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Zamundas recycelte Witze

8. März 2021

Der junge Eddie Murphy ist eine Grundfeste meiner Jugend gewesen. Gerade die „Beverly Hills Cop“-Reihe lief damals rauf und runter und ich habe sie geliebt (und müsste sie eigentlich dringend mal wieder schauen). Auch „Die Glücksritter“ und „Der Prinz aus Zamunda“ gehörten zu meinem festen Murphy-Repertoire. Murphy war ein Garant für gute Lacher und gute Unterhaltung. Selbst diesen Fantasy-Film „The Golden Child“ mochte ich damals irgendwie ganz gerne (der fuhr ja irgendwie im Fahrwasser von Filmen wie „Big Trouble in Little China“). Doch danach hört es bei mir und Murphy dann auf. Die „Shrek“-Filme mit ihm als Esel waren so das Letzte, was ich noch hier und da gerne geschaut habe, der Rest mit „Nutty Professor“ und was das sonst noch kam, habe ich ausgelassen („Dolemite is my name“ war das letzte Projekt, dass ich mir gerne noch angeguckt hätte und sicherlich auch noch angucken werde). Als irgendwann aber das Gerücht bestätigt wurde, dass „Der Prinz aus Zamunda“ eine Fortsetzung bekommen würde, war ich skeptisch. Jetzt ist – nach 33 Jahren – wirklich die Fortsetzung da: „COMING 2 AMERICA“ oder eben einfach nur „DER PRINZ AUS ZAMUNDA 2„.

Prinz Akeem (Murphy) ist mittlerweile Vater von drei wundervollen Töchtern und lebt mit seiner geliebten Lisa (Shari Headley) in Zamunda. Doch der Führer von Nextdoria (jupp, das ist ein Witz in diesem Film) macht Stunk: General Izzi (Wesley Snipes) will seinen Sohn mit einer von Akeems Töchtern vermählen. Als der jedoch erfährt, dass er in Amerika einen unehelichen Sohn hat, der statt Izzis Sohn zum Thronfolger werden könnte, reist König Akeem nach dem Tod seines Vaters wieder einmal nach Amerika. Hier lernt er Mary (Leslie Jones) kennen, mit der er einen One-Night-Stand hatte und deren Sohn Lavelle (Jermaine Fowler) auch Akeems Sohn ist. Der darf nun nach Zamunda und soll sich dort auf sein Dasein als Prinz und Thronfolger vorbereiten – sehr zum Zorn von Akeems Frau und Tochter Meeka (KiKi Layne), die selbst gerne – wider der Tradition – Herrscherin werden möchte.

Tja, „Der Prinz aus Zamunda 2“ hätte mal lieber ein Gerücht bleiben sollen. 33 Jahre nach dem wirklich witzigen Original fällt Eddie Murphy hier leider nicht wirklich was Neues ein. Das Gegenteil ist der Fall… er kopiert sich einfach selbst. An sich nichts Schlimmes, nur funktioniert das einfach nicht. Das ist mehr die Nostalgie-Schelle, die einen da berührt als die Szene an sich. Man hat kurz diesen „Aha-Moment“ (der mal nichts mit Abstand halten, Hygienie und Atemschutzmaske zu tun hat) und das war’s auch schon. Die Erinnerung an die alten Szenen weisen einem viel mehr auf, dass das Ganze früher einfach viel witziger gewesen ist. Teil 2 fühlt sich da nur an wie ein zum zweiten Mal aufgebrühter Teebeutel an. Der Geschmack ist irgendwo noch da, aber lange nicht mehr so intensiv wie vorher.

Neben dem alten Aufguss versucht sich Murphy in seiner Fortsetzung aber natürlich auch an einer neuen Thematik, die leider komplett untergeht. Die ganze Sache mit dem Wunsch seiner Tochter gegen die alten Traditionen vorzugehen und selbst Königin zu werden. Das wird mal hier und da kurz angedeutet und am Ende wie erwartet aufgelöst. Doch vorher quält man uns mit dem „Prinz aus Zamunda 2.0“ – nur dieses Mal andersherum: der coole New Yorker Lavelle muss sich jetzt in Zamunda zurechtfinden. Und da ist der Film dann einfach nur stinkend langweilig. Es gibt drei Prüfungen, die er bestehen muss, die alle irgendwie lustig sein sollen, es aber überhaupt nicht sind. Jermaine Fowler macht zwar eine halbwegs gute Figur als Murphy 2.0, aber auch das ist halt nur wieder aufgekochter Kram.

Ich glaube, diesem Film hätte es wirklich gutgetan, wenn er wirklich eine neue Geschichte bekommen hätte in der die Töchter von Akeem im Vordergrund gestanden hätten. Das hätte dem Ganzen mehr Flair verliehen als einfach nur eine Kopie des Originals mit ein paar Änderungen zu bekommen.

Diesen zweiten Teil nach so langer Zeit hat nun wirklich niemand gebraucht. Wenn sie eine originelle Idee gehabt hätten, okay… aber so ist das alles einfach nur sehr lahm. Und nichts im Vergleich zum Original (sie haben nicht einmal Samuel L. Jackson als Räuber zurückbekommen – das hätte ich dann doch sehr gefeiert).

Wertung: 4 von 10 Punkten (ein bisschen Nostalgie macht leider noch lange keinen guten Film)

6 Kommentare leave one →
  1. 8. März 2021 06:40

    Ja der war wirklich vollkommener Müll

    • donpozuelo permalink*
      8. März 2021 07:56

      Wirklich wahr. Hätte man sich ganz klar sparen können. Allein das Barbershop Quartett war so handzahm, wenn man es mal mit dem ersten Teil vergleicht

      • 8. März 2021 08:28

        Das Barbershop Quartett ist noch das beste an einem vollkommen verkorksten Film. Das beste, was ich darüber sagen kann ist, dass ich keine 6€ + für die Kinokarte ausgeben musste.

        • donpozuelo permalink*
          8. März 2021 09:07

          Das stimmt. Aber auch die waren halt recht handzahm. Aber ja, dafür kein Kinoticket gekauft zu haben, ist schon ein gutes Gefühl 🤣

  2. 8. März 2021 15:46

    Da war schon der erste nicht unbedingt mein Lieblingsfilm. Ich mag bis heute die „Glücksritter“ und „Auf der Suche nach dem Goldenen Kind“. Ersterer ist richtig gut, schon wegen des Casts und der zweite ist einfach witziger 80iger Mystery Trash.

    • donpozuelo permalink*
      8. März 2021 18:33

      Glücksritter finde ich auch sehr toll. Das Goldene Kind mochte ich damals auch, hab ich aber schon ewig nicht mehr gesehen. Den ersten Zamunda mag ich aber auch sehr. Nur Teil 2 ist halt nichts…

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