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Wie ich die Bombe stahl, um einen Vulkan aufzuhalten

28. Oktober 2020

„Greenland“ hat mich letztens echt sehr überrascht. So sehr, dass ich so ein bisschen Lust darauf bekam, mir noch ein paar Katastrophenfilme anzuschauen. Doch so richtig wusste ich nicht, was ich da gucken soll. Ich wollte schließlich auch irgendeine Katastrophe sehen, die ich noch nicht kannte. Damit fielen Emmerich und Co. schon mal alle weg. Zum Glück leben wir aber in Zeiten der Streamingdienste, wo man sich keine Sorgen machen muss, etwas zu finden, was man noch nicht kennt. Amazon Prime war dann so freundlich mir doch den südkoreanischen Film „Ashfall“ vorzuschlagen… auf dem kleinen Vorschaubild sieht man einen Wagen, der vor einem riesigen Vulkan davonrast, der gerade droht auszubrechen. Naja, klang und sah jetzt nicht sonderlich berauschend aus – aber hey, das Gleiche dachte ich auch über „Greenland“. Von daher wollte ich „Ashfall“ unbedingt eine Chance geben – und auch das habe ich nicht bereut.

Der Paektusan, ein Vulkan zwischen Nordkorea und China, bricht aus und legt durch mehrere dem Ausbruch folgenden Erdbeben Teil Nord- und Südkoreas in Schutt und Asche. Mehr Ausbrüche (insgesamt besitzt der Vulkan vier Magma-Kammern) sollen noch folgen. Um eine absolute Katastrophe zu verhindern, schlägt der Professor Kang Bong-rae (Ma Dong-seok) eine gezielte Atomexplosion unterhalb des Vulkans auszulösen, um den Druck auf den Kammern abzubauen. Um aber überhaupt erstmal an die Sprengköpfe zu kommen, muss eine kleine Einheit, angeführt vom Bomben-Experten Jo In-chang (Ha Jung-woo), nach Nordkorea. Dort soll ihnen der Spion Lee Joon-pyeong (Lee Byung-hun) helfen, die Sprengköpfe zu finden. Was natürlich alles nicht so einfach ist – zumal Lee auch noch seine eigenen Pläne verfolgt. Und dabei will Jo doch nur zu seiner schwangeren Frau zurück…

Im Gegensatz zu „Greenland“ setzt „Ashfall“ schon sehr auf große Katastrophen-Elemente und auf Action. Dieser Film wird damit zu einer herrlichen Mischung aus Erdbeben-Szenarien, Vulkanausbrüchen und wilden Schießereien, wenn Jos Team in all dem Katastrophen-Chaos immer wieder mit Nordkoreanern und Amerikanern zusammenstößt. Was jetzt klingt, als würde es den Film einfach nur in ein Wirrwarr aus Action fallen lassen, den kann ich beruhigen. Die beiden Regisseure Lee Hae-jun und Kim Byung-seo haben ein gutes Händchen für Timing. Die Action und das ganze Chaos gehen wunderbar Hand in Hand. „Ashfall“ fühlt sich nie überfüllt an, alles kommt flüssig und zum richtigen Zeitpunkt. Und vor allem, es sieht alles auch ziemlich beeindruckend aus – sowohl die Action als auch die Vulkan-Ausbrüche.

Optisch ist „Ashfall“ auf jeden Fall schon mal ein Hingucker, erstaunlicherweise hat der Film dazu dann auch noch interessante Charaktere, die einen gut durch die Story führen. Was auch dringend nötig ist, ist die Story an sich doch ziemlich gaga – wie das halt so bei Katastrophenfilmen gerne mal ist. Aber gerade dieses ungleiche Duo mit dem Bombenexperten In-chang und dem Spion Joon-pyeong gibt „Ashfall“ so viel. Die Zwei sind das Herz des Films. Spion Lee ist der Undurchsichtige, der ein doppeltes Spiel zu spielen scheint, der eher die „wild card“ in diesem Kampf ums Überleben ist. Gerade Lee sorgt immer wieder für Situationen, die unseren liebenswerten Fast-Vater Jo überfordern. „Überfordern“ ist dabei auch genau das richtige Wort: Ha Jung-woos Jo ist kein Überheld, er will es auch gar nicht sein. Er will nur irgendwie wieder zu seiner Frau zurück. Dennoch wächst er auch mit seinen Herausforderungen.

Der Einzige, der hier ein wenig untergeht in einer nicht sonderlich aufregenden Nebenrolle ist Ma Dong-seok. Der Darsteller aus „Train to Busan“ oder „The Gangster, The Cop, The Devil“ kommt ein wenig zu kurz. Aber selbst aus seinen Mini-Momenten holt Ma alles heraus.

Ich muss wirklich sagen, „Ashfall“ macht als Action-Film Spaß, ist aufregend als Katastrophen-Film und liefert uns ein herrlich ungleiches Buddy-Duo, das einem in all dem Chaos sehr ans Herz wächst.

Wertung: 8 von 10 Punkten (so muss das aussehen: gute Charaktere, gute Action, dann verschmerzt man auch eine recht alberne Story)

2 Kommentare leave one →
  1. 28. Oktober 2020 07:39

    Klingt wirklich gut! Den werde ich noch mal nachholen… 🙂

    • donpozuelo permalink*
      28. Oktober 2020 08:31

      Wie gesagt, ich kann den echt nur wärmstens empfehlen. Der hat echt Spaß gemacht.

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