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Marvels monströses Multiversum

13. Oktober 2021

Marvels Phase 4 fühlt sich an, als würden Kevin Feige und Co. einfach mal ein bisschen verrücktspielen. Natürlich auf die gute Art und Weise. Nach dem Ende der großen Infinity-Saga ist jetzt das Multiversum dran… und das wird dieses Mal von allen Seiten gefüttert – sowohl Serien als auch Filme spielen eine wichtige Rolle. Allerdings liegt der Fokus im Augenblick mehr auf den Serien: Filme wie „Black Widow“ und „Shang-Chi“ haben jetzt zum Multiversum selbst noch nicht viel beigetragen. Dafür aber ganz besonders die Tom Hiddleston Serie „Loki“, in der ja alles losgetreten wurde. Was sich genau hinter den Möglichkeiten verschiedener Universen verbirgt, will die animierte Serie „WHAT IF…?“ näher beleuchten. In Comic-Form gibt es das schon sehr lange und erzählt veränderte Szenarien – ganz nach dem Motto: „Was wäre, wenn Gwen Stacy nie gestorben wäre“. Die erste Staffel der Serie stürzt sich vor allem auf die Figuren aus den ersten drei Staffeln und verändert einige Situationen.

Der Watcher (Jeffrey Wright) ist ein kosmisches Wesen, das alle Geschehnisse in den verschiedenen Dimensionen des Multiversums beobachtet. So sieht der Watcher in Parallelwelten die gleichen Superhelden, die wir schon kennen – nur sich dann doch ganz anders entwickeln. Da wird Peggy Carter statt Steve Rogers mit dem Supersoldaten-Serum zur Heldin. Da wird T’Challa statt Peter Quill zu Starlord, da grassiert ein Zombie-Virus durch die Superhelden oder Ultron wird – nicht wie in „Avengers: Age of Ultron“ – mächtiger denn je.

In neun Episoden erzählt die erste Staffel von „What If…?“ kleine Geschichten aus dem Multiversum, die erstmal nicht wirklich irgendwas mit einander zu tun haben, doch gerade zum Ende hin vereinen sich selbst diese Geschichten zu einem großen zusammenhängenden Finale. Davor tobt man sich ein wenig aus und macht mit den Helden, wozu man gerade Lust hat. Naja… zumindest ein bisschen.

„What If…?“ hätte wesentlich besser sein können, wenn sich „What If…?“ mehr getraut hätte. Von neun Episoden sind mir vier besonders im Gedächtnis geblieben – gerade die vierte Folge zu Doctor Strange war fantastisch. Ansonsten wirkten viele Episoden sehr handzahm. Es gibt viele Easter Eggs, viele Anspielungen, bei denen man als Fan fröhlich mit dem Finger auf Charaktere, Gegenstände und andere Sachverhalte deuten kann. Alles unterhaltsam und nett, aber das volle Potenzial total verrückter Geschichten wird hier nicht ausgenutzt. Man bleibt halt immer noch Disney, sprich: familienfreundlich soll es trotzdem bleiben. Deswegen, so Gerüchte, wurde eine Episode, in der Peter Parker langsam zur Spinne mutiert wäre, nicht gewählt. Zu viel Body Horror würde halt nicht zu Marvel passen.

Das klingt jetzt möglicherweise härter als es ist. „What If…?“ ist nette Unterhaltung für nebenher, aber leider eben nicht mehr. Das Ganze bringt aber zumindest diesen Multiversums-Charakter gut rüber und präsentiert uns Parallelwelten, in denen das MCU ganz anders ausgesehen hätte. Nur eben mal mehr und mal weniger gut durchdacht. Die Party-Thor-Episode war eine der schlimmsten überhaupt. Die Zombie-Episode hätte noch fieser sein können (und hat auch einen Cliffhanger, der noch nicht aufgelöst wurde). Captain Peggy Carter war nett, aber auch daraus hat man nicht viel gemacht. Und das Finale wird dann leider wieder so typisch Marvel: Viel Krawall und Bumm und viele Logiklöcher. Was echt schade ist, weil gerade die ganze Ultron-Geschichte war wirklich verdammt interessant und wurde dann doch etwas merkwürdig abgefrühstückt.

Am Ende ist „What If…?“ kein Muss, vor allem, weil auch noch nicht so wirklich deutlich wird, ob das jetzt wirklich irgendwas für Phase 4 zu bedeuten hat. Kevin Feige hat dazu ganz klar „Ja“ gesagt, aber wahrscheinlich bezog sich das nur auf das Multiversum… und möglicherweise auf den Watcher, dessen Spezies schon mal in „Guardians of the Galaxy 2“ zu sehen war. Und wer weiß, vielleicht bezieht sich „Spider-Man 3 No Way Home“ und / oder „Doctor Strange 2“ auch noch darauf, was in der Serie mit Doctor Strange passiert. Aber am Ende ist auch das nur Wunschdenken. Mal schauen…

Wertung: 6 von 10 Punkten („Was wäre, wenn What If sich mehr getraut hätte und ein bisschen mehr wie ‚Star Wars Visions‘ ausgesehen hätte“ ist wohl die Frage, die man sich am Ende am meisten stellt)

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