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Das Geheimnis der 3 Muscheln

7. Januar 2022

Es ist mal wieder Nostalgie-Zeit… und das ist nicht immer unbedingt was Gutes. Mittlerweile ist es mir ja leider doch schon das ein oder andere Mal passiert, dass ich mir einen Film aus meiner Kindheit / Jugend angeguckt habe und der Erinnerung an ihn einfach nicht gerecht werden konnte. Von daher tue ich mich in letzter Zeit dann doch immer etwas schwer damit, alte Lieblingsfilme wirklich noch einmal zu gucken. Aber gut, ganz ehrlich… bei „DEMOLITION MAN“ hatte ich jetzt nicht allzu große Bedenken. Und wer hätte es gedacht? Stallone vs. Snipes in einer verrückten Zukunft – das funktioniert auch jetzt noch wunderbar.

Der fiese Gangster Simon Phoenix (Wesley Snipes) wird für seine brutalen Straftaten in einem Kryo-Gefängnis in einen Kälteschlaf versetzt. Der Mann, der ihn festgenommen hat, der Held der Stunde, aber auch… weil bei der Festnahme von Phoenix alle Geiseln des Gangster starben. Im Jahr 2032 wird Phoenix wieder aufgetaut und kann entfliehen… ein Problem für die Gesellschaft der Zukunft, die so etwas wie Simon Phoenix nicht kennt. Immerhin gab es seit zig Jahrzehnten keinen einzigen Mord mehr. Um den Gangster aus der Vergangenheit dingfest zu machen, braucht Lt. Lenina Huxley (Sandra Bullock) nun Hilfe von einem Cop aus der Vergangenheit. Sie braucht die Hilfe von dem Mann, der seinerzeit Simon Phoenix schnappen konnte… sie braucht Detective John Spartan (Sylvester Stallone).

Okay, okay, okay… ist nicht allein schon dieser John Spartan irgendwie kultig? Ich weiß auch nicht, als Kind ist mir der Name nie so besonders vorgekommen. Aber jetzt strahlt dieser Name schon eine unglaubliche Kraft aus… obwohl ich ehrlich sagen muss, „John Spartan“ ist eher die Art von Name, die ein von Arnold Schwarzenegger gespielter Charakter tragen würde… und wie cool wäre „Demolition Man“ mit Arnie in der Hauptrolle gewesen??? Schon auch cool, aber Sly Stallone durfte es machen – und ist dabei nicht weniger cool.

Das Tolle an „Demolition Man“ ist, dass es aber nicht einfach nur die Stallone-Show ist. Also ist es irgendwo schon auch, aber ich mag diese herrlich überdrehte Zukunftsvision, die dieser Film zeichnet. Körperkontakt ist tabu, Fleisch ist tabu, Fluchen ist tabu. Alle sind fröhlich und nett, als ob sie auf Drogen wären. Klopapier existiert nicht, dafür das Geheimnis der drei Muscheln (dessen Auflösung wir leider nie erfahren). Diese Zukunft ist schräg, aber auch unheimlich… mittlerweile auch unheimlich, weil sie im Moment doch recht glaubwürdig erscheint (was ich jetzt einfach mal so im Raum stehen lasse… außer dem Ganzen noch das Zitat von John Spartan hinzuzufügen, dass wirklich alles verboten zu sein scheint, was jemals Spaß gemacht hat). Die Gesellschaft erinnert an „Die Zeitmaschine“ von H.G. Wells, in der die Freigeister auf der Erde leben und die vermeintlich Bösen unterirdisch… somit steckt in „Demolition Man“ also auch ein bisschen was, worüber man nachdenken kann. Zumindest fehlt es dem Film nicht an einer gewissen Ironie, die herrlich erfrischend ist.

Aber wir wollen jetzt mal nicht so tun, als wäre dieser wunderbare 90er-Jahre-Film irgendwas Arthousiges. Es ist Action und es darf auch Action bleiben. Es ist albern (Stallone strickt!!!), es ist laut und es knallt ordentlich. „Demolition Man“ macht seinem Titel alle Ehre und erlaubt Stallone, dass zu tun, was er am besten kann. Sachen kaputt machen im Namen des Rechts. Sein John Spartan ist ein fish-out-of-water, der aber schnell lernt, dass die alten Methoden immer noch die besten sind. Und so bekommen wir Action satt, die Spaß macht.

Stallone spielt zwar den typischen Action-Helden, aber gerade weil er sich in dieser neuen Welt so fremd fühlt, darf er hier und da auch mal seine witzige Seite unter Beweis stellen. Was ihm gut steht und John Spartan dadurch gleich noch ein bisschen sympathischer macht. Wesley Snipes genießt seine Rolle als durchgeknallter Phoenix und Sandra Bullock ist als Vergangenheitsfangirl unglaublich charmant.

„Demolition Man“ war damals unterhaltsames Action-Gedöhns und ist es auch jetzt immer noch. Dieser Film übersteht den Blick mit der Nostalgie-Brille ziemlich gut.

Wertung: 8 von 10 Punkten (ein Spartaner und ein Phoenix treffen sich in der Zukunft und machen alles kaputt… was alles einfach nur besser macht 😉 )

3 Kommentare leave one →
  1. 7. Januar 2022 17:23

    Den Film finde ich auch herrlich, schön dass er bei dir dem Test der Zeit standgehalten hat… 🙂

Trackbacks

  1. Sexy in Space | Going To The Movies

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