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Von Freddy besessen

11. Oktober 2021

Seit zig Jahren steht in meinem Schrank die „A Nightmare on Elm Street“-Blu-ray-Box rum und immer wieder nehme ich mir vor, sie endlich mal alle zu gucken. Den ersten kenne ich ja zur Genüge. Da hatte ich sogar das Vergnügen, den mal zu Halloween im Kino sehen zu können. Irgendwann habe ich auch mal Teile von „New Nightmare“ gesehen… und ein zweites Irgendwann gilt auch für das Remake, aber das war’s. Den ikonischen Slasher-Killer Freddy Krueger habe ich nie so wirklich zu würdigen gewusst. Jetzt ist für mich endlich der Zeitpunkt gekommen, mich doch mal mehr mit der Filmografie von Mr. Krueger zu beschäftigen… nach einem kurzen Auffrischungskurs in Sachen „A Nightmare on Elm Street“ mit dem blutjungen Johnny Depp, der gleich mal in einer Blutfontäne aus dem Film scheidet, ging es dann mit „A NIGHTMARE ON ELM STREET 2: FREDDY’S REVENGE“ weiter.

Fünf Jahre nach den Ereignissen vom ersten Teil zieht die Familie Walsh in das Haus in der Elm Street ein, in dem zuvor Nancy und ihre Eltern gelebt haben. Sohnemann Jesse (Mark Patton) wird dabei immer wieder von Alpträumen geplagt, in denen ihm Freddy Krueger (Robert Englund) erscheint. Doch anders als zuvor hat es Freddy nicht auf Jesse abgesehen, sondern braucht den Jungen sogar… indem er von Jesse Besitz ergreift, beginnt Krueger nun eine neue Mördertour.  Gemeinsam mit seiner Freundin Lisa (Kim Meyers) von gegenüber versucht Jesse nun, gegen Freddy vorzugehen…

Ich war nicht sicher, wie gut dieser zweite Teil sein würde. Horror-Franchise-Filme sind da ja immer nicht so einfach. „Saw 2“ war nicht mehr so stark wie der erste Teil. „Halloween 2“ war in meinen Augen ein absolutes Schnarchfest im Vergleich zu Carpenters Original. Es ist ja auch gar nicht so einfach, aus so etwas ein wirklich gutes Franchise zu machen. Und ja, auch „Freddy’s Revenge“ hat da so seine Schwierigkeiten. Obwohl die eher im schauspielerischen Bereich liegen. Kim Meyers und Mark Patton wirken sehr steif und oft sehr fehl am Platze. Gut, das war auch ein Problem, was der erste Teil hatte… aber es fällt halt schon auf. Wenn die Darsteller einfach ein bisschen mehr Erfahrung mitbringen würden, könnte man ihren Angstschreien einfach ein bisschen mehr Empathie entgegenbringen. So wirkt vieles einfach sehr unfreiwillig komisch.

Abgesehen davon war ich aber doch überrascht, wie gut ich den zweiten Teil fand. Er ist jetzt nicht perfekt, aber ich mochte die Idee, dass Freddy wirklich besiegt worden ist und nun über andere Mittel und Wege seine Mordtaten begehen muss. Die Idee, dass er Jesse wie so einen Poltergeist besetzen muss, ist mal was anderes. Die Gräueltaten des Freddy Krueger schwanken dabei allerdings sehr stark. Der Mord an dem Sportlehrer erinnerte irgendwie an die Sache mit den Bäumen aus „Evil Dead“, die wirre Nummer auf Lisas Party, bei der Freddy einfach nur wie ein Wahnsinniger durch die Gegend rennt, war ziemlich dumm… aber die Reihe bleibt sich treu und vor allem blutig. Wenn Freddy wie das Alien aus Jesse platzt, ist herrlich eklig. Insgesamt ist „Freddy’s Revenge“ aber ein wenig handzahmer in vielen Kills als sein Vorgänger und bei weitem nicht so kreativ. Was vielleicht auch einfach daran liegt, dass Mr. Wes Craven für diesen zweiten Teil überhaupt nicht involviert war.

Die Tatsache, dass Freddy die Morde begeht, aber Jesse als Verdächtiger gehandelt wird, fand ich ziemlich stark. Das führt die Geschichte von Rod und Tina aus dem ersten Teil weiter… da wurde Tina von Freddy getötet, während Rod dabei war, und Rod wurde daraufhin verhaftet. Was damals nur eine kleine Randnotiz war, wird hier nun zur Story des gesamten Films. Hat für mich ziemlich gut funktioniert.

„A Nightmare on Elm Street 2“ ist jetzt kein Meisterwerk, aber für den zweiten Teil eines Horror-Franchise ein sehr unterhaltsamer Streifen, den man sich durchaus gönnen kann. Ich bin schon jetzt sehr gespannt, wie es weitergehen wird. Für Teil 3 war Wes Craven immerhin wieder am Drehbuch beteiligt.

Wertung: 7 von 10 Punkten (coole Fortsetzung, die Freddy gut zu Gesicht steht – wenn man das bei dem Gesicht überhaupt sagen kann)

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