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Vampir im Dienst Ihrer Majestät

21. April 2021

Nachdem ich mich einige Wochen mit „Star Wars: The Clone Wars“ und „Star Wars: Rebels“ beschäftigt hatte, brauchte ich mal wieder ein wenig Abwechslung und wandte mich wieder den Anime-Serien zu. Doch leider zum Glück ist die Auswahl mittlerweile soooo unendlich groß, dass ich immer gar nicht so richtig weiß, was davon am Ende wirklich gut ist. Es gibt so unfassbare viele Serien, von denen ich nie weiß, ob sie meinen Nerv treffen könnten oder nicht. Also wollte ich zum Anfang auf Nummer Sicher gehen und entschied mich auf Prime für die 13 Folgen von „HELLSING“. Ich habe früher in meiner Manga-Phase immer mal mit dem Manga von Kota Hirano geliebäugelt, weil ich die Figuren und das Design so cool fand. Leider kam es nie so richtig dazu… weswegen ich jetzt dachte: „Probier ich es doch mal mit der Anime-Serie.“ Was leider in diesem Fall ein riesiger Fehler gewesen ist…

Wir befinden uns in London. Die Hellsing-Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Vampire zu jagen. Die Anführerin der Organisation, Lady Integra, kann dabei auf die Hilfe eines mächtigen Vampirs setzen, der coole Alucard, der in rotem Mantel, mit Schlapphut, Sonnenbrille und einer dicken Knarre auf Untote Jagd macht. Allerdings tauchen in letzter Zeit immer mehr Freaks auf, die durch einen Mikrochip zu Untoten werden… und so muss die Hellsing-Organisation herausfinden, woher diese Viecher kommen und wer sie schickt. Hilfe bekommt Alucard dabei von der jungen Polizisten Seras Victoria, die er vor dem Tod rettete, in dem er sie zu einer Vampirin machte.

Das Schlimmste an dieser „Hellsing“-Serie ist die Tatsache, dass die komplette Story von hinten bis vorne so überhaupt keinen Sinn ergibt. Was wiederum daran liegt, dass einem als Zuschauer einfach nichts erklärt wird. Wir erfahren so gut wie nie etwas über die einzelnen Figuren und Gruppen, die für die Handlung wichtig sind. Es gibt zu Integra und Alucard eine einzige Rückblenden-Folge, die zumindest in der Richtung für etwas Klarheit sorgt. Aber selbst das liefert einem nicht die ganze Geschichte. Viel schlimmer ist aber einfach der ganze Rest. Seras Victoria bleibt ein unbeschriebenes Blatt, obwohl sie als Figur so spannend ist. Sie wehrt sich erst dagegen, Blut zu trinken, irgendwann macht sie es dann doch. Da hätte man allein schon mehr draus machen können.

Am schlimmsten ist es aber wirklich mit der Hauptgeschichte. Was es mit diesen Chips auf sich hat, wird nie geklärt. Irgendwann zu Beginn taucht ein Kämpfer des Vatikans auf, der eigentlich ziemlich cool ist. Doch danach ist der einfach nicht mehr interessant für die ohnehin schon mehr als löchrige Story und wird auch nicht mehr erwähnt. Wo es noch schlimmer wird (und ja, es geht immer noch schlimmer in dieser Serie), ist bei dem großen Endgegner, ein unheimliches Monster namens Incognito. Der ist kurz mal ein bisschen mächtiger als Alucard, dann entfaltet der aber seine gesamten Kräfte und auch der ist dann besiegt. Was Incognito war, wer ihn geschickt hat, lässt die Serie einfach hinten runterfallen. Interessiert ja eh keinen.

Die Serie ist ein absoluter Flickenteppich. Es werden tausend Dinge angesprochen, aber nie zu Ende gedacht oder geführt. Ich hatte das Gefühl, als hätte ich zehn Folgen übersprungen und auch den Rest nicht geguckt. Das Ganze fühlt sich wie der Mittelteil einer sehr viel größeren und durchaus auch interessanten Geschichte an. Nur leider verfehlt die Serie es, diese auch nur in Ansätzen zu erzählen. Der Look ist zwar echt gut und dieses düstere Setting von London passt auch schön zum Vampir-Thema, aber wenn man den Manga und die eigentliche Geschichte überhaupt nicht kennt, bringt einen die Serie kein Stück weiter.

Dennoch bin ich gewillt, dem Ganzen eine weitere Chance zu geben… denn ein paar Jahre nach dieser „Hellsing“-Serie gab es eine weitere namens „Hellsing Ultimate“. Die hat zwar nur zehn Folgen, aber die sind alle so etwa eine Stunde lang. Vielleicht können sie da die Story schlüssiger erzählen. Von der 2001er Version rate ich auf jeden Fall dringend ab.

Wertung: 3 von 10 Punkten (sieht nett aus, der Rest ist einfach nur erzählerisches Chaos)

3 Kommentare leave one →
  1. 6. Mai 2021 19:18

    Mit der bin ich damals auch nicht so richtig warm geworden. Aber von irgendwoher muss ja der Hype kommen … Manga? Ultimate? Dabei fand ich Alucard und Seras ganz cool.

    • donpozuelo permalink*
      7. Mai 2021 08:39

      Die Charaktere find ich auch sehr cool. Woher der Hype kommt, kann ich aber auch nicht so ganz nachvollziehen. Wahrscheinlich eher vom Manga… Ultimate ist nur geringfügig besser (hab ich bald durch, Review folgt 😁)

Trackbacks

  1. Der Vogel des Hermes | Going To The Movies

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