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Die Lotus-Blüten von Selemene

16. Juni 2021

Wir sind mal wieder bei einer Spiele-Verfilmung. Allerdings einer, bei der ich die Vorlage so überhaupt nicht kenne… zumal ich auch kein sonderlicher großer Fan von Strategiespielen bin. Wenn ich das aber richtig verstanden habe, geht es bei dem Spiel „Defense of the Ancients“ und seinem Nachfolger „Dota 2“ darum, dass man eine Gruppe von Helden um sich scharrt und mit denen dann die Basis des Gegners angreift. „Dota 2“ hat dabei wohl auch eine riesige E-Sports-Community, bei deren Turnieren wohl auch gerne mal 30 Millionen Dollar als Preisgeld ausgeschrieben werden (so sagt es mir zumindest Wikipedia). Also „Dota 2“ ist offensichtlich der Shit, obwohl das Konzept oberflächlich betrachtet ja recht simpel klingt: Eigene Basis verteidigen, die des Gegners zerstören. Fertig. Klingt doch nach etwas, was man dringend verfilmen muss, oder nicht? Äh ja… total. Zumindest hat sich das Netflix gedacht und daraus jetzt mal eine Animationsserie namens „DOTA: DRAGON’S BLOOD“ gemacht.

Der Drachenritter Davion jagt auf der ganzen Welt Drachen, um so die Bewohner zu beschützen. Sein Hass auf Drachen wird aber auf eine besonders harte Probe gestellt. Davion beobachtet, wie ein älterer, mächtiger Drache namens Slyrak gegen den Dämon Terrorblade kämpft, der alle Drachen vernichten und deren Seelen einsammeln will. Im Kampf gegen Terrorblade wird dieser Drache tödlich verwundet. Doch bevor er stirbt, verschmilzt er seine Seele mit der von Davion, der daraufhin in besonders wütenden Momenten selbst zum Drachen wird. In der Hoffnung, diesen Fluch von sich abzuwenden, trifft Davion auf die verstoßene Prinzessin Mirana, die mit ihrer stummen Beschützerin Marcy auf der Suche nach den gestohlenen Lotus-Blüten ihrer Göttin Selemene ist. Die wiederum wurden von Elfen gestohlen… und das droht einen Krieg auszulösen, der alles – neben den Drachen – noch verschlimmern könnte.

Das sind die ersten acht Episoden von „Dota: Dragon’s Blood“ Staffel 1 grob zusammengefasst. Ich muss gestehen, ich hatte mir so etwas erhofft wie „Castlevania“… und vom Stil erinnert die neue Netflix-Serie auch sehr stark an die Abenteuer von Trevor Belmont. Aber so wirklich überzeugen konnte mich die Serie dennoch nicht. Was zum einen an der Story lag, zum anderen an den Charakteren.

Die Story kommt sich verschwurbelt daher. Die ganze Nummer mit diesem Dämon Terrorblade und den Drachen wird nie so richtig gut erklärt, so dass man sich hier ein wenig verloren fühlt. Ich habe nie so richtig das ganze Ausmaß der Bedrohung durch Terrorblade greifen können. Er ist halt einfach irgendein mächtiger Dämon, der alles vernichten will. Okay… herzlich willkommen typischer 08-15-Schurke aus jedem x-beliebigen (Fantasy-)Film überhaupt. Der hat einfach so gar nichts, was ihn auch nur in irgendeiner Form interessant macht.

Das Gleiche gilt übrigens auch für die Drachen selbst. Hier hatte ich echt gehofft, da coole und vor allem unterschiedliche Arten zu Gesicht zu bekommen. Aber auch die Hintergrundgeschichte der Drachen wird nur so knapp wie es geht angeschnitten. Irgendwann in einer der späteren Folgen erfahren wir dann auch mal, dass es eine Art Zirkel mächtiger Drachen gibt, die… irgendwas krasses machen. Keine Ahnung. Diese erste Staffel hat mich, wie gesagt, mit mehr Fragezeichen zurückgelassen als mir lieb war. Die Drachen sehen alle ganz nett aus, aber auch aus ihnen wird nicht viel gemacht.

Der Konflikt zwischen den Anhängern Selemenes und den Elfen wird auch erst zum Schluss richtig greifbar… was schade ist, denn da steckt tatsächlich eine tragische Geschichte dahinter, die man stark hätte ausbauen können. Da geht es um Liebe und Verrat, da wird es wirklich mal emotional. Ansonsten wirkt der eigentliche Konflikt sehr aus der Luft gegriffen und einfallslos.

Das Gleiche gilt auch ein wenig für die Charaktere, die sich auch eher als 08-15 präsentieren. Klassischer Held, taffe Prinzessin, böse Bösewichte… fertig… das hat man von der Charakter-Entwicklung in so vielen anderen Serien einfach schon so viel besser gesehen. Da steckt in allen zwar durchaus Potenzial drin, aber „Dota: Dragon’s Blood“ weiß in dieser ersten Staffel noch nicht so recht, worauf es sich konzentrieren soll und macht einfach alles auf einmal. Da wird Action reingehauen (die auch nur so lala ist), da wird hier und da mal ein bisschen was über die Charaktere erzählt, aber mehr darauf geachtet, diese „Story“ voranzutreiben. Dabei wäre eine Entwicklung der Charaktere schon interessanter gewesen, damit man sich in dieser wirren Story (die eigentlich gar nicht so wirr ist, sondern nur schlecht erzählt) mit irgendwas zurechtfinden kann.

Ich weiß echt nicht, ob mich da die zweite Staffel überhaupt noch interessiert… es gibt halt einfach doch so viel bessere Animationsserien.

Wertung: 4 von 10 Punkten (da steckt Potenzial drin, aber der erste Eindruck ist versaut)

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