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Fantastic 4 X-Men-Avengers

24. September 2021

Ich habe dank meiner Filmreise Challenge, die ich vor einiger Zeit gemacht habe, ein bisschen das moderne russische Kino für mich entdeckt: „Coma“ hat mich da echt fasziniert. Zuletzt habe ich dann „Why don’t you just die!“ gefeiert und bin seitdem immer auf der Suche, was Filme aus Russland angeht. Dabei fiel mir neulich ein, dass es doch mal vor ein paar Jahren diesen einen Trailer gab… zu einem russischen Superhelden-Team. Ich hatte mir den Film damals vorgemerkt, dann aber auch wieder vergessen. Jetzt wollte ich den aber dringend nachholen… und so habe ich mich dann an „GUARDIANS“ gewagt – ich meine, der Trailer hatte einen riesigen Bärmann. Was kann da schon falsch gehen?

Die Geheimorganisation „Patriot“ wird während des Kalten Krieges aufgebaut und soll mit Hilfe von Genforschung Supermenschen heranzüchten. Das Projekt ist auch tatsächlich erfolgreich, sehr zum Ärger von Professor August Kuratov (Stanislaw Shirin), dessen eigene Experimente nicht funktionieren. Er tötet daraufhin seinen Konkurrenten und flieht, forscht im Geheimen weiter und kann nun in der Gegenwart zeigen, was er drauf hat (ach ja, und er hat auch Superfähigkeiten, weil er von atomarer Strahlung verseucht wurde). Jetzt will Kuratov mit seiner Klonarmee die Weltherrschaft. Um das zu verhindern, müssen die Guardians von damals wieder zusammengetrommelt werden (die altern ja dank ihrer Fähigkeiten auch nicht). Mayor Elena Larina (Valeriya Shkirando) soll das Team leiten. Nach kurzer Suche hat sie das auch gefunden: Anführer ist Ler (Sebastien Sisak), der Steine kontrollieren kann (jupp), dann hätten wir Arsus (Anton Pampushnyy), der sich in einen Bären verwandeln kann, Khan (Sanzhar Madiyev), der superschnell ist und Kseniya (Alina Lanina), die sich unsichtbar machen kann.

„Guardians“ sah vom Trailer her noch irgendwie witzig aus, wenn man sich aber den ganzen Film anschaut, hört der Spaß aber schnell auf. Irgendjemand in Russland hat sich wohl wirklich gedacht: „Okay, Superhelden scheinen gerade zu funktionieren. Das brauchen wir auch.“ Dann hat man sich Fantastic Four angeguckt, X-Men und einfach alles, was Marvel so rausgehauen hat und das alles miteinander vermischt. Steine-Schmeißer Ler ist eine Mischung aus das Ding und Magneto (nur eben mit Steinen), Arsus ist Beast und Hulk vereint, Khan ist einfach nur Flash meets Quicksilver mit ein paar cool aussehenden Klingen und Kseniya ist halt Sue Storm. Das Problem ist nur, das sieht alles einfach nicht wirklich gut. Der Einzige, der funktioniert, ist Khan… weil dessen Szenen schon stylish aussehen. Alles andere ist eher gruselig. Lers Stein-Zeug erinnert an „The Last Airbender“, wenn er da seine CGI-Brocken durch die Gegend wirbelt. Das Unsichtbar-Sein wirkt auch nicht und ganz, ganz schrecklich ist das CGI leider bei unserem Bär-Mann Arsus. Wenn der dann später auch noch in Beast-Mode geht, sieht sein Bär eher wie ein trauriger Pixelhaufen aus.

Der Film hätte irgendwie Spaß machen können, wenn man zumindest eine Team-Dynamik und eine halbwegs nachvollziehbare (innerhalb einer Welt von Gen manipulierten Supermenschen) Story entwickelt hätte. Aber das Team kommt nie so richtig zusammen, auch deren emotionale Szenen sind eher albern. Jeder von ihnen bekommt irgendein Trauma angedichtet, aus dem aber auch nicht viel gemacht wird. Und als Team sieht man sie auch nur selten kämpfen. Auch diese Patriot-Organisation kommt nicht an SHIELD heran… obwohl Valeriya Shkirando stark versucht, Sam Jacksons Nick Fury zu kopieren. Leider sieht sie in ihrer engen Lederkluft mit dem steinernen Gesichtsausdruck und den zurückgegelten Haaren eher wie eine Domina aus.

Die Story zu all dem russischen Superhelden-Gedöhns ist leider auch sehr 08/15: Schurke will Weltherrschaft. Ist ja okay, aber dann hätte das Ganze in sich logischer sein müssen. Ich habe nie so ganz den Plan verstanden – weder den der Guardians noch den von Kuratov. Aber es hat irgendwas mit einem alten Satelliten zu tun und einer riesigen Antenne und dadurch geht dann die Welt unter. Ich hätte mir einfach eine gradlinigere Story gewünscht, weniger Rumgelaber (das in diesem Film leider eh zu nichts führt) und mehr Action. Das Konzept hinter den „Guardians“ kann man schon unterhaltsam umsetzen, leider scheitert der Film daran (und ist trotzdem selbstbewusst genug, eine Midcredit-Scene einzufügen, die jemanden namens „Ferrum“ anteasert – Hut ab!)

Mit „Guardians“ werden die Russen Marvel definitiv nicht den Rang streitig machen. Dafür müssen sie noch ein bisschen üben. Aber man kann dem Versuch nur applaudieren…. Ganz langsam natürlich nur.

Wertung: 4 von 10 Punkten (nett zusammengeklautes Superhelden-Filmchen, aus dem man echt hätte was machen können)

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