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Ghostface goes Scooby-Doo

19. Januar 2022

Ich hätte es ja tatsächlich nicht für möglich gehalten, dass ich doch so viel Spaß mit der „Scream“-Reihe haben würde. Der einzige Film, der bislang nicht so richtig bei mir zieht, ist nach wie vor Teil 1. Was aber auch nach wie vor daran liegt, dass ich den Film einfach nicht mehr so richtig von „Scary Movie“ trennen kann. Als „Scream“ damals rauskam, habe ich ihn nicht gesehen, dafür aber „Scary Movie“ rauf und runter. Somit warte ich beim ersten Teil der „Scream“-Reihe immer darauf, dass die ganzen absurden Witze kommen. Dieses Problem habe ich zum Glück mit den bisher gesehenen Fortsetzungen nicht. Teil 2 fand ich ja sogar verdammt gut und nun habe ich mir endlich auch „SCREAM 3“ gegönnt. Ich wurde vorgewarnt, dass der Film nicht unbedingt als Meisterleistung gefeiert wird, aber ich hatte dennoch meinen Spaß mit dem Film. Auch wenn er wirklich ein bisschen zu sehr over-the-top ist.

Wieder sind ein paar Jahre ins Land gefallen. Mittlerweile ist man schon dabei „Stab 3“ zu drehen, die zweite Fortsetzung zu „Stab“, den Film, der uns in Teil 2 gezeigt wurde (geht es noch meta-iger???). Sidney Prescott (Neve Campbell) hat sich mittlerweile unter falschem Namen komplett zurückgezogen und will einfach nur ihre Ruhe. Doch das geht natürlich nicht. Erst wird Cotton Weary (Liev Schreiber) getötet, dann fängt der Killer an, die Darsteller von „Stab 3“ nacheinander um die Ecke zu bringen. Dabei hinterlässt er bei jeder Leiche ausgerechnet ein Bild von Sidneys Mutter, Maureen. Gemeinsam mit Gale (Courtney Cox), Dewey (David Arquette) und dem Cop Mark Kincaid (Patrick Dempsey) muss Sidney nun den Killer aufhalten.

„Scream 3“ bekommt einen ziemlich bitteren Beigeschmack, wenn man ihn sich heute anschaut. Immer wurde auch dieser Film von niemand Geringerem als Harvey Weinstein produziert… und wenn man dann im Film damit konfrontiert wird, dass Hollywood-Bosse und Produzenten wilde Sex-Parties feiern und es immer wieder thematisiert wird, dass Frauen für ihre guten Rollen mit denen schlafen müssen, bleibt einem hier und da auch gerne mal das Lachen im Hals stecken. Selbst im Nachhinein wird „Scream 3“ um eine Meta-Ebene erweitert, die die traurige Realität in Hollywood widerspiegelt… auf die wir aber natürlich alle gerne verzichtet hätten, bleiben solche Behandlungen doch immer noch ein absoluter Schandfleck auf der Traumfabrik (die dann doch mehr Alpträume fabriziert, als man erahnen könnte).

Doch widmen wir uns dem Film selbst. Er ist nicht mehr so gut wie der erste oder der zweite Teil. Irgendwie hatte ich das Gefühl, ein bisschen sei die Luft raus. Hat mich das Rätsel-Raten im zweiten Teil noch so richtig gefangen, war dieses Bedürfnis beim dritten Teil nicht mehr da. Wir bekommen einfach einen Haufen an oberflächlichen Charakteren (vor allem die Schauspieler), die alle nicht mal ansatzweise interessant genug sind, um sie überhaupt als Täter in Betracht zu ziehen. „Scream 3“ fehlen da wirklich spannende Figuren. Zwar wird hier die Meta-Ebene durch die Dreharbeiten auf die Spitze getrieben, besonders wenn Sidney sich am Set ihres eigenen Hauses wiederfindet, aber so richtig zündet selbst das nicht.

Dazu ist das Ganze einfach wirklich zu sehr eine Parodie seiner Selbst geworden. Warum zur Hölle hat der Ghostface-Killer auf einmal eine Apparatur, mit der er so gut wie jede Stimme nachmachen kann? Sind wir jetzt allen Ernstes in einem Cartoon gelandet? Dass sich das Ganze am Ende wirklich ein bisschen wie „Scooby-Doo“ anfühlt, liegt am Finale, das in einem großen Haus mit vielen versteckten Türen, Gängen und Räumen spielt. Wenn die hier durch die Flure laufen, in verschiedene Türen rennen und woanders wieder rauskommen, fehlt wirklich nur noch der Hund. Das war ziemlich albern…

Genau wie dann auch die ganze Auflösung, die wirklich sehr weit hergeholt war. Klar, für die Reihe ist das nichts Neues. Ich fand ja schon die Nummer im ersten Teil ein bisschen arg konstruiert. Die Auflösung in Teil 2 auch, aber sie passte irgendwie besser in das Gefüge der Story. Teil 3 kehrt nun auch direkt zu Sidneys Mutter und ihrem Tod zurück und baut dem Ganzen noch einen Anhang an. Das war mir dann doch ein bisschen zu viel des Guten.

Aber bevor ihr jetzt denkt, ich habe nur zu meckern: Bei all dem Gemeckere ist „Scream 3“ dennoch für sich ein unterhaltsamer Film. Campbell, Cox, Arquette wiederzusehen, ist einfach toll. Die Story nimmt sich selbst zum Glück nicht zu ernst und hat durchaus seine lustigen Noten. „Scream 3“ kommt nicht an seine Vorgänger, aber zur Belustigung kann man das Ding schon gucken.

Wertung: 6 von 10 Punkten (die Reihe schwächelt ein wenig)

P.S.: Der erneute Auftritt von Randy in seiner Videobotschaft zeigt zusätzlich noch, wie absolut gaga die Macher an diesen Film herangegangen sind.

6 Kommentare leave one →
  1. 19. Januar 2022 08:39

    Ja, fand den auch deutlich schwächer. Freue mich dennoch schon darauf, ihn einmal wiederzusehen. Habe viel Liebe für die Reihe.

    • donpozuelo permalink*
      19. Januar 2022 12:27

      Ich jetzt mittlerweile auch. Die ist schon echt launig. Selbst Teil 3, der wirklich etwas schwächer ist, macht immer noch Spaß

  2. 3. Februar 2022 20:13

    Ich hatte die ganze Zeit über gar nicht so sehr das Bedürfnis die Scream-Teile zu schauen … ich kenne nur einen! Und ich weiß nicht mal welcher es ist!!
    Aber jetzt wo du so darüber schreibst, bekommt das mit dem Auf und Ab der Qualität und Atmosphäre so eine eigen Dynamik, dass ich irgendwie Bock kriege die nachzuholen ^^‘ So wie wenn plötzlich der irrsinnige Drang entsteht eine Scripted Reality Serie zu schauen, obwohl man weiß, dass man die Hälfte der Zeit facepalmend davor sitzt …

    • donpozuelo permalink*
      6. Februar 2022 13:01

      🤣🤣🤣 Ja, die Reihe ist schon ganz unterhaltsam. Kann man sich echt mal gönnen.

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