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5-Minuten-Superkräfte

17. August 2020

Wenn ich durch Filme etwas lerne oder zumindest auf etwas aufmerksam gemacht werde, das ich vorher noch nicht kannte, rechne ich das der Handlung hoch an. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, aber wenn es mir im Kopf bleibt, dann ist es schon cool. So habe ich nach dem Gucken von Netflix‘ neuestem Film „Project Power“ auch etwas gelernt. Sogar etwas ziemlich Faszinierendes. Ich habe das erste Mal vom sogenannten Knall- oder Pistolenkrebs gehört. Und einmal mehr muss ich sagen, es ist unglaublich, was wir für interessante Wesen auf unserer Erde haben. Nur ganz kurz, aber: Der Knallkrebs erzeugt durch das Zusammenklappen seiner Schere einen Wasserstrahl, der eine Blase bildet, die nicht nur extrem laut ist, sondern dabei auch kurzzeitig eine Hitze entwickelt, die in etwa den Temperaturen auf der Sonne entspricht. Diese kleinen Viecher sind unglaublich… so unglaublich wie die Idee hinter „Project Power“:

Im New Orleans der nicht all zu fernen Zukunft taucht eine neue Art von Droge auf, die sich „Power“ nennt. Wer eine dieser Power-Pillen schluckt, bekommt für 5 Minuten Superkräfte. Allerdings weiß man erst, welche Kräfte man bekommt, wenn man die Pille geschluckt hat. Manch einer explodiert auch einfach nur. Besonders Kriminelle sorgen damit für ordentlich Ärger. Doch auch Cops haben ihr Interesse an dem Zeug. Frank (Joseph Gordon-Levitt) ist so einer, nur wird er für den Gebrauch von „Power“ suspendiert… nicht aber, bevor ihn sein Boss noch auf den mysteriösen Art (Jamie Foxx) ansetzt, von dem er glaubt, er sei verantwortlich für all das. Arts und Franks Wege kreuzen sich schon bald, nicht zuletzt, weil sei beide über die Power-Dealerin Robin (Dominique Fishback) versuchen, der neuartigen Droge auf den Grund zu gehen.

„Project Power“ wird für mich jetzt immer der Film sein, der mich mit dem Knallkrebs vertraut gemacht hat. Das rechne ich den Regisseuren Henry Joost und Ariel Schulman hoch an. Auch die Tatsache, dass „Project Power“ ein „Originalstoff“ ist, ist in der heutigen Zeit beachtlich, sprich: Das Ganze basiert auf keinem Comic oder Roman. Hut ab! Nicht nur das, ich finde das Konzept hinter dem Film auch echt clever… es ist so die typische Frage, welche Superkraft hättest du am liebsten? Nur eben mit Drogen und Verbrechen. (P.S.: Ich hätte gerne die Geschwindigkeit von „The Flash“)

Gerade zu Beginn ist „Project Power“ da echt verdammt cool. Es wird nicht viel über diese neuartige Droge gelabert, sondern wir werden einfach vor vollendete Tatsachen gestellt.  Auch die einzelnen Fähigkeiten in Aktion zu sehen, hat echt was. Das Problem ist nur, relativ schnell wird das Ganze ad acta gelegt. „Project Power“ hat das coolste Gimmick überhaupt und schiebt es ab einem bestimmten Punkt der Handlung einfach in den Hintergrund. Als hätte der Film selbst eine „Power“-Kapsel genommen und sich in etwas anders verwandelt.

Ab da wird „Project Power“ dann mehr Arts Suche nach seiner Tochter, Franks Suche nach Art und Robins Suche nach dem Sinn hinter allem. Versteht mich jetzt nicht falsch. Dank der wirklich guten Darsteller funktioniert auch dieser Teil der Story noch ziemlich gut. Gerade Dominique Fishback hält als kleines Zentrum alles gut zusammen und agiert toll gegen Gordon-Levitt und Foxx. Dennoch hätte ich mir ein bisschen mehr von „Project Power“ an sich gewünscht.

Die Action ist dennoch durchaus aufregend und gerade zum großen Finale holen Joost und Schulmann dann noch einmal ihre Fähigkeiten raus (hier wird dann auch unser Knallfrosch, äh, Knallkrebs interessant).

„Project Power“ fühlt sich ein bisschen wie ein Videospiel an, das aber zwischendurch vergisst, dass man als Spieler cooles Zeug machen kann. Nichtsdestotrotz wird die Geschichte aller Beteiligten spannender erzählt als in vielen der letzten Netflix-Filme (ja, ich gucke in deine Richtung, „The Old Guard“). Ich denke, man hätte aus „Project Power“ echt noch ein bisschen mehr machen können, wenn man ein bisschen wilder gedacht hätte. Aber an sich hatte ich schon meinen Spaß mit dem Film.

Wertung: 7 von 10 Punkten (der Cast ist super, das Konzept ist interessant, das Potenzial des Ganzen wird dennoch nicht ganz genutzt)

8 Kommentare leave one →
  1. luzifel permalink
    17. August 2020 06:46

    Guter Mann! Ich hab den Film gestern gesehen und fand ihn echt unterhaltsam. Jaimie Fox spielt endlich mal kein psychotisches Arschloch (und das auch noch solide!), die mopsige Dealerin ist ein toller Charakter der mit der Zeit immer cooler und verständlicher wird und New Orleans als Setting fand ich echt glaubwürdig dargestellt. Das war alles rund. Der Kampf um den gefrorenen Käfig herum war für mich übrigens das absolute Highlight. Danach war etwas die Luft raus. Aber alles in allem war der Film echt gut. Danke Netflix – Daumen hoch.

    Das mit den Tieren und deren Kräften kannte ich beispielsweise aus dem Manga Terraformers, wo das auch Thema ist bei den ganzen Charakteren. Nicht das es da wirklich gut gemacht wäre, aber der Gedanke ist da. Terraformers ist mehr sowas wie Gantz in eklig. Ich hätte mich jedenfalls nicht über die japanische Hornisse gewundert 😉

    • donpozuelo permalink*
      17. August 2020 11:35

      Ja, die Action und die Charaktere fand ich auch echt gut. Cooles Trio, was sie da vor der Kamera haben

  2. luzifel permalink
    17. August 2020 06:47

    PS: Warum zum Teufel schreiben manche Menschen, dass der Film was mit Star Wars zu tun hat?

    • donpozuelo permalink*
      17. August 2020 11:34

      Keine Ahnung? Wüsste nicht, was das mit Star Wars zu tun hat 😅

  3. 17. August 2020 10:36

    Puuh, ich fand den noch ärgerlicher als The Old Guard, weil hier eine neue Geschichte so langweilig auf Konvention getrimmt wird, das jeglicher eigener Spin verloren geht, da helfen ein paar gute Szenen leider nicht wirklich

    • donpozuelo permalink*
      17. August 2020 11:36

      Mir war Old Guard echt zu viel. Project Power fand ich da sehr viel angenehmer. Aber ja, ich verstehe, was du meinst. Der Film hätte echt sehr viel mehr sein können.

  4. 17. August 2020 16:50

    Okay, noch. nix von gehört und wieder einer auf der Netflix-Liste, falls ich das mal wieder buche.
    Den Knallkrebs kannte ich im Übrigen schon :))

    • donpozuelo permalink*
      17. August 2020 17:23

      Ja, der Film hat aber auch keine Eile 😅 Aber ich fand ihn besser als vieles, was Netflix sonst so im Moment an Comic-/ Superhelden-Zeugs raus ballert.

      Und sehr cool. Mir war der Krebs neu, aber jetzt werde ich ihn so schnell nicht vergessen

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