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Der Erzherzog der Alpträume und das kleine nervige Mädchen

27. Mai 2022

Seit einer ganzen Weile schleiche ich auf Amazon Prime schon um den Film „PSYCHO GOREMAN“ herum. Aber erst gab es den nur auf Deutsch, dann war er mir irgendwie auch zu teuer und überhaupt war ich mir nie so hundertprozentig sicher, ob das meine Art von Film sein würde. Jetzt gab es das Ganze mal eben für 99 Cent und tja, da kann man das Risiko schon mal eingehen (immerhin war auch auf wundersame Weise endlich die englische Tonspur verfügbar). Also stellte ich mich der ganzen Sache und hatte mich eigentlich auf einen unterhaltsamen Filmabend gefreut… der sich dann aber leider wie Kaugummi zog und einfach nicht enden wollte.

In einer Zeit, bevor es Zeit überhaupt gab, machte sich der Erzherzog der Alpträume daran, das Universum zu unterjochen und alle zu vernichten, die ihm dabei im Weg standen. Nur mit letzter Kraft konnte eine Gruppe namens „The Templars“ dieses Monster bezwingen. Anstatt den Erzherzog aber zu töten, wurde er eingesperrt und verbannt… auf die Erde, wo ihn in einer Zeit, in der es Zeit gibt, die Geschwister Mimi (Nita-Josee Hanna) und Luke (Owen Myre) eines Tages beim Spielen von „Crazy Ball“ (ein verrücktes Ballspiel, das sie sich selbst ausgedacht haben) finden. Mimi kann den Erzherzog dank eines besonderen Edelsteins steuern, sodass sie und ihre Familie vor ihm sicher sind. Sie nennt ihn darauf hin Psycho Goreman und benutzt ihn als Spielkameraden, der aber insgeheim darauf sinnt, ihr den Edelstein abzunehmen und wieder zu alter Macht zu kommen. Allerdings ist auch schon eine Abgesandte der Templars unterwegs, um ihn aufzuhalten.

„Psycho Goreman“ hat mich leider echt nicht wirklich von sich überzeugen können. Wer weiß, wenn ich den Film beim Fantasy Filmfest gesehen hätte, mit dem richtigen Publikum dazu, hätte ich möglicherweise etwas mehr Spaß gehabt, aber viel mehr wäre es am Ende auch nicht gewesen. Dabei, und das will ich gleich zu Beginn sagen, gibt es auch Dinge, die an „Psycho Goreman“ wirklich gut sind.

Der Psycho Goreman selbst zum Beispiel ist super. Ich mochte seine ganze Backstory, die in kleineren Rückblenden erzählt wurde und die deutlich zeigt, dass die eigentliche Trashperle nicht in der Story mit den Kindern steckt, sondern beim Goreman selbst. Was Regisseur Steven Kostanski hier an Kreativität loslässt, ist einfach nur grandios. Der Planet Gigax, von dem Psycho Goreman stammt, sieht herrlich kaputt aus. Die Wesen, ob es nun Goremans Verbündete sind oder die Templars, sehen herrlich schräg aus. Einer von Goremans Verbündeten ist eine wandelnde Tonne, in der menschliche Überreste schwimmen. Die Figuren, die uns der Film zeigt, sind wunderbar skurril, aber auch sehr cool anzuschauen. Was hier mit praktischen Effekten und Kostümen gemacht wird, sieht einfach verdammt super aus. Das ist schon ein kleines Fest für Sci-Fi-Fans… und wie gesagt, ich hätte nichts gegen einen Film, der halt wirklich nur die Weltraum-Abenteuer von Goreman zeigt, der gegen die Templars kämpft.

Wo wir schon mal bei praktischen Effekten sind: Auch die Teile, in den Psycho Goreman seinem Namen alle Ehre macht, sind wunderbar grafisch und machen tatsächlich viel Spaß. Blutig und eklig kann dieser Film ganz gut… doch ganz ehrlich: Es hätte durchaus ein bisschen mehr davon sein dürfen.

Damit hätte ich aber auch alles Positive an diesem Film durch. Die ganze Story rund um Mimi und Luke fand ich einfach nur absolut nervig. Die ganze Familiengeschichte zeigt einfach, wie schwach und vor allem dünn das Drehbuch ist. „Psycho Goreman“ möchte ein Rated R Kinderfilm sein, aber alles rund um die Familie ist öde. Dazu kommt, dass mich die kleine Mimi so hart genervt hat, dass ich mir insgeheim immer wieder gewünscht habe, dass Goreman sie einfach mal in vier Teile teilen würde. Das ist natürlich auf eine gewisse Weise auch ein großes Kompliment an Nita-Josee Hanna, aber nicht sonderlich.

Auch die unterschiedlichen Kämpfe wurden immer inszeniert, als hätte Regisseur Kostanski als Kind einfach zu viel „Power Rangers“ geguckt (was ich eh nie mochte, weil es mir zu theatralisch war). Dazu das Generve von Mimi und diese albernen Familienstreitigkeiten haben mich echt sehr wünschen lassen, dass diese 90 Minuten Film dann doch schnell vorbei gehen. Die Idee hinter „Psycho Goreman“ ist schon echt witzig, aber die Umsetzung hat mich einfach nicht überzeugt. Zu wenig Gore, zu albern kindlich (ohne das Kinder diesen Film je gucken könnten) und zu unausgegoren, was die Story angeht. Dann macht lieber einen Film nur über Goremans Vergangenheit… mit den gleichen praktischen Effekten – und ich wäre sofort dabei.

Wertung: 4 von 10 Punkten (die Designs und Effekte im Film sind großartig, der Rest leider nicht)

4 Kommentare leave one →
  1. 27. Mai 2022 10:25

    Och, so ein netter, kleiner Film

    • donpozuelo permalink*
      27. Mai 2022 18:09

      🤣🤣🤣 klein ja, nett in Teilen.

  2. 30. Mai 2022 10:40

    Das Mädchen war wirklich mehr als nur nervig 😀

    • donpozuelo permalink*
      30. Mai 2022 14:23

      Danke. Schön, dass das noch jemand so sieht 🤣

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