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Nic Cage – The Movie

20. Juni 2022

Nicolas Cage ist mittlerweile ein wahrer Schatz geworden. Ein Schatz des unnachvollziehbaren Wahnsinns, wobei Wahnsinn hier definitiv positiv konnotiert ist. Dieser Mann ist Chaos in Person, ein Chamäleon, ein Phänomen des Schauspiels, Held des Over-Actings… oder, wie er es selbst sagt, ein Anhänger einer ganz besonderen Form des „method actings“. In seinem neuesten Film „THE UNBEARABLE WEIGHT OF MASSIVE TALENT“ (oder bei uns einfach nur „MASSIVE TALENT“) bezeichnet er seine Schauspielkunst als „Nouveau Shamanic“ und erklärt, dass er eine Verbindung zwischen Schamanen und Schauspielern sieht. Woanders bezeichnet er seine Kunst als expressionistisch oder sogar als „Western kabuki“. Allein schon diese Erklärungsansätze zeigen, was für ein Wesen dieser Nic Cage ist, der vom Oscar-Preisträger zum Action-Held wurde, bevor ihn seine Schulden zwangen, so ziemlich alles zu machen, was gerade kommt. Mittlerweile ist er im Indie-Bereich angekommen und liefert hier die ein oder andere Perle ab (wie letztes Jahr zum Beispiel „Pig“)… nun ist er mit „Massive Talent“ in den Kinos, in dem er Chuzpe hat, sich einfach selbst zu spielen.

Der Schauspieler Nick Cage (Cage selbst, versteht sich) hat viele Probleme: Seine Tochter Addy (Lily Sheen) will nichts mit ihm zu tun haben, seine Ex-Frau Olivia (Sharon Horgan) kann ihn nur schwer dazu bringen, sich mal um sie, statt um sich selbst zu kümmern… und er hat Geldprobleme. Da kommt sein Agent (Neil Patrick Harris) mit einem äußersten interessanten Angebot um die Ecke: Der Milliardär Javi Gutierrez (Pedro Pascal) ist ein riesiger Cage-Fan und will ihm eine Million Dollar geben, um auf seinem Geburtstag aufzutreten. Widerwillig nimmt Cage das Angebot an… und gerät direkt ins Visier der CIA, die glauben, Gutierrez sei ein gefährlicher Krimineller.

Was kann bei dem Konzept „Nic Cage spielt Nick Cage“ schief gehen? Die Antwort: Rein gar nichts. „Massive Talent“ ist einfach mal ein Beweis dafür, dass Nic Cage wunderbar über den Dingen steht und sich auch gekonnt, über sich selbst lustig machen kann. Dabei ist der Film jetzt auch kein „Roast of Nic Cage“, sondern eine Hommage, eine Verehrung… Regisseur und Autor Tom Gormican streut Cage-Verweis kreuz und quer im ganzen Film. Ich meine, das Ding fängt einfach mal mit dem Finale von „Con Air“ an… und macht direkt jedem Menschen im Kinosaal eines deutlich: „Wenn du nicht zum Kult des Nic Cage dazu gehörst, bist du vielleicht im falschen Film!“

Allerdings muss ich auch dazu sagen: So viel Nic Cage, wie in „Massive Talent“ steckt – ich hätte mir noch mehr gewünscht. Der Film spielt viel auf die großen Klassiker von Cage an, liefert viele Zitate und Inside-Jokes rund um die Karriere des Nic Cage (man sollte ihn also wirklich einigermaßen kennen), aber mir persönlich war das noch nicht genug. Ich hätte mir noch ein bisschen mehr vom „verrückten“ Cage gewünscht, mehr Verweise vom Superfan Javi, mehr Anspielungen auf den Wahnsinn, der da Cage heißt – einfach eine noch tiefere Verneigung vor diesem „National Treasure“.

Aber davon mal abgesehen, ist „Massive Talent“ eine wirklich unterhaltsame Komödie, die natürlich davon lebt, dass Nic Cage sich wunderbar selbst parodiert. Es ist aber nicht nur das, die Chemie zwischen ihm und Pedro Pascal, dem Cage-Superfan, ist ebenfalls bewundernswert gut. Hier haben sich wirklich zwei gefunden… und Pascal kann neben Cage wirklich standhalten und ihm gekonnt die Stirn bieten. So entwickelt sich hier auf sympathische Art und Weise eine ungewöhnliche Freundschaft.

Ich muss aber auch gestehen, dass ich diesen CIA-Agenten-Aspekt nicht unbedingt gebraucht hätte. Da verfranzt sich „Massive Talent“ dann in einer recht beliebigen und uninspirierten Action-Story, die es bei dem massiven Talent im Film nicht gebraucht hätte. Der Film hält zum Glück sein Humor-Level (wieder auch dank Cage und Pascal), aber storytechnisch hätte es einfach bei der Prämisse „Fanboy meets Idol“ bleiben können.

Spaß hat man aber – gerade als Nic-Cage-Fan – mit diesem Film definitiv. Es war schön, mal wieder so richtig lachen zu können. Aber wer könnte sich besser selbst spielen als ein Nic Cage? Der Mann geht einfach in jeder Rolle wunderbar auf.

Wertung: 7 von 10 Punkten (schöne Verneigung vor Mr. Cage, die sich ruhig noch mehr hätte trauen können)

4 Kommentare leave one →
  1. 20. Juni 2022 22:03

    Ja genau, sehe ich auch so. Der Film fing gut an, flachte dann aber etwas ab. Nichtsdestotrotz bin ich einfach Cage-Fan und Pedro Pascal, also was soll ich sagen, die beiden zusammen waren einfach großartig.

    • donpozuelo permalink*
      24. Juni 2022 12:31

      Die Beiden waren super zusammen. Das sollten die ruhig öfter machen.

  2. 4. Juli 2022 20:48

    Ging mir genauso 🙂 Der Fall ist nicht so interessant wie der ganze Rest

    • donpozuelo permalink*
      6. Juli 2022 07:17

      Mehr Nic Cage und mehr Pedro Pascal hätte vollkommen ausgereicht 😅

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