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Träumend in der Anstalt

18. Oktober 2021

Horror-Reihen haben immer irgendwann diesen Punkt, an dem sie anfangen, öde zu werden. Bei der „Hellraiser“-Reihe ging das schon relativ früh los. Teil 2 war schon ein Rückschritt, ab Teil 3 wurde es dann zur totalen Katastrophe. Bis Teil 6 habe ich es da durchgehalten, bevor ich aufgeben musste. John Carpenters „Halloween“ fand ich schon in seiner Fortsetzung verdammt schwach und habe es danach nicht mehr so wirklich gewagt, mir die anderen Teile anzuschauen (obwohl ich das vielleicht irgendwann auch nochmal machen werde). Die „Saw“-Reihe gehört für mich zu den wenigen Ausnahmen, die ich tatsächlich durchweg gut gucken konnte… tja, und jetzt scheint es auch mit Mr. Freddy Krueger so zu sein. Nachdem ich Teil 2 erstaunlich unterhaltsam fand (obwohl sich selbst Freddy-Schöpfer Wes Craven sehr in dem Film distanzierte), war ich positiv, als es um Teil 3: „A NIGHTMARE ON ELM STREET 3: DREAM WARRIORS“ ging. Für diesen Film kehrte schließlich nicht nur Wes Craven zurück (er schrieb am Drehbuch mit), sondern auch Heather Langenkamp als Nancy ist wieder mit dabei.

Nach sechs Jahren kehrt Nancy (Langenkamp) in ihre Heimatstadt zurück, um in einer Anstalt für selbstmordgefährdete Jugendliche zu arbeiten. Neu in dieser Anstalt ist die junge Kristen (Patricia Arquette), die sich angeblich die Pulsadern aufschneiden wollte. Doch das war nie Kristens Absicht. Vielmehr war Freddy Krueger (Robert Englund) für die Verletzung verantwortlich… und schnell findet Nancy in der Anstalt heraus, dass auch die anderen Jugendlichen von Freddy gequält werden. Mit Kristen besteht aber die Möglichkeit, gemeinsam gegen Freddy zu kämpfen, schließlich hat Kristen die Fähigkeit Leute in ihre Träume zu ziehen. Mit einem kollektiven Traum wollen Nancy, Kristen und die anderen Teenager in der Anstalt Freddy den Garaus machen.

New Mutants“-Regisseur Josh Boone nennt „Dream Warriors“ als eine große Inspiration für seinen Mutanten-Horror-Film… und ja, ich kann durchaus die Parallelen sehen. Doch tatsächlich gefällt mir die Version von Regisseur Chuck Russell wesentlich besser. „Nightmare 3“ ist wirklich ein toller und vor allem spannender Film. Die Geschichte rund um das kollektive Träumen passt gut zu Freddy – und allein die Tatsache, dass Nancy wieder mit dabei ist (mit stylisher grauer Stress-Strähne), wertet den Film einfach nochmal sehr auf. In gewisser Weise ist Teil 3 die bessere Fortsetzung zu „A Nightmare on Elm Street“. Selbst Nancys Vater (John Saxxon) ist wieder mit dabei… und die ganze Geschichte hinter Freddys Tod und sogar seine Origin wird im Film viel besser ausgebaut. Die Tatsache, dass Freddys Mutter von mehreren hundert Verrückten in einer Anstalt vergewaltigt wurde und somit Freddy schon dadurch nur zum Psycho werden konnte, ist extrem heftig. Wie Teil 3 diese grausige Origin-Story verarbeitet, fügt sich aber gut in die Haupthandlung mit ein… und macht uns als Zuschauern nochmal mehr als nur deutlich, dass Freddy Krueger die Ausgeburt der Hölle ist.

Davon mal abgesehen funktioniert auch der Cast hier viel besser als in Teil 2. Langenkamp und Arquette sind zwei tolle Leading Ladies, aber auch der Rest der Kids ist um einiges interessanter geschrieben als noch in Teil 2. Jeder einzelne Charakter kämpft auf andere Art und Weise mit den Alpträumen eines Freddy Kruegers. Was ich ein bisschen albern fand, war die Tatsache, dass jeder Teenager im Traum „Traumfähigkeiten“ hat… und der Nerd der Gruppe, der natürlich auf Pen-and-Paper-Spiele steht, wird im Traum zum Zauberer. Aber gut… witzig ist es trotzdem.

Vom Budget wurde für Teil 3 ordentlich aufgestockt… und damit übertrumpft der Film auch seine beiden Vorgänger. Allein die Traumsequenzen und die Effekte sind (bislang) das Beste, was ich in der Reihe gesehen habe. Ob Freddy als Stop-Motion-Puppe lebendig wird, die einen jungen auf eklige Art und Weise zur Marionette mutieren lässt oder der riesige Freddy-Wurm, der sein Opfer lebendig verschlingt oder er wieder ein anderes Opfer in einen Fernseher drückt: Die Kills sind spektakulärer und die Effekte herrlich blutig. Teil 3 lässt Freddy wieder zu einer alptraumhaften Gefahr werden.

„A Nightmare on Elm Street: Dream Warriors“ ist ein großartiger Freddy-Film, ein packender Horror-Film, der gekonnt Fantasy-Elemente integriert und ein toller Ensemble-Film, in dem der Cast echt gut zusammen funktioniert. Für mich übertrumpft Teil 3 sogar ein wenig das Original.

Wertung: 9 von 10 Punkten (tolle Fortsetzung, toller Freddy, tolle Effekte… alles toll)

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