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Der Vogel des Hermes

2. Juni 2021

Bevor direkt Fragen bezüglich des Titels aufkommen: Ich habe auch so absolut keine Ahnung, was es mit dem Vogel des Hermes auf sich hat. In der Anime-Serie „HELLSING ULTIMATE“ wird dieser mysteriöse Vogel nur immer wieder im Titel erwähnt und später von der Hauptfigur der Serie selbst auch. Warum dieser Vogel wichtig ist oder warum er etwa seine eigenen Flügel fressen muss, ist mir nicht wirklich klar, aber es stand halt immer wieder im Titel und ist hängengeblieben. „Hellsing Ultimate“ ist die zweite Anime-Serie zum „Hellsing“-Manga. Die erste Serie, die einfach nur „Hellsing“ hieß, habe ich ja schon gesehen und war ziemlich unzufrieden. Doch als ich mitbekam, dass es eine zweite Serie gibt, die zumindest längere Episoden hatte, war ich gewillt, dieser auch noch eine Chance zu geben. Leider auch nur mit mäßigem Erfolg.

Wir befinden uns wieder in London, wo die Hellsing Organisation unter der Führung von Lady Integra Hellsing gegen Vampire und andere Ungeheuer vorgeht. Lady Integra hat dabei den mächtigen Vampir Alucard unter ihrer Kontrolle, der sich für sie die Hände schmutzig macht. Bis dahin gleichen sich beiden Anime-Serien auch noch. Doch in „Ultimate“ wird die Hellsing Organisation auf eine schwere Probe gestellt: Die Millennium-Gruppe hat es auf England abgesehen. Das ist eine Gruppe von Vampir-Nazis unter der Führung des Majors, die London vernichten will. Im Kampf setzt der Major auf eine Elite-Truppe von Vampiren und zahlreichen Untergebenen. Der Kampf um England und insbesondere um London lockt auch eine dritte Partei an: Der Vatikan schickt seine Sektion Iscariot los, die diesen Kampf für sich entscheiden wollen, um den Katholizismus in England wieder aufbauen zu können. Diesen Armeen steht nun Hellsing gegenüber – mit nur Alucard und der jungen Polizistin Seras, die gerade erst zum Vampir gemacht wurde.

Allein vom Umfang und von der Geschichte her ist „Hellsing Ultimate“ definitiv die bessere der beiden „Hellsing“-Serienadaptionen. „Ultimate“ besteht zwar nur aus 10 Folgen (die erste Serie hatte 13), die sind dafür aber immer zwischen 50 und 60 Minuten lang (die Folgen der ersten Serie hatten nur eine Laufzeit von ca. 20 Minuten). Auch die Geschichte macht bei „Ultimate“ sehr viel mehr Sinn. Denn sie hört nicht einfach mittendrin auf und erklärt sich zudem auch an den richtigen Stellen. So entsteht erst ein richtiger Erzählfluss, der nachvollziehbar ist. Die erste „Hellsing“-Serie führt einfach Charaktere ein und schiebt sie wieder weg, ohne das man je wirklich was von ihnen erfährt. Das macht „UItimate“ halt einfach mal wesentlich besser.

Die Geschichte rund um die Nazi-Vampire und deren Verbindungen zum Vatikan und auch zu Hellsing ist dabei trotzdem nur nett. Das größte Problem, das ich mit der „Ultimate“-Serie hatte, war einfach mal die Tatsache, dass die Macher diese Handlung bis ins Unendliche strecken, ohne es wirklich mit etwas Spannendem zu füllen. Die Streckung funktioniert dabei über zwei Mittel, die extrem strapaziert werden: Gewalt und Monologe.

Jeder in dieser Serie liebt es zu reden und jeder hört sich hier furchtbar gerne selbst reden. Besonders der Major sitzt nur zu gerne in bester Villain-Manier auf seinem Stuhl und labert und labert und labert. In manchen Folgen redet der Typ einfach mal zehn Minuten am Stück – ohne dass das Ganze irgendwas zur Handlung beiträgt oder das nebenbei was interessantes passiert. Die Macher versuchen ihm dadurch mehr Tiefgang zu geben, aber es ist doch auch so schon alles gesagt: Nazi-Vampir-Boss = Böse. Hellsing-Vampir = Gut! Fertig… aber nein, nicht fertig. Es muss weiterhin viel gequatscht werden und noch mehr gequatscht werden.

Dadurch will man dann die Tatsache vertuschen, dass in der ganzen Serie nichts wirklich passiert, außer das London angegriffen wird. In zwei recht lang wirkenden Folgen gibt es noch einen sehr gestreckten Kampf um das Hellsing-Hauptquartier mit Seras im Mittelpunkt, aber das war’s.

Womit ich dann mal zur Gewalt komme: Ich habe da gerade in Animes nichts gegen. Das darf gern auch mal etwas brutaler zur Sache gehen. Leider macht „Hellsing Ultimate“ das, was Michael Bay in seinen „Transformers“-Filmen macht – nämlich einfach zu viel. Wenn 40% einer Folge gequatscht wird, bestehen die restlichen 60% aus Gewalt pur. Da fliegen die Körperteile, da werden Menschen gefressen, zerschnetzelt, erschossen und in jeder erdenklichen Art und Weise plattgemacht. Zum Ende der Serie fließt das Blut in Strömen… nur sind die einzelnen Kämpfe nie absolut sehenswert. Manche sind ganz nett, aber oftmals ist es einfach nur Gemetzel pur.

Da aber eine richtige Story fehlt und damit auch irgendeine Art von Entwicklung innerhalb der Charaktere (abgesehen tatsächlich von Seras) konnte ich das Ganze nie so ganz genießen. Dennoch würde ich jedem empfehlen, der sich mit „Hellsing“ beschäftigen will: Überspringt die erste Serie und guckt gleich „Hellsing Ultimate“. Da habt ihr definitiv mehr von – auch wenn das relativ ist 😀

Wertung: 5 von 10 Punkten (deutliche Steigerung, aber die Story schwächelt dennoch sehr)

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