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El Brujo Especial

1. Juli 2020

Man sollte aufhören, wenn es am besten ist. Viele Serien überschreiten nur zu gerne diesen Zenit und rutschen dann ab. Deswegen muss ich gestehen, habe ich eine kleine masochistische Vorliebe für vorzeitig abgesetzte Serien. Nehmen wir nur mal „Firefly“. Insgeheim wünschte ich mir schon, es hätte mehr davon gegeben, aber auf der anderen Seite hätte dann die Gefahr bestanden, dass es irgendwann einfach nicht mehr gut sein würde. Also dann doch lieber so… so kann ich mir die Serie auch einfach öfter anschauen. Fertig! Als es hieß, dass nun auch „Ash vs. Evil Dead“ mit Staffel 3 ein ähnliches Schicksal treffen würde, hat mich das auch ein bisschen gefreut. Warum… dazu kommen wir gleich.

Staffel 3 steht im Zeichen des Nachwuchses: Ash (Bruce Campbell) lernt, dass er in Elk Grove eine Tochter namens Brandy (Arielle Carver-O’Neill). Die muss er dann auch beschützen – denn das Böse ist dabei Elk Grove und die Welt für sich zu beanspruchen. Dafür sorgt einmal mehr Ruby (Lucy Lawless). Jetzt lernen wir jedoch, dass sie sich vor langer Zeit noch finsteren und böseren Mächten widersetzte, die sie zerstören wollen. Um ihr Fortbestehen zu gewährleisten, braucht Ruby das Necronomicon. Gemeinsam mit Pablo (Ray Santiago), der schon bald zum El Brujo Especial wird und Kelly (Dana DeLorenzo) muss sich Ash nun ein weiteres Mal dem Bösen in den Weg stellen.

Nach drei Staffeln ist also Schluss… und ich muss gestehen, ich bin ganz froh darüber. Noch mehr „Ash vs. Evil Dead“ hätte der Serie meiner Meinung nach überhaupt nicht gutgetan. Klar, es gibt in der finalen Folge einen schönen Twist, den man noch  gut hätte ausbauen können, aber schlussendlich wäre es zum vierten Mal mehr oder weniger das Gleiche gewesen – nur in einem neuen Setting. So aber geht Ash Williams – ähnlich wie in „Armee der Finsternis“ – mit  einem schönen Knall in den Ruhestand.

Versteht mich nicht falsch, ich mag die Serie wirklich sehr gerne… und bevor ich mit Staffel 3 anfing, habe ich mir die ersten zwei noch einmal am Stück angeschaut. Aber nach drei Staffeln ist einfach auch ein bisschen die Luft raus. Bruce Campbell ist immer noch super – Bruce Campbell wird immer super sein, denn er ist einfach mal Ash Williams. Er ist herrlich politisch unkorrekt in einer Zeit, wo alles dreimal umgedreht werden muss. Dennoch ist seine Zeit einfach gekommen… denn wie gesagt, der Wiederholungseffekt ist schon deutlich zu spüren.

Auch hier darf man das nicht falsch interpretieren: Staffel 3 versucht schon mit der ganzen Vater-Tochter-Nummer ein bisschen was Neues reinzubringen. Das funktioniert auch alles gut, liefert aber kaum noch große Überraschungen. „Ash vs. Evil Dead“ hat seinen eigenen Trott gefunden und frühstückt den auch gut ab. Die Effekte, das Blutgemetzel, die fliegenden Gliedmaßen, die Gedärme – all das ist immer noch großartig. Die Slapstick-Einlagen sind toll, Bruce Campbells Humor ist toll, die Charakter sind einem ans Herz gewachsen, aber wie gesagt, so ein bisschen ist die Luft einfach raus. Das Konzept „Ash vs. Evil Dead“ ist keines, dass noch sehr viel mehr Staffeln hätte vertragen können. Und letztendlich gibt mir die Statistik da ja Recht. Die Einschaltquoten ging so rapide runter, dass einfach die Notbremse gezogen wurde.

So geht Ash Williams in den Ruhestand und kann auf drei gute Staffeln zurückblicken, die man sich gerne anschaut. Es wird nie langweilig, es wird nie unlustig, es wird nie nicht blutig. Man bekommt, was man erwartet… und das ist doch auch okay. Bruce Campbell ist und bleibt der King des komischen Leichenzerfledderns und Staffel 3 bietet ihm einen würdevollen Abgang, der Spaß macht, mich aber auch eine vierte Staffel nicht zu sehr vermissen lässt.

Wertung: 7 von 10 Punkten (eine gute Splatter-Serie geht in den wohlverdienten Ruhestand)

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