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Filmreise Etappe #37: Meeresfrüchte-Showdown

3. Juli 2020

In der Kategorie „Aktivurlaub“ will ich an dieser Stelle mal ein bisschen kreativer werden. Beziehungsweise lasse ich meine Regisseure kreativer werden, da ich ja doch nur zugucke. Aber ich habe lange gesucht, was ich denn als Einzelkämpfer-Film nehme. Viele interessante Sachen wie „I, Tonya“ oder „The Wrestler“ hatte ich schon. Einen weiteren Boxer neben „Rocky“ habe ich mir schon für nächste Woche vorgenommen. Deswegen brauchte ich jetzt mal was ganz anderes. Dabei erinnerte ich mich an einen Film, den eine sehr gute Freundin, die filmisch auch gerne mal anders tickt, mir mal empfohlen hat. Und YouTube sei Dank konnte ich nun endlich den tollen Film mit dem Titel „Der Calamari-Wrestler“ gucken.

Taguchi (Akira Nogami) hat gerade den Meisterschaftsgürtel im Wrestling gewonnen, als auf einmal ein riesiger Tintenfisch auftaucht, Taguchi den Gürtel entreißt und den Wrestler in einem Kampf besiegt. Daraufhin ist der Calmar natürlich DAS Thema in den Medien. Wer ist dieser geheimnisvolle Kämpfer, der sich in einem Kloster aufhält und sich dort mit Hilfe der Mönche auf seinen nächsten Kampf vorbereitet. Taguchis Verlobte Miyako (Kana Ishida) und auch den Medien wird schnell bewusst, dass mehr hinter dem Calmar steckt: Er ist in Wirklichkeit die Reinkarnation des Wrestlers Kanichi (Osamu Nishimura), ehemaliger Trainingspartner von Taguchi und ehemaliger Verlobter von Miyako. Jetzt will der Calamari-Wrestler seinen Platz auf dem Ring und an Miyakos Seite wiederhaben… doch die Welt des Wrestlings hat so einige Überraschungen für den Tintenfisch in petto

Ich will gleich eins vorweg sagen: Wenn man diesen Film „normal“ drehen würde, wäre das ein spannendes Sportler-Drama über einen Mann, der nach schwerer Krankheit wieder versucht, an die Spitze seines Sportes zu kommen. Regisseur Minoru Kawasaki macht daraus aber eben etwas unnormales. Ich weiß nicht, wie er je auf diese Idee gekommen ist, aber es ist großartiger Trash… Dieser Tintenfisch sieht einfach nur gaga aus, aber es geht auch nicht darum, authentisch zu wirken. Es ist ganz klar, dass da ein Schauspieler in nem riesigen Tintenfisch-Kostüm ist. Die meisten seiner Arme hängen einfach immer nur so runter, nur die zwei Arme des Schauspielers steuern zwei Tentakel… was einfach nur super ulkig aussieht. Dazu kommen diese riesigen Kuller-Puppen-Augen, der Lider sich bewegen können und worüber jegliche Emotionalität des Calamars übermittelt werden muss.

Bei all der Absurdität schafft es Kawasaki trotzdem (erstaunlicherweise), dem Ganzen eine gewisse Tiefe zu verleihen. Wie gesagt, ohne die Kostüme würde dieser Film als normales Wrestling-Drama durchgehen. Aber selbst mit den Kostümen bleibt eine emotionale Ebene in diesem Film, in der es um Ehre, Liebe und Respekt geht. Es geht auch um Moral, wenn der Calmar sich weigert, den üblen Machenschaften der Sportbosse nachzugeben und seinen Kampf zu verlieren. „Der Calamari-Wrestler“ ist die Geschichte eines unbekannten Underdogs, der durch seine Art nicht nur das Herz seiner einstigen Verlobten wiedergewinnt, sondern auf die Herzen Japans.

Kämpferisch hat der Film aber auch einiges zu bieten. Wie der Titel meines Artikels es vielleicht vermuten lässt, ist der Calamari-Wrestler nicht der Einzige, der etwas anders ist. Er bekommt es in diesem Film noch mit einem Oktopus-Kämpfer und einen fiesen Krebs-Kämpfer zu tun (und all das wird auch wirklich logisch erklärt, also keine Sorge)… und dieser Meeresfrüchte-Showdown ist wirklich gut in Szene gesetzt. Wie es sich für einen ordentlichen Sportfilm gehört, gibt es den Sportmoderator, der das Geschehen für uns kommentiert… und wir bekommen halt lustige, aber auch heftige Kämpfe zu sehen. Und ich muss es noch einmal sagen: Auch wenn sich hier Typen in Meerestier-Kostümen mit Wrestler-Moves hauen, ist das aufregend anzuschauen.

„Der Calamari-Wrestler“ ist ein herrlicher Trash-Film, der aber gar nicht so trashig ist, wie man meinen möchte. Es steckt am Ende sehr viel mehr hinter diesem Film als bloßes Gaga-Kino mit Typen in Tintenfisch-Kostümen. Dran gewöhnen muss man sich trotzdem erstmal 😀

Wertung: 6 von 10 Punkten (herrlich bekloppt, gute Kämpfe und eine fast schon rührende Geschichte)

4 Kommentare leave one →
  1. 3. Juli 2020 22:35

    Oh Mann 😂😂😂

    • donpozuelo permalink*
      4. Juli 2020 07:17

      Genau. Das ist die richtige Antwort auf diesen Film 🤣

  2. 19. Juli 2020 16:12

    Ääääh ja. Klingt… Hmmmmm… Seltsam.

    • donpozuelo permalink*
      20. Juli 2020 16:50

      🤣🤣🤣 Das ist die einzig richtige Reaktion auf diesen Film.

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