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Superhelden sind immer noch Arschlöcher!

14. Oktober 2020

Es gibt nicht mehr so viele Serien, auf die ich mich wirklich, wirklich freue. Was einfach der Tatsache geschuldet ist, dass es soooooo viele Serien gibt, das ich einfach immer wieder den Überblick verliere. Ich entdecke eine Serie, feiere sie sehr ab (wie zum Beispiel die koreanische Zombie-Serie „Kingdom“) und verpeile dann aber total, wann die auf einmal wieder mit einer neuen Staffel auftaucht. Das ist dann auch das Problem, wenn man eher kleinere Serien abfeiert, die nicht so viel Publicity abbekommen. Gut, dass „The Boys“ Staffel 1 genau den richtigen Nerv bei Zuschauern gefunden hat und das Ganze dann ordentlich groß angepriesen wurde. So habe ich den Start von Staffel 2 nicht verpasst, sondern mich direkt in das Getümmel dieser wahnsinnig unterhaltsamen Superhelden-Welt geworfen.

Billy Butcher (Karl Urban) und seine „Boys“ werden weiterhin von der Regierung gesucht. Doch mehr als je zuvor setzt Butcher alles daran, Vought International und seine Superhelden in die Knie zu zwingen. Schließlich weiß er nun, dass seine Frau Becca (Shantel VanSanten) noch lebt – mit dem Sohn, den sie nach der Vergewaltigung durch Homelander (Antony Starr) bekommen hat. Der ist mittlerweile sehr auf dem Vaterschaftstrip und nervt Mutter und Sohn. Allerdings schaffen es Hughie (Jack Quaid) und Starlight (Erin Moriarty) auch, die Grundfesten von Vought zu erschüttern… sie veröffentlichen die Tests von Compound V und machen somit klar, dass Superhelden nicht super geboren werden.

Also ich mach’s mir mal ganz einfach und haue einfach eine dieser typischen Phrasen raus, die aber in diesem Fall wirklich stimmt: Wer Staffel 1 von „The Boys“ mochte, der wird auch Staffel 2 lieben. Alles, was in Staffel 1 aufgebaut wurde, wird jetzt gekonnt weiter ausgebaut. Spannend wird es vor allem dadurch, dass diese ganze Compound V / Vought-Geschichte mehr in den Vordergrund gebracht wird. Gerade durch Neuzugang Stormfront (Aya Cash), die wirklich wunderbar in diese Serie passt. Aya Cash liefert als Stormfront den perfekten Kontrast zu Homelander, den sie durch ihre extrem extrovertierte Art und ihre freie Schnauze teilweise wunderbar in den Schatten stellt. Weswegen der natürlich oftmals sehr am Überkochen ist.

Überhaupt ist Staffel 2 eine starke Staffel für Antony Starr. Ich bleibe dabei, die Rolle von Homelander ist für Starr absolut perfekt. Staffel 2 gibt ihm nun noch mehr die Chance, den perfekten Psychopathen zu spielen. Das Zusammenspiel mit Aya Cash fordert ihn zusätzlich heraus – wodurch die beiden ein tolles Duo abgeben. Durch die Zwei wird uns Vought näher gebracht und so das Geflecht an Lügen und Intrigen noch größer. So langsam baut sich die Serie ihr eigenes Mysterium auf und lockt einfach gut damit, dass uns in nächsten Staffeln dann hoffentlich noch mehr davon erwartet.

Auch die anderen Darsteller bleiben auf einem starken Niveau. Die einzelnen Mitglieder der Boys bekommen ihre kleinen und großen Momente. Das Team wächst mehr zusammen und gerade Jack Quaids Hughie findet sich mehr in seiner Rolle als Vigilant zurecht.

Was die Action und vor allem die Brutalität angeht, steht Staffel 2 der ersten in Nichts nach. Eher das Gegenteil ist der Fall. Staffel 2 setzt nochmal eine Schippe drauf und lässt Blut und Gedärme nur so fliegen, spritzen, fließen und was euch sonst noch für Verben für Blut und Gedärme einfallen. Was ich aber nach wie vor an dieser Serie feiere, ist die Tatsache, dass die Gewaltexzesse zwar extrem übertrieben sind, aber sich perfekt in die Handlung einfügen. Sie sind zum Teil natürlich für den Effekt da, uns anzuekeln oder uns zu schockieren, aber sie sind nie „oberflächlich“ oder einfach nur da, weil man es in diesem Fall eben kann. Die Action, die Gewalt ist immer Teil der Serie… und macht letztendlich auch nur die Übermacht der Superhelden deutlich, die halt genau das Gegenteil von dem sind, was wir durch Marvel und DC gewohnt sind.

Erzählerisch baut sich Staffel 2 stärker aus und lässt – wie es sich gehört – im Finale viele Fragen gekonnt offen, die dann in Staffel 3 (die auch schon lange bestätigt ist) beantwortet werden können. Darstellerisch kann man auch in Staffel 2 nicht meckern. Karl Urban ist als ewig fluchender Butcher genau so toll wie ein panischer Jack Quaid, eine stumme, geheimnisvolle Karen Fukuhara oder eben ein egozentrischer Antony Starr als Homelander. Ich liebe diesen Cast der Serie einfach, weil sie so gut in ihren Rollen aufgehen… und keiner dem anderen die Show stiehlt. Sie sind mir alle wichtig – und das ist auch ein Kunststück, dass man in so einem Ensemble-Cast erstmal hinkriegen muss.

„The Boys“ Staffel 2 ist – wie schon sein Vorgänger – ein herrlich absurder, großartiger Spaß.

Wertung: 9 von 10 Punkten (Superhelden sind immer noch Arschlöcher, aber das Geheimnis um sie wird interessanter)

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