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Filmreise Etappe #49: The Lizard King

25. September 2020

Ich muss gestehen, dass ich über meine Lieblingsmusiker so gut wie nichts weiß. Ich kenne die Musik und höre sie gerne, aber bei den meisten Bands habe ich keine Ahnung, was sich da hinter den Kulissen abgespielt hat. Bei einigen schnappe ich hier und da mal was auf, aber im Grunde bin ich da recht ignorant, was die Biografien angeht. Mir geht’s da mehr um die Musik (auch wenn das natürlich eine schwierige Aussage ist, wird die Musik doch generell sehr durch das Leben der Musiker geprägt…). Deswegen konnte ich wahrscheinlich auch Gefallen an „Bohemian Rhapsdoy“ finden, weil ich eh nicht wusste, was man dort nun aus Freddy Mercurys Leben ausgelassen hatte und was nicht. Womit wir halt wieder beim Problem der Biopics wären, bei denen sich ein Regisseur, ein Drehbuchautor nun mal eben nur gewissen Dinge aus dem Leben des Stars herauspickt und daraus seinen Film macht. Wo es mir nun aber, weil ich doch ein bisschen mehr über die Band weiß, aufgefallen ist, wie schwer das ein Biopic machen kann, ist bei Oliver Stones Biopic „The Doors“ gewesen.

Stone fängt am Anfang an, als Jim Morrison (Val Kilmer) sein Regie-Studium in den 60er Jahren aufgibt… und dafür gemeinsam mit Ray Manzarek (Kyle McLachlan), Robby Krieger (Frank Whaley) und John Densmore (Kevin Dillon) die Band „The Doors“ gründet, die auch schon bald gefeiert wird.

Stones Biopic bietet keine Überraschungen, sondern ist ziemlich gradlinig: Gründung, Aufstieg, Probleme, Bruch der Mitglieder mit Morrison, letztes Album, Tod von Morrison. Klassischer kann man das nicht machen, doch gerade das macht aus „The Doors“ einen eher durchschnittlichen Film. Was vor allem daran liegt – und damit kommen wir zu dem, was ich oben schon erwähnt habe – dass sich Stone halt nur auf Jim Morrison und seine Drogen- und Sex-Eskapaden stürzt. Wer der Mann wirklich war, wird hier nicht weiter beleuchtet. Kennt man nur den Film, ist er ein Freund von Drogen, der ein bisschen esoterisch angehaucht ist, mit dem Ruhm um seine Person nicht umgehen konnte und den lieben langen Tag an der Flasche hing. Sicherlich steckt auch da etwas hinter, aber es ist noch lange nicht alles. Für Oliver Stone muss das aber reichen.

Immerhin gibt es ordentlich „The Doors“-Musik auf die Ohren, wobei auch hier nie so richtig auf die Songs selbst eingegangen wird. Um mal wieder das „Bohemian Rhapsody“-Beispiel zu nehmen: Da wurde wenigstens auf die Origin einiger Songs eingegangen… bei Oliver Stone wirkt das alles so, als wenn es mal nebenbei dank Drogen oder puren Zufällen passiert wäre. Was schade ist… denn die Musik ist schon toll und hätte einen größeren Stellenwert verdient als nur als Hintergrund. Aber immerhin singt Val Kilmer tatsächlich viele der Songs im Film selbst und das nicht einmal schlecht.

Val Kilmer ist allgemein nicht schlecht, immerhin macht er das Beste aus dem, was man ihm gibt. Und ja, so wirklich sieht er nicht aus wie Jim Morrison, aber er passt gut in die Rolle. Darstellerisch kann man viel mehr auch schon nicht sagen. Die restlichen Bandmitglieder kommen nie so wirklich zur Geltung… und Meg Ryan schwebt irgendwo immer mit rum als Morrisons Freundin Pamela.

Man hätte aus „The Doors“ wirklich etwas besseres machen können. Gerade mit dem Cast und vor allem der doch beeindruckenden stimmlichen Leistung von Kilmer. Herausgekommen ist ein Standardwerk, das vor allem durch seine Musik lebt, aber von der Handlung ziemlich schnell ermüdet.

Wertung: 6 von 10 Punkten (Batman kann singen und das nicht mal schlecht)

4 Kommentare leave one →
  1. 25. September 2020 07:57

    Ich habe den früher recht häufig gesehen und mochte ihn immer sehr. Muss vielleicht mal wieder einen Blick riskieren.

    • donpozuelo permalink*
      25. September 2020 09:05

      Früher mochte ich ihn komischerweise auch mehr. Jetzt beim erneuten Gucken merkt man dann doch, dass der Film so die typischen Biopic-Probleme hat und sich zu viel aufbürdet.

  2. 14. Oktober 2020 16:13

    Ach, den hab ich vor ewigen Zeiten mal gesehen. Da müsste ich wohl mal wieder reinschauen, um den ausreichend abschätzen zu können.

    • donpozuelo permalink*
      16. Oktober 2020 11:12

      War bei mir auch etwas her. Früher mochte ich ihn tatsächlich etwas mehr. Er ist nicht schlecht, um Gottes Willen, aber man hätte echt mehr draus machen können

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