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Filmreise Etappe #50: Reginald Dwight muss weg!

2. Oktober 2020

Whoop whoop. 50. Jubiläum!!! 50 Filme in der Filmreise nach knapp über einem Jahr. 2019 habe ich im September angefangen und durch diese tolle Challenge wirklich einige sehr, sehr interessante Filme gesehen. Also in diesem Sinne: Danke an den oder die Erdenker dieser Challenge. Es hat bis hierhin Spaß gemacht und es wird auch noch die nächsten 20 Filme Spaß machen (hoffentlich 😀 ). Mit diesem 50. Film endet gleichzeitig auch die Konzertreise und deswegen wollte ich die mit einer schillernden Figur der Musik-Geschichte beenden: Reginald Kenneth Dwight, der natürlich besser bekannt ist unter seinem Künstlernamen Elton John. 2019 wurde seine Geschichte mit „Rocketman“ ziemlich erfolgreich verfilmt, doch da war ich noch im „Bohemian Rhapsody“-Fieber und nicht so richtig bereit für Elton. Jetzt aber schon…

Elton John (Taron Egerton) sitzt in einer Selbsthilfegruppe: Drogen-, Alkohol- und Sex-Exzesse haben den erfolgreichen Sänger und Pianisten dorthin gebracht. Wie für eine Selbsthilfegruppe fängt Elton dann an, von seinem Leben zu erzählen. Das beginnt natürlich als kleiner Reginald, der mit seiner gleichgültigen Mutter (Bryce Dallas Howard) aufwächst und das Glück hat, dass seine Großmutter ihn zum Klavierunterricht bringt. Das geht dann weiter darüber, dass er ein paar Bands musikalisch begleitet, bis er den Songwriter Bernie Taupin (Jamie Bell) trifft, dessen Worte er in Musik taucht. Mit dem Erfolg kommen dann schon bald die Exzesse und die erste große Liebe, die Elton meint, in seinem Manager John Reid (Richard Madden) zu finden.

Bryce Dallas Howard plays Sheila, Gemma Jones plays Ivy, Taron Egerton plays Elton John and Jamie Bell plays Bernie in Rocketman from Paramount Pictures.

Elton John wollte schon lange sein Leben verfilmt sehen und es ist interessant zu sehen, wer schon mit diesem Project in Verbindung stand. Justin Timberlake sollte John einst verkörpern, dann dachte man an Tom Hardy, bevor dann „Kingsman“ Taron Egerton die Rolle bekam – und tatsächlich ziemlich gut mit der Rolle klarkommt. Es ist faszinierend zu sehen, wie Egerton sich im Laufe des Films verwandelt. Egerton gelingt es in diesem sehr überfüllten Film der dringend notwendige Fels in der Brandung zu sein. Egerton trägt den Film und liefert eine starke Performance ab, die uns einen Elton John auf seinen Höhe- und seinen Tiefpunkten zeigt.

Regisseur Dexter Fletcher hat ja aber auch Übung darin. Immerhin sprang er schon für Bryan Singer ein, als der das Set von „Bohemian Rhapsody“ verlassen musste (und das ist nicht die einzige Verbindung zum Queen-Biopic: Richard Maddens John Reid wurde für die Queen-Version von Aidan Gillen gespielt – und es wäre sehr cool gewesen, wenn er ihn hier auch wieder gespielt hätte, um einfach mal zu zeigen, wie verknüpft das alles ist).

Fletcher geht in „Rocketman“ aber einen leicht anderen Weg – zumindest was die Musik angeht. Im rein Erzählerischen ist sein Film halt das klassische Biopic: vollgestopft mit allen möglichen Infos, die jeder Elton-John-Fan sicherlich schon besser kennt und die einmal mehr zeigen: Rockstar sein ist echt nicht leicht. Dennoch hätte ich mir auch bei diesem Film irgendwie gewünscht, man hätte sich auf eine Sache konzentriert – wie zum Beispiel die Freundschaft zwischen Songwriter Bernie und Sänger Elton. Jamie Bell ist echt toll, geht aber auch schnell unter. Weil der Film eben versucht, soooo super viel auf einmal zu erzählen. So wird das Ganze am Ende eine recht oberflächliche Werkschau, bei der man nur dank Taron Egerton die Emotionen wirklich ein wenig spüren kann. Doch meist sind selbst diese Momente wieder schnell vorbei – wir haben ja nur zwei Stunden Zeit.

Was ich aber wirklich toll fand, waren die Song-Einlagen. Im Gegensatz zu seinen Musikeinlagen in „Bohemian Rhapsody“, die ja recht klassische Konzert-Nummern und Aufnahmestudio-Sequenzen waren, bindet Fletcher Elton Johns Songs musical-artig in die Handlung ein. So fangen die Charaktere manchmal einfach in der Handlung an zu singen, um so auch besser zeigen zu können, wo einige Inspirationen für Songs ihre Wurzeln haben. Die Lieder werden so auch zu fantastischen (im wahrsten Sinne des Wortes) Elementen, die die Ebene des Normalen überschreiten. Das werden dann große Musical-Nummern, Cabaret-Versätze oder märchenhafte Fantasy-Sequenzen, die aber perfekt zur Persona und zur Musik von Elton John passen.

Musikalisch geht Dexter Fletcher in „Rocketman“ viel kreativere Wege, was gerade die Song-Elemente sehr hervorhebt. Leider geht das Ganze halt unter dem Wust an Informationen unter, die ziemlich schnell an einem vorbeirauschen.

Wertung: 7 von 10 Punkten (toller Soundtrack, der klasse umgesetzt wird und zwischendurch halt schnell und viel über Elton John zu erzählen versucht)

3 Kommentare leave one →
  1. 2. Oktober 2020 19:42

    Ich habe mal irgendwo erwähnt, dass es vermutlich in Zukunft sinnvoller wäre, solcjhe Biopics in Mini-Serien zu verpacken. Am Budget würde das ja heutzutage nicht mehr scheitern und man hätte dann mehr Zeit, alle Stationen abzugrasen.

  2. 3. Oktober 2020 17:28

    Ja, war recht vollgestopft, aber mochte ich insgesamt dennoch sehr gerne. Gerade eben die Musiknummern. Das war außergewöhnlich. Dennoch fand ich „Bohemian Rhapsody“ insgesamt wohl den stärkeren Film.

    • donpozuelo permalink*
      5. Oktober 2020 09:37

      Bohemian Rhapsody ist für mich auch der stärkere Film. Aber gerade bei den Musiknummern liegt Rocketman ganz klar vorn. Das war echt schön gemacht.

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