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Konkurrenzkampf mit Mama

19. Mai 2021

Ich habe einen sehr guten Freund, mit dem ich gemütlich romantische Komödien und Serien gucken kann. Weil er aber mit Horror-Filmen nicht klarkommt, gucke ich die dann mit seiner Freundin. So ist ein interessantes Gespann entstanden, wo wir uns auf unsere „Männerabende“ freuen, bei denen wir dann RomComs oder ähnliches gucken. Es ist schon eine verrückte Welt, in der wir leben. Mit eben diesem Freund habe ich vor einiger Zeit auch angefangen, „SEX EDUCATION“ zu schauen. Staffel 1 haben wir schon schwer gefeiert, da haben wir uns natürlich – wie es sich für männliche Männer gehört – tierisch gefreut, als Staffel 2 verkündet wurde. Allerdings mussten wir eine ganze Weile warten, bis wir die dann endlich mal in Ruhe gucken konnten. Gut Ding will eben Weile haben. Aber irgendwann kam unsere Zeit und wir konnten uns an Staffel 2 dieser wunderbaren Serie ergötzen.

Otis (Asa Butterfield) kann endlich masturbieren. Doch so richtig kommt er immer noch nicht mit seiner Beziehung zu Ola (Patricia Allison) klar – zumal die auch noch nicht so richtig weiß, wie sie mit ihrer Sexualität umgehen soll. An der Schule bekommt Otis zusätzlich noch Schwierigkeiten: Nicht nur kehrt seine große Liebe Maeve (Emma Mackey) zurück, auch seine Mutter Dr. Jean Milburn (Gillian Anderson) wird als Sex-Ratgeberin an der Schule angestellt – und versaut Otis das Geschäft.

Season 2 macht genau das, was man von einer guten Fortsetzung erwartet: Sie spinnt alles noch viel größer und noch viel weiter. Die einzelnen Charaktere werden viel stärker ausgebaut, was der Vielfalt der Serie so unfassbar gut tut. Ola bekommt ihre eigene Story. Otis bester Freund Eric (Ncuti Gatwa) bekommt seine eigene Story. Dr. Millburn wird weiter ausgebaut. Maeves Geschichte wird durch ihre Mutter weiter vertieft. Ihre beste Freundin Aimee (Aimee Lou Wood) bekommt die traurigste und gruseligste Story der Season überhaupt. Es ist einfach, als würde Oprah Autos verteilen… so verteilt Staffel 2 von „Sex Education“ mehr Tiefe. Das ist unglaublich toll, weil man sich bei jedem Cut darauf freut, wer wohl jetzt als nächstes dran ist.

Dabei muss ich auch einfach wiederholen, was ich schon zu Staffel 1 gesagt habe: Es ist unglaublich erfrischend, wie gut die Serie mit Sexualität umgeht. Da wird kein Tabu draus gemacht, da werden alle möglichen Themen angesprochen – und das ohne dabei „preachy“ zu sein. Alles kann, nichts muss – scheint das Motto zu sein. Und dank wirklich gut geschriebener Drehbücher und toller Darsteller wirkt das auch nie aufgesetzt oder peinlich oder sonst irgendwas. Die Serie nimmt jeden einzelnen Charakter und seine Probleme ernst und kehrt nichts unter den Teppich.

Richtig großartig ist in Staffel 2 die vorletzte Episode, die sehr stark an „The Breakfast Club“ angelehnt ist und alle Mädchen während des Nachsitzens über ihre Sorgen und vor allem darüber sprechen, welche Erfahrungen sie mit sexuellen Übergriffen hatten (immerhin das große Thema, wenn es um Aimees Charakter geht). Diese eine Folge ist schon wirklich der absolute Hammer. Die hat eine Wucht, das ist echt unglaublich.

Das Finale ist dann auch toll… und an dieser Stelle möchte ich mal laut ins Internet schreien, dass ich von „Sex Education“ bitte eine Special Episode haben möchte… und zwar eine, in der Lilys (Tanya Reynolds) erotische Musical-Version von „Romeo und Julia“ in voller Länge zu sehen ist. Was Staffel 2 hier nur fürs Finale auffährt, ist schon ziemlich krass und so lustig.

„Sex Education“ weiß aber auch wirklich gut mit Sex, Humor und Drama umzugehen. Auch wenn es im Finale von Staffel 2 vorhersehbar kitschig wird, ist das einfach schön. Da kann Staffel 3 gar nicht schnell genug kommen.

Wertung: 9 von 10 Punkten (die Serie etabliert sich weiter zu einer der besten der letzten Jahre)

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