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Flawless Fail

10. Mai 2021

In Vorbereitung auf das kommende „Mortal Kombat“-Reboot, das Produzent James Wan aus dem Boden gestampft hat, wollte ich mich dieser ganzen Welt mal etwas genauer widmen. Ich habe die Spiele nie gespielt, weil ich – ehrlich gesagt – nie ein großes Interesse an diesen Beat-Em-Up-Games hatte (und auch nie die Freunde dazu, um das zu zweit zu spielen – ich weiß, ich weiß… einmal eine Dose Mitleid für den armen Sebastian bitte). Doch der „Mortal Kombat“ von Paul WS Anderson hat zumindest auf seine Art und Weise echt Spaß gemacht. Ich kann das natürlich nur als unvoreingenommener Zuschauer betrachten. Und eigentlich wollte ich es auch bei dem Film belassen und dann einfach auf den Neuen warten. Die grausigen „Vorschusslorbeeren“ aber, mit denen „MORTAL KOMBAT: ANNIHILATION“ daher kommt, haben mich dann doch irgendwie gereizt. „Mortal Kombat 2“ gilt gemeinhin als einer der schlechtesten Filme überhaupt… und da war meine Neugier doch etwas entfacht. Und schließlich endete der erste Mortal-Kombat-Film auch mit einem offenen Ende, das die Ankunft einer noch viel größeren Gefahr andeutete.

„Mortal Kombat 2“ greift das nun direkt auf (also eigentlich nicht schlecht, oder? Wartet es ab!): Der böse Herrscher von Outworld, Shao Kahn (Brian Thompson), erscheint auf der Erde und will diese in sechs Tagen für sich einnehmen. Warum sechs Tage und nicht sofort, fragt ihr euch? Keine Ahnung… irgendwie brauchen die Helden ja ein bisschen Zeit. Es wäre ja zu cool gewesen, wenn Kahn die Erde direkt absorbiert hätte und unsere Helden nun in Outworld gegen ihn antreten müssten. Unsere Helden sind immer der Gewinner des letzten Mortal Kombats Liu Kang (Robin Shou) und Kitana (Talisa Soto) und auch Johnny Cage und Sonya Blade sind dabei… nur beide wurden einfach mal neu besetzt mit Sandra Hess und einem Typen, der offensichtlich so unwichtig gewesen ist, dass man ihn direkt in der Eröffnungsszene tötet. Gemeinsam mit Lord Raiden (der mit Dexters Papa James Remar auch neu besetzt wurde) müssen Sonya, Liu Kang und Co. alles daran setzen, Shao Kahn zu besiegen.

Schon in den ersten 10 Minuten merkt man, warum „Mortal Kombat 2“ zu den schlechtesten Filmen aller Zeiten gehört. Man sieht bei den Schauspielern die Umrisse, wo man den Greenscreen weggemacht hat. Teilweise ist das aber so miserabel, dass hier und da auch mal eine komplette Schulter verschwindet oder die Sättigung der Darsteller so niedrig ist, dass sie vor dem Hintergrund fast komplett verschwinden. Dazu kommen Dialoge, die ein Erstklässler beim Spielen besser hätte schreiben können (und der kann noch nicht einmal richtig schreiben). Und wie gesagt, das sind nur die ersten paar Minuten, die aber schon zeigen, wohin der Weg geht.

Die Darsteller wissen irgendwie nie so wirklich, was sie eigentlich tun. Der Regisseur weiß es auch nicht und der Drehbuchautor hat offensichtlich auch nur eine Aufgabe gehabt: „Packe so viele Charaktere wie möglich aus den Spielen in einen Film“. Ständig taucht irgendein neuer Gegner auf, der aussieht wie der vorherige und schneller verschwindet, als man „Mortal Kombat Annihilation“ sagen kann. Charakter-Entwicklungen gibt es keine, eine Story gibt es auch nicht. Mit irgendwelchen unterirdischen Hamsterrädern (ohne Scheiß) reisen die Charaktere an unterschiedliche Orte in der Welt, um dort irgendwas zu machen und gegen irgendwen anzutreten. Was genau die da machen, wird einem nie so wirklich erklärt. Sonya Blade ist irgendwie auf einmal in einer Militäranlage und befreit ihren Kollegen Jax, der sich Roboter-Arme hat machen lassen, weil… Gründe.

Das Nachdenken über die Gründe in diesem Film bereitet einem mehr Kopfschmerzen als das Gesehene selbst. Die Kämpfe sind nicht einmal wirklich als solche zu definieren. Die meiste Zeit vollführen die „Kämpfenden“ wilde Pirouetten, schreien sich an und machen einen Salto nach dem anderen (warum? Gründe!). Manchmal boxen sie auch einfach hässlichen CGI-Monstern ewig in den Hintern und die verschwinden dann dadurch. Für eine Verfilmung eines Beat-Em-Up-Spiels haben die Macher dieses Ungetüms alles daran gesetzt, Action so lahmarschig und langweilig wie möglich wirken zu lassen.

Und wenn wir schon mal beim CGI sind… die miserable Verwendung vom Greenscreen habe ich ja schon erwähnt. Aber die Monster, die hier am Computer entstehen, sind selbst für 1997 eine absolute Katastrophe. Dadurch geht auch der finale Kampf (in dem sich zwei Drachen prügeln) komplett unter… allerdings kann ich mich nach diesem Film nicht mehr wirklich über Filme wie „Venom“ beschweren. Selbst da sah der CGI-Endkampf noch besser aus als bei „Mortal Kombat 2“.

Schlechte Action, schlechte Story, schlechtes CGI… fehlen nur noch überzeugende Darsteller, die wir leider auch nicht vorfinden. Es ist aber auch schwer, diese Dialoge, die eher zu einem Porno-Film gepasst hätten, in überzeugender Manier rüberzubringen. Überhaupt schrammt dieser Film echt hart an der Grenze zur eigenen Parodie vorbei… und es hätten eigentlich nur noch Sex-Szenen gefehlt, dann hätte „Mortal Kombat 2“ als Porno-Parodie zu „Mortal Kombat“ sicherlich sehr viel besser funktioniert.

So ist das Ganze ein ziemlicher Graus, der aber auf gewisse Art und Weise auch ein bisschen lustig ist. Man stirbt zwar innerlich ein wenig dabei, man verliert sehr viele Hirnzellen, aber man kann über diesen auf Film gebannten Irrsinn teilweise auch einfach nur herrlich lachen. Wenn man dann noch bei jedem Salto einen Kurzen trinken würde, schafft man es noch rechtzeitig ins Krankenhaus, bevor überhaupt 20 Minuten des Films vorbei sind. Wer’s mag…

Wertung: 2 von 10 Punkten (absolute Katastrophe, die nur mit Alkohol zu ertragen ist)

2 Kommentare leave one →
  1. luzifel permalink
    10. Mai 2021 18:18

    Der wievielte Totalausfall in Folge war das jetzt?

    • donpozuelo permalink*
      10. Mai 2021 20:58

      🤣🤣🤣 Gute Frage… der vierte? Fünfte? Keine Ahnung…

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