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Operation Schläfriges Wiesel

27. Juli 2020

Wenn ich mal so überlege, welche Filme ich früher als Kind sehr häufig geschaut habe, stehen „Star Wars“ und „Indiana Jones“ natürlich ganz oben auf der Liste. Aber es gibt noch zwei Reihen, die mich sehr begleitet haben: Zum einen waren das die „Die Nackte Kanone“-Filme und eben die „Hot Shots“-Filme. Als ich jetzt vor kurzem zufällig darauf stieß, dass Netflix beide Hot-Shots-Filme im Programm hat, musste ich mir die mal wieder anschauen. Doch schon vor dem Start stellte sich mir eine wichtige Frage: Auf Deutsch oder auf Englisch? Es ist wie mit den alten Disney-Filmen, die kann ich mir einfach nicht im Original anschauen, weil ich mit der deutschen Fassung aufgewachsen bin. Doch gerade weil „Hot Shots“ nun mal eine Komödie ist, habe ich mich dann doch fürs Original entschieden… und als der Film dann losging, hatte ich noch eine zweite Frage: Was ist, wenn der Film gar nicht so lustig ist, wie ich ihn in Erinnerung habe?

Topper Harley (Charlie Sheen) ist ein Fliegerass, doch er kommt nicht darüber hinweg, dass sein Vater einst für den Tod eines anderen Piloten verantwortlich war. Deswegen steigt Topper aus. Aber für einen wahren Helden gibt es kein Aussteigen und als die Army Topper für Operation „Schläfriges Wiesel“ braucht, wird der einstige Flieger wieder in die Armee integriert. Um seine Fähigkeit zu fliegen zu überprüfen, wird Topper zudem an die Psychiaterin Ramada Thompson (Valeria Golino) verwiesen.

Die zweite Frage war schon im Intro geklärt: Ja, „Hot Shots“ ist immer noch so lustig wie ich ihn in Erinnerung hatte. Regisseur Jim Abrahams hat einfach auch ein Händchen dafür, einfach nur Slapstick und Klamauk zu inszenieren. Seine Filme sind herrlich harmlos, aber dafür richtig schön doof. Wenn auf dem Flugzeugträger S.S. EssEss Leute einfach nur Blödsinn machen, Flugzeugeinweiser tänzelnd über die Flugbahn hopsen oder die Piloten bei der Landung erst mit dem Kopf vorne an die Armaturen stoßen und dann hinten an den Sitz knallen, ist das kindisch, aber witzig. Abrahams ist albern, albern ohne Ende. Das hat schon „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ gezeigt, das hat er in „Die Nackt Kanone“ weiterausgebaut und mit „Hot Shots“ noch mehr auf die Spitze getrieben.

Neben den herrlich doofen Slapstick-Einlagen, die jede Pannenshow neidisch machen würde, überzeugt „Hot Shots“ natürlich auch durch sein Verarschen von anderen Filmen. Ganz oben steht hier natürlich „Top Gun“, der Pate für diesen Film stand. Aber auch andere Filme werden ordentlich auf die Schippe genommen und bieten somit eine weitere Unterhaltungsebene von „Hot Shots“: Das Filme-Raten. Klar, es ist jetzt auch kein großes Raten vonnöten, sind die Verweise doch alle recht offensichtlich, aber auch hier: Abrahams nutzt das auf amüsante Art und Weise. Ein bisschen „Superman“ hier, „Rocky“ da. „Planet der Affen“ geht auch immer, wie auch „Full Metal Jacket“ und und und…

Dazu muss man sagen, dass der Film gerade seiner Hauptinspiration „Top Gun“ durchaus große Ehre erweist und die Flugszenen, die „normal“ bleiben, sehen ähnlich spektakulär aus wie bei Tom Cruise.

Natürlich funktioniert so eine klamaukige Komödie nur, wenn die Darsteller auch ein Gespür für ihre Rollen haben und vor allem die körperlichen Gags gut rüberbringen. Und was soll ich sagen? Ein Charlie Sheen war lange vor Tigerblut und Co. einfach wirklich ein verdammt witziger Typ. Er ist als Topper Harley wirklich perfekt besetzt… und alle anderen natürlich auch. Vor ihrer Zeit als „Two and a half men“ treffen sich hier Sheen und Jon Cryer, der hier als halbblinder Pilot punkten kann. Lloyd Bridges als dummer General ist sowieso einfach nur Kult.

Ja, „Hot Shots“ hat den Test der Zeit ziemlich gut überstanden. Die Gags sind zwar „harmlos“, aber vielleicht auch gerade deswegen so wirksam. Es ist wie „Tom und Jerry“ – über die Unglücke anderer kann man irgendwie immer lachen. Ich bin jetzt schon gespannt, wie sich „Hot Shots 2“ gehalten hat.

Wertung: 8 von 10 Punkten (bringt einen nach wie vor super zum Lachen)

4 Kommentare leave one →
  1. 27. Juli 2020 14:04

    Uh den könnte ich auch mal wieder sehen. Und „Die nackte Kanone“ sowieso 🙂

    • donpozuelo permalink*
      27. Juli 2020 20:39

      Oh ja. Die nackte Kanone muss ich auch dringend mal wieder gucken. Früher lief das bei mir rauf und runter. Noch mehr als Hot Shots.

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