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Teenager in Zeiten der Zombies

2. Dezember 2020

Ich gehöre ja noch zu denen, die sich weiterhin tapfer durch die Welt von „The Walking Dead“ schlagen… und ich muss auch sagen, dass die Serie gerade unter der neuen Showrunnerin Angela Kang ordentlich an Fahrt zugelegt hat, auch wenn sie ihr größtes Zugpferd Rick Grimes an die ominöse Rick-Trilogie verloren haben (bei der ich mich immer noch frage, ob da irgendwann mal wirklich was kommt). Dennoch bin ich auch happy darüber, dass man sich gesagt hat: „Okay, eine elfte Staffel bringen wir noch, dann ist The Walking Dead vorbei“. Obwohl selbst das ja nicht stimmt, da Daryl und Carol eine Spinoff-Serie bekommen werden. Aber gut… neben der Mutterserie gibt es ja dann noch „Fear the Walking Dead“, was ich nach Staffel 4 aber aufgegeben habe (zumal Staffel 5 richtig schlecht gewesen sein soll, aber Staffel 6 offensichtlich sehr viel besser ist). Doch irgendwann kam der Kevin Feige von TWD, Scott Gimple, um die Ecke und verkündete ein Zwei-Staffeln-Mini-Event namens „The Walking Dead: World Beyond“ an. Davon ist nun mittlerweile auch die erste Staffel vorbei… und die war eine absolute Qual, die ich mir nur aus einem Grund angetan habe: Rick Grimes.

Die Serie spielt zehn Jahre nach der Apokalypse (und ist somit in etwa zeitgleich zu „The Walking Dead“ Staffel 10 angesiedelt). In der Campus Colony in Nebraska hat sich eine kleine Gemeinde von knapp 10.000 Leuten ein ziemlich stabiles und erstaunlich normales Leben aufgebaut. Sie sind Teil einer Allianz von drei Gruppen, von denen eine die mysteriöse Civic Republic ist. Eine Abgesandte davon, Elizabeth Kubleck (Julia Ormond), stattet der Campus Colony einen Besuch ab. Schließlich wurde dort der führende Wissenschaftler, Dr. Leo Bennett (Joe Holt) für Forschung „ausgeliehen“. Leos Töchter Iris (Aliyah Royale) und Hope (Alexa Mansour) glauben allerdings, dass ihr Vater in Gefahr schwebt – nicht zuletzt, weil sie eine mysteriöse Botschaft von ihm bekommen haben. Also machen sich die Mädchen auf den Weg, ihren Vater im entfernten New York (dem Staat, nicht der Stadt) zu suchen. Begleitet werden sie dabei von dem kleinen Möchtegern-Hobbit und Wissenschaflter Elton (Nicolas Cantu), dem schweigsamen Silas (Hal Cumpston), dem Sicherheitschef von Campus Colony Felix (Nico Tortorella) und Huck (Annet Mahendru).

Zehn Folgen hatte Staffel 1 und es hätte echt nicht quälender sein können. Das Schlimme ist halt wirklich, dass ich mir den ganzen Quatsch nur wegen der Hoffnung auf Infos zu Rick Grimes angeschaut habe. Der wurde schließlich in Staffel 9 von einem Hubschrauber abgeholt, der das Symbol der Civic Republic trug. Doch von Mr. Grimes erfahren wir nicht viel. Wir erfahren auch nicht viel von der Civic Republic. Nur ein einziges Mal wird die Serie interessant, als in einer Post-Credit-Scene (!) deren Forschung gezeigt wird. Ansonsten fügt die Serie dem Mysterium „Civic Republic“ nichts Neues hinzu.

Stattdessen langweilen wir uns mit furchtbar geschriebenen Charakteren, die allesamt immer wieder in so furchtbar pseudo-philosophisch-emotionales Geschwafel verfallen oder mal in einer Folge mit vollkommen belanglosen Rückblenden a la „Lost“ (nur in sehr schlecht) beehrt werden. Da merkt dann eine Huck für eine Folge, dass sie möglicherweise ja doch unter posttraumatischem Stress leidet, der aber auch immer nur dann auftaucht, wenn das Drehbuch ihn gerade mal braucht. Da gibt es dann eine dramatische Geschichte, die Hope und Eltons Mutter betrifft, die so ewig lange ausgebaut wird, ohne dass das Ganze irgendwie Sinn gemacht hätte.

Es passiert in dieser Serie auch handlungstechnisch nicht sonderlich viel. Die laufen halt ewig lange einfach durch die Gegend. Klar, für das „The Walking Dead“-Universum ist Laufen nichts Neues, aber das nun auch in einer dritten Serie zu sehen ist echt öde. „World Beyond“ will sich einem jungen Publikum widmen, vergisst aber dabei, dass die ganzen alten TWD-Hasen das vielleicht auch sehen wollen und liefert denen einfach mal nichts. Diese Serie hätte sich für Easter-Eggs und Verweise zuhauf angeboten, macht aber einfach nichts daraus.

Stattdessen serviert man uns halbgare Charaktere mit sehr plakativen Geschichten, die sicherlich irgendwie auch interessant hätten erzählt werden können. Nur leider schafft die Serie es nie, emotional zu werden (und hat dazu dann noch so einen komisch hellen Soundtrack, der sich anfühlt, als würde er besser zu einer romantisch-komödiantischen Serie passen). „The Walking Dead: World Beyond“ hat mich als „The Walking Dead“-Fan mehr als nur zu Tode gelangweilt. Die Serie hält ihre Versprechungen für ein breiteres Verständnis dieser Welt nicht, liefert keine neuen Hinweise auf Mr. Grimes und schwimmt einfach nur im Fahrwasser der anderen beiden Serien. Wenn sie nicht diese Civic Republic drin gehabt hätten, hätte ich schon nach der ersten Folge meinen Hut genommen.

Mal gucken, ob die letzte und zweite Staffel irgendwas richten kann. Der Cliffhanger verspricht ja zumindest, das wir mehr über die Republic erfahren könnten… aber auf solche Versprechungen gebe ich bei dieser Geschichte nicht mehr viel.

Wertung: 2 von 10 Punkten (langweilig ohne Ende – jetzt wird wirklich die Cash Cow gemolken, bis sie trocken ist)

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