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Long live the King(pin)

10. Juni 2020

Es ist schon echt ein bisschen her, seitdem ich die zweite Staffel von „Daredevil“ geguckt habe. Mittlerweile wurden alle Marvel-Netflixen-Serien abgesetzt. Immerhin will Disney ja jetzt mit Disney+ das MCU mit Serien erweitern… und außerdem passen so brutale Comic-Serien gar nicht ins familienfreundliche Schema. Es ist echt schade, dass Disney das so lieblos wegwirft… aber gut, abgesehen von „Daredevil“ trifft mich auch das nicht so hart. Ich war nie ein Fan von „Jessica Jones“. „Luke Cage“ wollte ich immer mal anfangen, habe es aber nicht geschafft. „Iron Fist“ hat mich nie interessiert. Bleiben nur „Daredevil“ und „Punisher“, dessen erste Staffel mich aber auch nicht so überzeugt hatte. Bleibt unterm Strich also nur „Daredevil“… und jetzt habe ich endlich mal Staffel 3 nachgeholt.

Nach den Ereignissen aus „The Defenders“ (was ich auch nicht gesehen habe) halten seine Freunde Karen (Deborah Ann Woll) und Foggy (Elden Henson) Matt Murdock (Charlie Cox) für tot. Doch natürlich ist er es nicht. In dem Waisenhaus, in dem Matt einst aufwuchs, wird er gesund gepflegt. Währenddessen wird Wilson Fisk (Vincent D’Onofrio) zum wichtigsten FBI-Informanten – aber natürlich aus ganz eigennützigen Gründen. Einmal mehr muss sich Murdock also Fisk stellen, der alles versucht, um den guten Namen Daredevils in den Dreck zu ziehen.

Gott sei Dank ist Vincent D’Onofrio wieder voll und ganz bei „Daredevil“ mit dabei. Denn wie schon in der ersten Staffel beweist sich D’Onofrio als der bestmögliche Widersacher für Matt Murdock. Dieser Mann hat so eine unglaublich boshafte, Furcht erregende Ausstrahlung, dass man es sofort glaubt, wenn er in der ersten Episode mit einem einzigen Wort einen Knast zum Schweigen bringt. D’Onofrios Präsenz hat in Staffel 2 sehr gefehlt, jetzt ist er aber wieder da – und sein Wilson Fisk ist einmal mehr der absolute „scene stealer“. D’Onofrios Wilson Fisk ist so perfekt unberechenbar und doch weiß man ganz genau, dass alles, was passiert, nach seinem Plan läuft. Er kann immer wieder auch so zarte Momente haben, aber das Monster kann er nicht verbergen. Ich habe schon in Staffel 1 von D’Onofrio geschwärmt und jetzt in Staffel 3 ist es einfach wieder notwendig. Dieser Mann ist für diese Rolle einfach nur perfekt!

Spannend ist dann auch die Einführung von Ben Poindexter (Wilson Bethel), die Netflix-Version von Bullseye. Ebenfalls großartig besetzt und von Bethel wahnsinnig gut gespielt. Er ist die andere Seite von Fisk. Subtil ist bei ihm nichts, er ist für uns ganz offensichtlich ein gestörter Mensch, der verzweifelt versucht normal zu wirken. Poindexter ist wie geschaffen als Fisks Sidekick, der ihn mit seinem kleinen Finger über den Rand stoßen und für seine eigenen Zwecke einsetzen kann. Dieses dynamische Duo des Bösen ist ein großes Highlight… und wenn man dann so nach und nach sieht, was Fisk alles geplant hat und wie das nach und nach aufgeht, sitzt man doch sehr geplättet vorm Fernseher.

Um es ganz kurz noch zu erwähnen: Charlie Cox als Daredevil ist natürlich auch super. Was ich in Staffel 3 sehr mochte, ist die Tatsache, dass sie ihn eigentlich ein wenig seiner Macht berauben. Sein cooler Anzug ist weg, der gute Ruf auch und viele Menschen, auf die er sich verlassen kann, hat er auch nicht mehr um sich. Daredevil ist als Held in dieser Staffel noch einmal so viel greifbarer. Der kriegt auf die Fresse und leidet, der kämpft und ist danach kaputt. Ich weiß, klingt vielleicht nach nicht viel, aber mich spricht das irgendwo mehr an als ein Iron Man, der einfach immer und immer kann. Daredevil ist mehr Mann als Held, wirkt bodenständiger und realistischer. Das hat die Serie, finde ich, von Anfang an gut verstanden. Sie haben das in Staffel 2 zwar ein bisschen vernachlässigt, aber jetzt kehren sie dazu wieder zurück!

Aber mal abgesehen von den Charakteren… was gibt es noch zu „Daredevil“ Staffel 3 zu sagen? Es fängt ein wenig schleppend an, entwickelt dann aber eine ordentliche Vorwärtsbewegung, bei der alles schön ineinander greift. Bis zu dieser einen Folge namens „Karen“, die uns kurz vorm Finale eine unnötige und unnötig lange Rückblende beschert, damit wir was aus Karens Vergangenheit erfahren. Warum das da plötzlich auftauchte, kann ich echt nicht sagen. Das war wirklich unnötig, fühlte sich einfach sehr gestreckt an.

Davon mal abgesehen ist Staffel 3 aber endlich wieder ein cooler Daredevil. Die dreckige, raue Version eines Superhelden, der mit echten Problemen konfrontiert wird und nach wie vor einen der Comic-Schurken überhaupt hat. Sowas wie D’Onofrio fehlt dem MCU.

Wertung: 9 von 10 Punkten (Vincent D’Onofrio ist selbst kleine Hacker in der Story mehr als nur wert)

4 Kommentare leave one →
  1. 10. Juni 2020 20:50

    Ja die D’Onofrio-Show rettet die Serie in weiten Teilen, denn für mich ist der größte Schwachpunkt die Lusche Daredevil :))

    • donpozuelo permalink*
      11. Juni 2020 12:44

      🤣🤣🤣🤣 so luschig fand ich ihn nicht. Aber okay… 🤣🤣🤣

  2. 4. Juli 2020 19:45

    Mensch, das könnte ich allerdings auch mal weitergucken! Habe auch nur bis einschließlich Staffel zwei geschaut, auch bei Jessica Jones und vom rest jeweils nur die erste. Allerdings fand ich Luke Cage und Jessica Jones erste Staffeln nicht übel. Nur die zweite von Jessica Jones war so lahm und unfokussiert, dass ich erstmal irgendwie raus war.
    Aber klingt schon ziemlich cool die dritte … schalte ich wohl doch mal wieder rein. Charlie Cox Daredevil fand ich jedenfalls auch am coolsten von den Defenders … und verglichen mit dem Film.

    • donpozuelo permalink*
      5. Juli 2020 12:54

      Daredevil ist so von den Marvel Netflix Serien, die einzige, die mich irgendwie gereizt hat. Vielleicht hole ich die anderen irgendwann mal nach

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