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Verteidiger des Erdenreichs

5. April 2021

Videospiel-Verfilmungen haben es echt nicht leicht. Wenn die Spiele an sich story-getrieben sind, wird es schon mal schwer. Denn als Spieler erlebe ich die Story selbst, während ich sie beim Zugucken nicht selbst beeinflussen kann. Man nimmt mir die Kontrolle und macht mich wirklich nur zu einem Zuschauer. Wenn man dann so reine Action-Spiele hat, wird es schwer, dem Ganzen eine sinnige Geschichte zu geben. Deswegen funktioniert sowas wie „Need for Speed“ oder „Doom“ auch einfach nicht. Es ist schwer, da wirklich einen Punkt zu finden, der alles gut miteinander verknüpft. Doch jetzt bin ich dank eines Freundes zu einem Film gekommen, der eigentlich hätte perfekt sein können: weil seine Vorlage eine erstaunlich interessante Geschichte liefert, aber auch gute Action. Doch leider ist es Paul WS Anderson in seinem „MORTAL KOMBAT“ nicht ganz so gelungen, das wirklich rüberzubringen.

Die Erde ist in Gefahr. Der Imperator von Outworld will endlich die Erde für sich haben. Um das jedoch irgendwie zu verhindern, wird seit Jahrhunderten das Mortal Kombat durchgeführt… ein Wettkampf, bei dem die besten Kämpfer gegeneinander antreten, um das Schicksal des Erdenreichs zu entscheiden. Neun Mal hat der Imperator unter der Führung von Shang Tsung (Cary-Hiroyuki Tagawa) schon gewonnen, ein Sieg noch und die Erde gehört dem Imperator. Das kann Lord Raiden (Christopher Lambert), Gott des Donners (und nein, nicht Thor) und Beschützer des Erdenreichs, natürlich nicht zulassen. Deswegen holt er sich drei fähige Kämpfer von der Erde: Liu Kang (Robin Shou), der den Tod seines Bruders durch Shang Tsung rächen will; Johnny Cage (Linden Ashby), ein Schauspieler, der allen zeigen will, dass er wirklich so kämpfen kann wie in seinen Filmen und Sonya Blade (Bridgette Wilson), die den Mörder ihres Partners verfolgt.

Ich habe „Mortal Kombat“ nie gespielt, war jetzt aber im Nachhinein sehr überrascht, dass das Ganze für ein Beat ‘Em Up Spiel doch eine recht ausgeklügelte Hintergrundgeschichte hatte, die sich wirklich sehr dafür anbietet, das Ganze mal in einen Film zu packen. Demnächst kommt ja irgendwann auch das Reboot / Remake unter Produzent James Wan in die (Heim)Kinos, da musste ich einfach mal gucken, was Paul WS Anderson in seinem ersten großen Film vor „Resident Evil“ und „Event Horizon“ daraus gemacht hat.

Dabei geht es mir ein bisschen wie damals mit „Warcraft“ – ich kenne mich mit den Spielen so überhaupt nicht aus, weswegen ich da jetzt mal etwas unvoreingenommener rangehen kann. Und auch wenn der Film nicht perfekt ist, macht er doch Spaß. Dabei hat er natürlich das Problem der Story: Die Mythologie erscheint so viel mächtiger zu sein als der Murks, den man uns da im Film zeigt. Aber hätte man sich mehr auf das gestürzt, wäre das Mortal Kombat an sich zu kurz gekommen. Schwierige Nummer, aber dennoch hätte ich mir gewünscht, man hätte uns ein bisschen mehr von diesen Welten gezeigt. Stattdessen haben wir einen Christopher Lambert mit furchtbarem Batman-Tenor, der uns einfach alles erzählt und das war’s.

Auch die Backstories der drei Helden wird ziemlich schnell durchgewunken. Ich verstehe, dass man wahrscheinlich möglichst viele Fan-Favoriten in den Film einbauen wollte, aber auch das wirkt hier sehr übereilt. Innerhalb von zehn Minuten klatscht uns Anderson die einzelnen Hintergründe hin. Aber gut, es reicht zwar vollkommen für die Story des Films aus, hätte aber auch wieder cooler erzählt werden.

Wo der Film dann aber doch punkten kann, ist bei den Sets und den Kämpfen. Die Sets liefern einem wirklich das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Die Kämpfe finden auf unterschiedlichen Arenen statt und so hat man immer mal wieder einen neuen Hintergrund, vor dem sich gekloppt wird. Diese Klopperei selbst macht dann tatsächlich auch mehr Spaß, als ich es erwartet hätte. Zwar wirken die CGI-Effekte heute mehr als nur billig, aber man kann noch gut drüber weg sehen und sich ein bisschen daran amüsieren. Den eigentlichen Kämpfen schadet das Ganze aber nicht. Die sind abwechslungsreich… wenn auch ein bisschen lahm und sehr familienfreundlich. Bei einem Spiel wie „Mortal Kombat“ braucht es da schon wirklich ordentliche Action (ein Gareth Evans und sein „The Raid“-Team hätten mal so einen Film machen sollen).

Nichtsdestotrotz ist „Mortal Kombat“ ein unterhaltsamer und vor allem kurzweiliger Film, der nicht alles perfekt macht, aber so als Videospiel-Adaption das mit dem Kloppen ganz gut hinbekommt. Gleichzeitig ist es ein Film, der durchaus ein Remake mit besseren Choreografien, mehr Gewalt und cooleren Effekten verdient hätte (ich bin mal sehr gespannt).

Wertung: 7 von 10 Punkten (nettes Fantasy-Gekloppe)

One Comment leave one →
  1. 12. April 2021 00:19

    Oh man, das ist so lange her, dass ich den Streifen gesehen habe. Hatte ihn sogar auf VHS :)) Heute gesehen ist er wahrscheinlich noch alberner als seinerzeit, obwohl ich ihn damals ganz gerne mochte. War für die Zeit auch ganz ordentlich gemacht – es gab Schlimmeres 🙂

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