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Finde dein Arcana!

14. Mai 2021

Als ich vor einiger Zeit zum ersten Mal (!) die Video-Spiel-Verfilmung „Mortal Kombat“ von Paul WS Anderson aus den 90ern gesehen habe, war ich doch angetan. Die ganze Geschichte um Outworld und Earth Realm hatte was. Die Action war nett, die Settings wirklich faszinierend… und mein letzter Satz in der Kritik zum Film schrieb ich folgendes: „Gleichzeitig ist es ein Film, der durchaus ein Remake mit besseren Choreografien, mehr Gewalt und cooleren Effekten verdient hätte […]“ Natürlich schrieb ich das, wohlwissend, das so ein Remake ins Haus stand, das von „Saw“- und „Conjuring“-Regisseur James Wan (leider nur) produziert wurde. Doch je mehr ich über das „MORTAL KOMBAT“-Reboot las, desto sicherer war ich mir, das Ding wird gut. Man engagierte wirklich Darsteller, die den hohen Anforderungen an die Kampf-Szenen auch gewachsen waren und wollte so einfach sicher gehen, dass der Action-Anteil des Films so wird, wie man es sich als Fan der Spiele und / oder Fan von Martial-Arts-Filmen wünscht. Und der Film liefert wirklich ordentlich ab.

Shang Tsung (Chin Han) ist kurz davor, die Erde für seinen Meister Shao Kahn einzunehmen. Outworld hat neun Mal das Mortal Kombat gewonnen, ein letzter Sieg und die Invasion kann beginnen. Doch eine Prophezeiung macht Shang Tsung Sorgen: Die Blutlinie des Hanzo Hasashi (Hiroyuki Sanada) wird die Champions der Erde vereinen, um den Sieg Outworlds zu verhindern. Deswegen umgeht Shang Tsung ein weiteres Turnier und schickt seinen besten Kämpfer Sub-Zero (Joe Taslim) auf die Erde, um alle Träger des Drachenmals (das Zeichen der Champions) zu töten. Sein erstes Ziel ist Cole Young (Lewis Tan), der das Mal seit seiner Geburt trägt… doch Cole wird von Jax (Mehcad Brooks) und Sonya Blade (Jessica McNamee) gerettet. Gemeinsam mit ihr, dem Söldner Kano (Josh Lawson) und Liu Kang (Ludi Lin) wird Cole daraufhin von Lord Raiden (Tadanobu Asano) ausgebildet. Doch Shang Tsungs Schergen sind im Anmarsch.

Ich habe mit den neuen „Mortal Kombat“ mit einem waschechten Mortal-Kombat-Fan geguckt (einfach um auch zu sehen, wie Fans der Spiele auf den Film reagieren)… und ja, er war schwerst begeistert. Er konnte mir brav alle Charaktere benennen und war auch sehr zufrieden damit, wie deren einzelne Geschichten und Figuren aufgebaut und erzählt wurden. Natürlich gibt es auch für Fans hier und da etwas zu meckern – zum Beispiel die Tatsache, dass „Mortal Kombat“ dieses Mal komplett ohne ein „Mortal Kombat“ an sich auskommt. Wenn man sich aber mal anschaut, was noch geplant ist, macht es schon fast Sinn: Sub-Zero-Darsteller Joe Taslim hat für insgesamt vier Filme unterschrieben, sollte das Reboot ein Erfolg werden (und bislang sieht alles sehr danach aus). Von daher muss man sich ein paar Sachen einfach noch aufsparen.

Ich war auch ohne die Spiele je gespielt zu haben, schwer begeistert von „Mortal Kombat“. Allein die ersten zehn Minuten, die noch im alten Japan spielen, sind großartig. Hier zeigt sich, was Joe Taslim für ein genialer Kämpfer ist (er spielte immerhin in „The Raid“ mit und konnte auch in großartigen Martial-Arts-Fest „The Night Comes for us“ sein Können unter Beweis stellen) und vor allem zeigt sich hier auch, dass das neue „Mortal Kombat“ alles richtig macht – nämlich die Kämpfe.

Die ziehen sich durch den gesamten Film und sind einfach nur super. Zum einen, weil sie herrlich fies brutal sind, zum anderen weil die Darsteller wirklich allesamt begabte Kämpfer sind. Joe Taslim erwähnte ich ja schon, Hauptdarsteller Lewis Tan bewies seine Kampfkunst in Serien wie „Iron Fist“ und „Into the Badlands“. Ludi Lin war schon im „Power Rangers“-Reboot ein richtiger Ass-Kicker und alle anderen Darsteller haben sich ordentlich ins Zeug gelegt, um ordentliche Kämpfe abzuliefern. Für die Fights allein – in aller ihrer Gewalt – lohnt sich das Reboot jetzt schon.

Die Charaktere selbst leiden ein wenig darunter. Cole wird nie wirklich als großer Held ausgebaut. Die ganze Nummer mit seiner Familie ist ein netter Touch, aber mehr auch nicht. Sonya Blade und ihr Interesse an Mortal Kombat dient auch nur der Tatsache, dass der Film irgendjemanden braucht, der Nicht-Spielern den Film erklärt. Und Liu Kang, der der Held der ersten beiden Filme gewesen ist, verkommt hier ein wenig zur Nebenfigur. Was all das angeht, hätte man den neuen „Mortal Kombat“ sicherlich sehr viel besser ausbauen können. Immerhin dieser Zwist zwischen Sub-Zero und Scorpion kommt gut rüber (ich habe mir sagen lassen, dass das schon wichtig ist). Aber ansonsten fehlt eine charakterliche Entwicklung schon. Diese Suche nach dem Arcana, ihrer inneliegenden Superkraft, wirkt sehr weithergeholt… aber trotzdem bin ich gewillt, dem Film all das zu verzeihen. Denn am Ende des Tages habe ich einen unterhaltsamen Film mit geilen Fights bekommen. Wenn ich Charakterdrama will, gucke ich mir was an, was nicht unbedingt „Mortal Kombat“ heißt 😀

Trotz des Meckerns machen die Charaktere schon Spaß (und wer weiß, Sequels könnten ja auch noch kommen, die das weiter ausbauen könnten) – gerade Kano in diesem Film ist ein absoluter Scene Stealer. Insgesamt hatte ich mit „Mortal Kombat“ eine gute Zeit. Das ist mal ein Blockbuster, der einfach nur Spaß macht, der die Kämpfe zelebriert und uns dabei wirklich absolut was fürs Auge liefert.

Wertung: 7 von 10 Punkten (herrliches Gekloppe, das Lust auf mehr macht)

4 Kommentare leave one →
  1. 14. Mai 2021 20:19

    Hey, hört sich doch gar nicht so übel an. Hau druff geht immer :))

    • donpozuelo permalink*
      15. Mai 2021 08:27

      Ja, für Hau Druff ist der wirklich ganz nett. Wenn man Elemente aus dem 95er Film mit dem hier gemischt hätte, wäre ein wirklich starker Film entstanden 😁

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