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Der Schatz der Tempelritter

15. November 2021

2004 kam ein Film in die Kinos, der für mich besonders war, weil er meine Sehnsucht nach einem Indiana-Jones-artigen Abenteuer besser befriedigen konnte als die beiden „Tomb Raider“-Filme mit Angelina Jolie, die 2001 und 2003 rauskamen. Es war die Zeit, in der ein gewisser Robert Langdon in den Büchern von Dan Brown den Indy-Faktor gekonnt mit spannenden Verschwörungstheorien fütterte und Abenteuer und Action gekonnt in Einklang brachte (ja, ich war ein großer Dan-Brown-Fan!). Doch Langdon musste 2004 noch gut zwei Jahre warten, bis er sein erstes Kino-Abenteuer erleben durfte. Ihm kam ein anderer zuvor, der sehr von Dan Brown und Indy und Lara inspiriert wurde: Benjamin Franklin Gates in „DAS VERMÄCHTNIS DER TEMPELRITTER“.

Die Familie Gates verbindet über Generationen hinweg die Suche nach dem Schatz der Tempelritter. Benjamin Gates (Nicolas Cage) hat die Geschichten von seinem Großvater (Christopher Plummer) immer wieder gehört und ist weiterhin auf der Suche. Auch wenn sein Vater (Jon Voight) ihm davon abrät. Doch schließlich findet Ben den entscheidenden Hinweis… und der führt dazu, dass er die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten stehlen muss. Denn auf der Rückseite ist der nächste Hinweis auf den Schatz. Leider ist das nicht so einfach: Zum einen will Kuratorin Abigail Chase (Diane Krueger) ihm keinen Zutritt zu dem Manuskript geben, zum anderen ist Bens einstiger Unterstützer Ian (Sean Bean, der in diesem Film mal nicht stirbt – Spoiler für den wandelnden Spoiler) zu seinem Gegner geworden. Ach ja… und dann ist da noch das FBI unter der Führung von Agent Sadusky (Harvey Keitel) auf der Jagd nach Gates.

Als ich den Film 2004 im Kino sah, war das mein absolutes Highlight. Das war Abenteuer-Schnitzeljagd, wie ich es zu dem Zeitpunkt wirklich nur aus den Büchern von Dan Brown kannte. Und nachdem ich mir den Film jetzt noch einmal angeschaut habe, fühlt es sich wirklich wie ein Brown-Thema an: Diese Schnitzeljagd gepaart mit Verschwörungstheorien schreit förmlich nach ihm. Wir haben Ben Gates, der natürlich alles sofort immer weiß, ohne es irgendwo nachschlagen zu müssen (und wenn er es mal nicht weiß, weiß es Abigail.). Der Film ist wie jedes Dan-Brown-Buch auch in recht kurze Kapitel eingeteilt und treibt so die Handlung immer recht schnell voran, damit man ja nicht zu lange über die Einzelheiten oder die Logik dahinter nachdenken kann.

Bevor sich das jetzt zu negativ anhört: Ich mag den Film immer noch. Es ist eine unterhaltsame Schatzsuche, die sich auf das Wesentliche konzentriert: es ist eine perfekte, kurzweilige Schnitzeljagd, die im klassischen Brown-Stil ein bisschen was über Geschichte vermittelt – zumindest kommt man sich irgendwie ein bisschen klüger vor als vorher, auch wenn das Wissen vielleicht nicht wirklich hilfreich ist. Das Suchen an sich ist dank Regisseur Jon Turteltaub rasant inszeniert, es gibt in diesem Film kaum „unnötige“ Szenen, die die Handlung in die Länge ziehen – und dennoch ist das Ganze ein knapp zweieinhalb-stündiges Vergnügen.

Ich muss sagen, Turteltaubs Abenteuer macht mehr Spaß als die Tom-Hanks-Verfilmungen, die tatsächlich auf Dan Browns Romanen basieren. Denn Turteltaub nimmt sich nicht zu ernst. Bei ihm geht es nicht darum, das Ende der Welt durch historisches Wissen zu verhindern. Es geht schlicht und einfach um einen riesigen Schatz… und da beschönigt er auch nichts. Am Ende gibt es wirklich einen Schatz und nicht eine Kiste mit einem Zettel drin, wo drauf steht: „Der Schatz sind deine Freunde“ oder irgendein etwas anderes. Nein, wir suchen einen Schatz und wir kriegen einen Schatz. Das Ganze ist wie eine wilde Achterbahn-Fahrt… und wenn alles erst einmal in Bewegung geht, geht es flott weiter.

Das Einzige, was ich „Das Vermächtnis der Tempelritter“ vielleicht ankreiden würde, ist die Tatsache, dass trotz hochkarätigem Cast die Figuren alle ziemlich blass bleiben. Der Film an sich ist ein guter Abenteuer-Film, aber kein Indiana-Jones-Ersatz. Nic Cages Ben Gates ist ein netter Charakter, aber auch einer, der mich einfach kalt lässt. Er hat nicht dieses Charisma eines Indiana Jones. Und das gleiche Problem haben auch alle anderen. Sie sind halt da, weil die Story sie braucht. Sie selbst sind aber gar nicht so wirklich wichtig.

Dennoch: „Das Vermächtnis der Tempelritter“ macht Spaß und ist unter den modernen Abenteuer-Filmen definitiv die unterhaltsamste Alternative.

Wertung: 7 von 10 Punkten (spaßige Jagd nach dem ultimativen Schatz)

10 Kommentare leave one →
  1. 15. November 2021 09:21

    Ich mag den Film auch. Habe ihn nun schon länger nicht mehr gesehen, aber vor ein paar Jahren immer mal wieder und er ist mir als beste Popcorn-Unterhaltung im Kopf.

    • donpozuelo permalink*
      15. November 2021 11:08

      Genau das ist er auch. Angeblich wollen die ja wirklich noch einen dritten Teil drehen, aber ich fand schon den zweiten dann nicht mehr so stark.

      • 15. November 2021 11:09

        Ging mir auch so, wobei ich den zweiten auch nur einmal gesehen habe und ich mich kaum daran erinnern kann.

        • donpozuelo permalink*
          15. November 2021 18:59

          Es gibt beide auf Disney+… da habe ich den hier jetzt auch nochmal geguckt. 😁

        • 15. November 2021 19:17

          Die Blu-rays hab ich eh im Regal 😅

        • donpozuelo permalink*
          16. November 2021 08:18

          Oder so… noch besser 😅 ich bin ja aufgrund der ganzen Streaminganbieter echt ein wenig vom Realkauf abgekommen. Mittlerweile hole ich mir nur noch sehr ausgewählte Sachen auf Disc

  2. 15. November 2021 12:09

    Ich mag den total gerne, der lief Anfang der 2010er gefühlt drei Mal im Jahr im Fernsehen und da hab ich ihn auch mehrmals gesehen, aber jetzt seit Jahren nicht mehr

    • donpozuelo permalink*
      15. November 2021 19:00

      Gibt den jetzt bei Disney+… da habe ich mir den dann mal gegönnt. Und er macht halt echt immer noch Spaß

  3. 17. November 2021 21:46

    Ich mag die beiden Filme ja. Ich glaube bei diesem hat sich meine Mutter in Nicolas Cage verliebt :))

    • donpozuelo permalink*
      18. November 2021 17:29

      Ich mag den ersten hier mehr. Der zweite macht aber auch noch Spaß. Bin ja nur mal gespannt, ob sie je wirklich noch den geplanten dritten Teil machen werden.

      Wer liebt Nic Cage eigentlich nicht? 🤣

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