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Des Professors letzter Coup

12. Januar 2022

Es ist das Ende einer Ära, die eigentlich schon viel früher hätte enden sollen. „HAUS DES GELDES“ Staffel 5 hat jetzt endlich seinen zweiten Teil und somit auch sein zweites Finale. Denn eigentlich war die Serie ja mit Staffel 2 vorbei. Der einschlagende internationale Erfolge (dank Netflix) veranlasste die Serienmacher ja dann dazu, das Ganze noch weiter auszubauen. Und ich bin ehrlich, was die sich für Staffel 3 aus dem Hintern gezogen haben, war ziemlicher Müll. Letztendlich schwankte „Haus des Geldes“ da nur noch und wiederholte sich… doch jetzt haben wir ein zweites Finale, das auf der einen Seite tatsächlich ein gutes Ende findet, aber gleichzeitig auch viele Fragezeichen der Verwirrung hinterlässt.

Der Sturm auf die Bank hat ein erstes großes Opfer gefunden: Unsere Bankräuber rund um den Professor (Alvaro Morte) beklagen den Tod von Tokio (Ursula Corbero), die sich für ihr Team geopfert hat, um das Sondereinsatzkommando unter der Führung von Sagasta (Jose Manuel Seda) aufzuhalten und sich endlich an Gandia (Jose Manuel Poga) zu rächen. Doch Sagasta hat noch ein Ass im Ärmel, das er nun langsam ausspielt: Operation „Trojanisches Pferd“ ist im vollen Gange. Gleichzeitig kämpft der Prof gegen Alicia Sierra (Najwa Nimri) und droht von Tamayo (Fernando Cayo) endgültig in die Falle gelockt zu werden… denn dessen Operation „Käfig“ tritt in Kraft. Um das Gold und seine Leute in Sicherheit zu bringen, startet der Professor daraufhin Operation „Däumling“ und so laufen sehr viele Operationen gleichzeitig in den letzten fünf Episoden… ach ja, und Berlin (Pedro Alonso) und die Nummer mit seinem Sohn Rafael (Patrick Criado) gibt es auch noch. Die hat aber keinen coolen Code-Namen.

Wie gesagt, ich gehöre zu denen, die die letzten drei Staffeln eigentlich nicht gebraucht hätten. Es war einfach zu viel kopiert von dem, was wir in den ersten beiden Seasons schon gesehen haben. Dennoch gelingt es den Machern rund um Showrunner Alex Pina, mit Teil 2 von Staffel 5 ein würdiges zweites Ende abzuliefern. Nachdem Teil 1 von Staffel 5 ja vollgestopft mit teils absurder Gewalt (die ganze Arturo-Nummer war schon wirklich sehr übertrieben), besinnt sich „Haus des Geldes“ in seinem letzten Teil etwas mehr auf seine alten Werte. Mit der Frage, wie das ganze Gold aus der Bank gebracht werden kann, kehrt ein bisschen mehr von diesem Heist-Faktor zurück. Hier wird mal wieder über Pläne gesprochen, hier werden Vorbereitungen getroffen, hier wird gebangt und gezittert, ob der Plan am Ende auch funktioniert. Da kehrt mal wieder ein bisschen Spannung und Aufregung in die Serie zurück, die sehr lange unter dem ewig Gleichen und unter sehr, sehr viel Action etwas verloren ging.

Die ganze Gold-Nummer will ich nicht spoilern, aber das hat Spaß gemacht. Besonders positiv dabei ist echt Folge 7 zu erwähnen, in der es nicht nur ums Gold geht, sondern auch um den Professor und Alicia. Dieses Szenario liefert uns nicht nur gute Spannung (immerhin wird Operation „Käfig“ den Beiden fast zum Verhängnis), sondern auch gute Chemie. Najwa Nimri und Alvaro Morte funktionieren wunderbar miteinander… und haben einige sehr schöne und auch sehr menschliche Momente in diesem Finale. Gleichzeitig haben wir hier aber auch zwei unterschiedliche Alpha-Tiere, die auf ihre ganz eigene Art und Weise „Alpha“ sind… und das kostet das Finale gekonnt aus.

Überhaupt gibt es ein paar sehr schöne Charakter-Momente und einen tollen „Bella Ciao“-Gesang, der mit Sicherheit auch in die Charts kommen wird. Das Einzige, was merkwürdig ist… und damit vielleicht auch winzig kleiner SPOILER… ist folgendes:

MINI-SPOILER AN werüberhauptnichtmehrthematisiertwirdistarturo/ nachdemmanihninteil1amlebenist,wundertesmicheinwenig, dasserüberhauptnichtmalmehrerwähntwird MINI-SPOILER AUS

Was mich am Ende aber dann doch extrem gestört hat, ist die ganze Berlin-Nummer. Als Fan-Favorit der ersten zwei Staffeln, musste er natürlich in Staffel 3 zurück, auch wenn er eigentlich tot ist. Und anfangs waren die Rückblenden mit ihm noch ganz nett… aber als man uns aus dem Nichts in Teil 1 seinen Sohn vorstellte, wurde es albern. Das wird nur noch von dem Mist getoppt, den man uns hier in Teil 2 serviert. Wow… noch konstruierter und alberner geht es nun wirklich nicht mehr. Das hätte man sich getrost sparen können.

Naja… ist das also auch vorbei. Obwohl… nicht ganz. Schließlich wird Berlin trotz allem noch ein Spinoff kriegen (was ich nicht brauche) und es wird ein südkoreanisches Remake geben (was ich auch nicht brauche, mir aber mal anschauen werde, weil das könnte trotzdem interessant werden). „Haus des Geldes“ ist vorbei (fast) und so geht ein Hype von uns, den ich nie so ganz verstanden habe (zumindest nicht nach Staffel 2).

Wertung: 7 von 10 Punkten (gutes Ende, das wir aber eigentlich in seiner Gesamtheit nicht gebraucht hätten)

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