Vaughn war für mich halt immer einer dieser Komödien-Darsteller, der aber auch nie lustig genug (in meinen Augen) war, um durch irgendeine Rolle im Gedächtnis zu bleiben. Auch ein Vince Vaughn hat das offensichtlich irgendwann eingesehen und sich für einen Richtungswechsel entschieden. Dieser Wechsel war schon ziemlich krass – und ist auch definitiv etwas, was einem im Gedächtnis bleibt. Als ich das erste Mal seinen „Brawl in Cell Block 99“ sah, war ich einfach nur fertig. Dieser Film allein ist schon verdammt schwere Kost, aber Vaughn ist darin auch so gut, dass ich es gar nicht fassen konnte, dass das wirklich Vaughn ist. Jetzt gibt es aber endlich mal einen Film, der wieder auf Vaughns komödiantisches „Talent“ (wie gesagt, so wirklich habe ich es nie gesehen) anspielt und wunderbar funktioniert: „FREAKY“.

Millie Kessler (Kathryn Newton) hat es an ihrer Highschool nicht unbedingt leicht. Seit dem Tod ihres Vaters hat sie sich sehr zurückgezogen und wird deswegen als Sonderling verlacht und gemobbt. Nur ihre beiden Freunde Josh (Misha Osherovich) und Nyla (Celeste O’Connor) halten zu ihr. Millies Leben ändert sich aber drastisch, als sie dem Blissfield Butcher (Vince Vaughn) gegenübersteht, der sie natürlich töten möchte. Dummerweise hat er sich dafür einen alten, aztekischen Opferdolch als Waffe gewählt, der magische Fähigkeiten hat. Als der Butcher Millie damit erstechen will, greifen die Mächte ein… und Millie tauscht mit dem Killer den Körper. Somit läuft ein Killer nun in dem Körper eines Teenie-Mädchens durch die Gegend, während Millie mit dem Körper eines alten Mannes klarkommen muss.

Körpertausch-Komödien sind ja nicht mehr so unbedingt der Bringer. Zuletzt war „Your Name“ noch eine wirklich schöne Überraschung in diesem Subgenre, ansonsten fallen mir auf Anhieb nicht sonderlich viele Filme dieser Art ein, die ich groß weiterempfehlen würde. Jetzt habe ich aber einen neuen, nämlich „Freaky“.

Zum einen liegt das natürlich an der Prämisse. Körpertausch mit einem Serien-Killer ist, soweit ich das beurteilen, auch noch nicht dagewesen. Und das Ganze reiht sich eigentlich ziemlich gut in die Filmografie von Regisseur und Autor Christopher Landon ein. Ähnlich locker und amüsant wie jetzt in „Freaky“ hat er ja auch schon in „Happy Deathday“ das Konzept Zeitschleife a la „Täglich grüßt das Murmeltier“ mit einem Killertwist versehen. In „Freaky“ funktioniert das auch unglaublich gut. Der Film wahrt eine erstaunliche gute Balance, wenn es um Komik und Brutalität geht. Die Eröffnungssequenz hätte aus einem der „Scream“-Filme stammen können… hier zeigt Landon dann auch, dass er a) nicht lange fackelt und b) auch nicht gerade zimperlich umgeht. Die Gewalt hält sich in „Freaky“ zwar in Grenzen, wenn es dann aber mal zur Sache geht, dann ordentlich… um nur mal so viel zu sagen.

Zum anderen liegt das natürlich an Vince Vaughn… und ich sage das jetzt so bezogen auf ihn, weil Kathryn Newton als Teenie mit Killer im Körper einfach nur Terminatrix spielt, grimmig guckt, kaum ein Wort sagt und einfach nur töten will. Vince Vaughn hat da die viel interessante Aufgabe… nämlich ein verunsichertes, introvertiertes Mädchen zu spielen. Was er gut genug macht, ohne dass das Ganze zu einer albernen Farce wird. Aber von seinen Bewegungen her, von seiner Sprache und einfach von seinem ganzen Schauspiel geht Vaughn unglaublich gut und auch sehr glaubwürdig in dieser Rolle auf. Er sorgt schon für ein paar tolle Lacher und verleiht dieser Körpertausch-Killer-Komödie das gewisse Etwas. Es liegt bei dieser Prämisse so viel in seiner Hand. Wenn Vaugh nicht gut gewesen wäre, wäre der komplette Film gekippt. So aber passt alles einfach verdammt gut und der Film ist herrlich unterhaltsam.

Ich frage mich nur, wozu man in einer Highschool einen Gefrierschrank hat, der Sachen auf minus 300 Grad Celcius herunterkühlen kann. Aber gut, man sollte halt nicht alles an diesem Film hinterfragen… sonst müsste man schon bei dem Azteken-Dolch anfangen. Und damit versaut man sich dann nur den Spaß am Film.

Wertung: 8 von 10 Punkten (als nächstes sollte Landon mal ein „Back to the Future“ meets Serienkiller machen, würde ihm sicherlich auch gelingen)

4 Kommentare leave one →
  1. 24. Juni 2022 07:04

    Das klingt großartig und wird vorgemerkt. Mochte ja schon „Happy Death Day“ sehr gerne.

    • donpozuelo permalink*
      24. Juni 2022 12:31

      Dann wirst du „Freaky“ auch mögen. Der Film macht echt Spaß.

  2. 28. Juni 2022 21:17

    Hatte mir auch gefallen. Ich sehe Vince Vaughn ja wirklich gerne.

    • donpozuelo permalink*
      1. Juli 2022 06:33

      Mittlerweile ist er auch echt ein bisschen interessanter in seinen Rollen geworden. Den Comedy Vince Vaughn fand ich immer etwas langweilig.

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