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It’s not a TUMOR!

21. September 2020

Endlich, endlich, endlich… irgendwie war es mir schon fast ein bisschen peinlich, dass ich zwar dieses klassische Arnie-Zitat mit dem Tumor kannte, aber nicht den dazugehörigen Film. Es stieß auch weitgehend auf Unverständnis, dass ich noch nie „Kindergarten Cop“ gesehen habe – es wiederholte sich ein wenig das „Cool Runnings“-Szenario, wobei mich die Unkenntnis über „Kindergarten Cop“ immer ein wenig mehr „schmerzte“. Gott sei Dank hatte ich Geburtstag, Gott sei Dank hat sich jemand meine Wissenslücke gemerkt und mir den Film einfach geschenkt. Und was soll ich sagen? Das Team Arnold Schwarzenegger und Ivan Reitman haben genau drei Filme zusammengemacht: „Twins“, „Kindergarten Cop“ und „Junior“ – und damit eine wunderbare Comedy-Trilogie für Arnie geschaffen. „Twins“ bleibt zwar mein absoluter Favorit von diesen drei Filmen, aber „Kindergarten Cop“ steht jetzt auf Platz 2.

Der taffe Polizist John Kimble (Arnie) jagt seit Jahren den gefährlichen Drogendealer Cullen Crisp (Richard Tyson). Für einen vermeintlichen Mord kriegt Kimble Crisp, doch um ihn für immer hinter Gitter zu bringen, braucht er Crisps Ex-Frau, die in einem kleinen Örtchen mit ihrem Sohn untergetaucht ist. Um sie zu finden, muss Kimble mit seiner Partnerin Phoebe (Pamela Reed) undercover gehen. Eigentlich soll Phoebe als Kindergärtnerin fungieren, um so Crisps Sohn und so seine Ex-Frau ausfindig zu machen. Weil sie wegen einer Magendarm-Grippe aber ausfällt, muss Kimble einspringen… und steht vor der größten Aufgabe seines Lebens, denn die kleinen Monster sind selbst für ein Muskelpaket und Badass wie Kimble zu viel.

„Kindergarten Cop“ ist der Urvater der Filme, in denen Muskelberge mit kleinen Kindern konfrontiert werden. Ich glaube, bis auf Stallone haben es alle größeren Stars von Dwayne Johnson bis zuletzt Dave Bautista schon mal mit solchen Komödien ausprobiert. Es ist ja auch ein witziges Konzept, das gerade auch „Kindergarten Cop“ schön aufzeigt, wenn Kimble das erste Mal auf seine „Schüler“ trifft: Die Kinder werden aus einer extrem Vogelperspektive gezeigt und Kimble übertrumpft wie ein riesiger Berg seine kleinen Monster. Wenn ich mir überlege, dass für Arnie ursprünglich erst Bill Murray gedacht war, ist das einfach nicht das Gleiche.

Ich mag Arnie in dieser Rolle. Der Film fängt noch damit an, ihn als den krassen Cop zu zeigen, der in typischer Arnie-Manier und fast schon wie der Terminator mit Schrotflinte durch die Gegend läuft und all seine Probleme erst einmal am liebsten mit der Faust löst. Doch mit den Kids geht das später nicht und Arnie muss umdenken. Das Ding ist, Arnie muss in diesem Film nicht sonderlich viel spielen… er wirkt so unbeholfen und fast schon hilflos in diesem Meer von Kindern, die ihn mit Tumor-Gerüchten Angst machen und ihn mit Geschrei und Chaos fertig machen. „Kindergarten Cop“ ist ein geiler Streifen für jemanden wie Schwarzenegger, der sich hier von seiner sanften und amüsanten Seite zeigen darf.

Dabei hilft es natürlich enorm, dass die Kids einfach verdammt gut sind und sie mit Arnold eine Super-Chemie haben. Wenn er die Kleinen nach und nach wie Hunde mit Pfeife abrichtet, wie sie mehr und mehr diesem Giganten Vertrauen schenken, inszeniert Reitman auf liebevolle Art und Weise… und ohne das Ganze zu hetzen. Okay, ich gebe zu, ich hätte gerne noch ein paar mehr Momente gehabt, in denen Kimble an seiner neuen Aufgabe verzweifelt, aber gut… ich kann das verschmerzen, weil der Rest einfach toll funktioniert.

Ivan Reitman lässt seine lockere Komödie nie aus dem Ruder laufen, der Film geht kontinuierlich seinen Weg, wechselt vom Action-Film zur Komödie, findet zum Schluss kurz wieder ein bisschen zur Action zurück, verknüpft das Ganze noch mit einer recht süßen RomCom-Einlage, wenn sich Kimble in die hübsche Lehrerin Joyce (Penelope Ann Miller) verliebt und nimmt sich sogar zwischendurch noch ernster Themen an, wenn Kimble mit Scheidungskindern und sogar mit einem Vater auseinandersetzen muss, der seinen Sohn schlägt – natürlich macht er das auf die Arnie-Weise.

„Kindergarten Cop“ habe ich zwar jetzt erst spät zu schätzen gelernt, aber besser spät als nie. Ich weiß dennoch nicht, ob ich unbedingt mehr davon brauche. Ich glaube, ich bleibe da Arnie treu und lasse die anderen Filme des Muskelberg-meets-Kids-Genre ruhen. Sie haben eh alle nicht den unbeholfenen Charme von Schwarzenegger.

Wertung: 8 von 10 Punkten (Arnie hätte mit Reitman noch viel mehr Komödien machen sollen)

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