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SAMCRO

24. Juni 2020

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich es endlich geschafft habe, mit meinem besten Freund „Buffy“ und „Angel“ zu beenden. Aber irgendwann war das tatsächlich geschafft. Eine lange Tradition fand ihr Ende. Die Serien waren vorbei – und wie nach jeder guten Serie steht man dann ein bisschen hilflos und verloren da und fragt sich (verzweifelt): „Und jetzt?“ Die Tradition darf nicht sterben, die Mittwoch-Abende bei Pizza und einem guten Glas Whiskey (ja, passt perfekt zusammen 😛 ) dürfen nicht einfach so vorbei sein. Aber nach kurzer Panik stand das nächste größere Serien-Projekt einfach schon mal fest: Wir würden uns unter die Motorrad-Gangs begeben und uns mit den „Sons of Anarchy“ auf ein neues Serien-Abenteuer einlassen. Die Mittwoch-Serien-Abende sind also gerettet…

Die Söhne der Anarchie sind ein Motorrad-Club im kleinen Örtchen Charming. Oberhaupt ist Clay (Ron Perlman), die Frau an seiner Seite ist Gemma (Katey Sagal). Im Mittelpunkt steht ihr Sohn Jax (Charlie Hunnam), der den Tod seines Vaters verarbeitet und die Richtung des Clubs hinterfragt. In der ersten Staffel bekommt der Club Ärger vom ATF und vor allem der Agentin June Stahl (Ally Walker) macht dem Club das Leben zur Hölle. Dazwischen kommen die üblichen Rivalitäten mit anderen MCs und das ganz normale Leben: Jax drogensüchtige Ex-Frau Wendy (Drea de Matteo) bringt ihr Kind viel zu früh zur Welt, Jax‘ einstige Flamme, die Ärtzing Tara (Maggie Siff), taucht wieder in Charming auf… und Jax‘ bester Freund Opie (Ryan Hurst) wird aus dem Knast entlassen und muss seinen Platz im Club wiederfinden – und gerät dabei ins Visier sowohl vom ATF als auch von Clay.

Diese Serie weckt schon in der ersten Staffel die Lust in mir, selbst mal Motorrad fahren zu können. Das ist schon mal etwas, was die „Sons of Anarchy“ wirklich gut hinbekommen. Auf eine gewisse Art und Weise lassen sie dieses Leben als cooles Mitglied eines Motorrad-Clubs verdammt lässig aussehen. Man muss sich dann hier und da schon noch daran erinnern, dass die Herrschaften eben nicht nur Motorrad-Touren durch die Gegend veranstalten, sondern auch einfach knallharte Gangster sind, die mit Waffen dealen und sich mit verfeindeten Clubs anlegen. Aber trotz allem sieht das auch erst einmal irgendwie verdammt cool aus – dazu passt dieser Soundtrack-Mix aus Rock und Country wunderbar, sodass ich mich, wenn ich das im Auto höre, schon selbst wie ein halber Son fühle.

Die erste Staffel von „Sons of Anarchy“ stellte mich dann aber auch vor ein Problem – ein Problem, dass ich schon bei „Die Sopranos“ in Staffel 1 hatte: Die Serie überhäuft dich einfach mal mit einer unglaublichen Zahl an Charakteren, die aber alle ihre Wichtigkeit haben und die man sich alle merken muss. Ein paar Mal musste ich hier und da echt nachfragen, wer jetzt das noch mal war, aber im Verlauf der ersten Staffel ging es dann. Die Namen hatte ich dann zwar immer noch nicht alle drauf, aber vom Aussehen her wusste ich dann schon ganz gut, wer eigentlich wer ist. Dafür handhabt die Serie diese Masse an Charakteren aber auch enorm gut – natürlich haben wir das Trio Jax-Gemma-Clay im Vordergrund und alle anderen kreisen um sie herum, aber das funktioniert bestens.

Ich muss tatsächlich gestehen, dass ich nach einer Staffel ein sehr großer Gemma-Fan geworden bin. Katey Sagal, die ich sonst nur als Peggy Bundy, als Leela aus „Futurama“ und als Helen aus „LOST“ kannte, ist perfekt als „Königin“ des Clubs. Sie kann so herrlich fies und hinterhältig sein, dann aber auch einen Moment später wieder sehr herzlich und fürsorglich. Sie ist eine tolle Matriarchin, die eigentlich am meisten zu tragen hat, ist sie doch in ihrer mütterlichen Liebe zu Jax und in ihrer Funktion als Ehefrau von Clay immer wieder hin und her gerissen in ihrer Loyalität. Denn Jax und Clay geraten immer wieder aneinander, vor allem, als Jax die Unterlagen seines Vaters findet, dessen Vorstellungen vom Club ein bisschen von dem abweichen, was gerade Realität ist.

Staffel 1 vermischt ziemlich gekonnt Gangster-Alltag mit Normal-Alltag. Gerade die Story mit Jax und Tara und Wendy hat schon fast Soap-Opera-Charakter, aber auf eine gute Art und Weise (vor allem wenn eine Gemma da immer wieder ihre Finger im Spiel hat). Zum Ende von Staffel 1 wird es dann ordentlich heftig – vor allem in Bezug auf Opie und eine Entscheidung, die Clay fällt, die sicherlich noch weitreichende Konsequenzen in Staffel 2 haben dürfte.

Größte Überraschung für mich persönlich war dann aber wirklich der Auftritt von Mitch Pileggi als Anführer der Nazi-Gang. Der Sturz vom Assissten Director des FBIs war ganz schön tief 😉

Alles in allem hat mich Staffel 1 von „Sons of Anarchy“ auf jeden Fall fasziniert… hauptsächlich wegen der großartigen Katey Sagal… und dann natürlich auch wegen dem ganzen Rest, der wirklich gut ist.

Wertung: 8 von 10 Punkten (wo mache ich jetzt bitte meinen Motorrad-Führerschein?)

7 Kommentare leave one →
  1. 24. Juni 2020 08:17

    Freut mich, dass dir der Start in die Serie so gut gefallen hat. Bei mir war es ähnlich. Bin sehr gespannt, wie dir die kommenden Staffeln gefallen werden. Du hast definitiv noch die Hochphase der Serie vor dir. Mehr will ich momentan noch gar nicht dazu sagen 😉

    • donpozuelo permalink*
      25. Juni 2020 22:02

      Ich bin auch sehr gespannt, gerade weil ich doch hier und da auch unterschiedliches höre, was spätere Staffeln angeht

  2. 10. Juli 2020 16:31

    Das ist wieder so eine der sehr bekannten und beliebten, ich möchte gar sagen gehypten Serien, die ich bisher ausgelassen habe, weil sie mir zu präsent waren. Ich kann nicht wirklich sagen, warum, aber um die mache ich manchmal einen Bogen und bekomme gar nicht so recht Bock darauf. Ähnlich war es mit „Breaking Bad“. Vermutlich weil schon soviel darüber geredet wird, dass man gar nicht mehr den Eindruck hat noch was in der Serie entdecken zu können. Oder weil man dieses Zuspät-kommer-Gefühl nicht los wird. Aber jetzt wo du die so in Erinnerung rufst … mmmmh 🙂

    Beim Anfang deiner Inhaltsangabe musste ich etwas schmunzeln. Der Ort heißt Charming? 😀 Nein wie süß. Wenn man weglässt, dass es um eine Gang geht und den Titel nicht erwähnt, könnte man bei all dem hin und her und Beziehungstrallalala und v.A. beim Namen des Orts denken, dass es eine Staffel von Heart of Dixie oder so ein Kram ist (nichts als Kritik zu verstehen, eher mein Kopfkino)

    • donpozuelo permalink*
      13. Juli 2020 10:12

      🤣🤣🤣 Jupp, der Ort heißt Charming… ist es aber tatsächlich nur selten.

      Und ja, ich kann deine Bedenken verstehen. Hatte ich auch. Sehr, sehr lange… aber die Serie lohnt sich wirklich – in meinen Augen. Plus: Du bekommst einen wirklich tollen Soundtrack mit dazu, der perfekt für lange Autofahrten ist

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