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Die Krone des Feuers

17. Juni 2022

Der Abenteuerfilm ist tot. So scheint es zumindest… wo sind sie denn geblieben, die guten Schatzsuchen? Das Rätselraden, die Schnitzeljagden, die Fallen, die versunkenen Städte… ich vermisse diese Sachen schon ein bisschen und muss mich dann immer wieder damit begnügen, die guten alten Klassiker zu gucken. Damit habe ich jetzt an sich kein Problem, es gibt ja immer noch die „Uncharted“-Reihe. Trotzdem würde ich mir mal wieder so einen schönen Abenteuerfilm wünschen. Der neue „Tomb Raider“ hat das nicht hinbekommen, was echt schade war. Der neue „Uncharted“-Film hat es auch nicht wirklich geschafft… und letztens war ich dann im Kino und habe „THE LOST CITY“ gesehen, der es zwar auch nicht so wirklich schafft, aber mehr Charme hat als „Uncharted“.

Loretta Sage (Sandra Bullock) schreibt kitschig-romantische Abenteuer-Geschichten. Weil sie aber früher mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann alte Kulturen und Schriften studiert und erforscht hat, bindet sie ihre Kenntnisse in die Geschichten ein. So stößt Milliardär Abigail Fairfax (Daniel Radcliffe) auf sie, glaubt er doch, dass Lorette ihm dazu verhelfen kann, die verschollene Stadt D und die sagenumwobene Krone des Feuers zu finden. Kurzerhand wird Loretta also entführt… und ihr Cover-Model Alan (Channing Tatum) macht sich auf die Suche nach ihr.

Bevor jetzt Fragen aufkommen: Nein, ich sage nicht, „The Lost City“ ist die Rettung für das Abenteuerfilm-Genre. Dafür ist der Film jetzt auch nicht gut genug. Aber er ist unterhaltsamer Spaß für einen lockerleichten Abend. Die Nee-Brüder, Adam und Aaron, inszenieren eine witzige und kurzweilige Action-Komödie, die weniger vom Abenteuer-Faktor als viel mehr von der Chemie zwischen Bullock und Tatum lebt. Wenn sie im pinken Palletten-Onesy durch den Dschungel stakst und er versucht, sich als großer Held zu etablieren, entstehen schon ein paar witzige Szenen. Da fühlt man sich dann ein wenig an „Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten“ erinnert – auch wenn Michael Douglas und Kathleen Turner für mich am Ende dann doch besser funktionieren. Aber „The Lost City“ zieht seinen romantischen Action-Drive schon sehr aus diesem alten Robert-Zemeckis-Klassiker.

Zwar fühlt sich „The Lost City“ im direkten Vergleich zu einem Film wie „Uncharted“ deutlich mehr nach Abenteuer an, trotzdem schleift auch hier der Abenteuer-Aspekt. Die einzelnen Hinweise fallen unseren beiden Suchenden auch quasi so in den Schoss, ohne das sie groß danach Ausschau halten müssen. Aber ich glaube, das ist ein Kritikpunkt, der für mich schwerer auf die Waage drückt als er es eigentlich sollte. Denn „The Lost City“ möchte jetzt auch nicht DER nächste große Abenteuerfilm sein, sondern fokussiert sich schon mehr auf das Wortgeplänkel zwischen Bullock und Tatum.

Das merkt man dann auch schon daran, dass wir mit Daniel Radcliffe einen guten Schauspieler in einer echt öden Schurkenrolle versauern lassen. Gerade aus Radcliffe und seinen Schergen hätte man so viel mehr machen können, aber daran sind die Nee-Brüder nicht so wirklich interessiert. Radcliffes Fairfax ist nur der Stein, der alles ins Rollen bringt… den Rest machen dann Tatum und Bullock. Tatum spielt dabei zwar auch wieder eine ähnliche Rolle wie in seinen anderen Filmen (ich musste ganz besonders an „21 Jump Street“ denken): den schönen, naiven Dümmling, der über sich hinauswächst. Aber hey, in diesem Fall passt es irgendwie ziemlich gut.

Der nicht ganz so heimliche „scene stealer“ ist in diesem Film dann aber tatsächlich Brad Pitt, der hier als Über-Survival-Super-Killer auftritt und einfach mal den ganzen Film an sich reißt. Von seinem Jack Trainer würde ich mir sogar ein Spinoff geben…

Ich habe nicht viel von „The Lost City“ erwartet, dafür war es dann am Ende doch ein angenehmer Spaß, der sich nie zu ernst genommen hat, dem manchmal ein bisschen Abenteuer gutgetan hätte, der insgesamt aber doch gut zu unterhalten weiß.

Wertung: 6 von 10 (kann man machen, Popcorn-Kino zum Abschalten)

2 Kommentare leave one →
  1. 19. Juni 2022 21:28

    Unterschreibe ich so

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