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Filmreise Etappe #33: Das Tune Squad

5. Juni 2020

Falls ich es noch nicht erwähnt habe: Ich gucke keinen Sport. Ich bin da nie so reingekommen, weder Fußball noch sonst irgendwas. Boxen kann ich mir nur anschauen, wenn Rocky Balboa in den Ring steigt. Motorsport auch nur, wenn es von guten Regisseuren in Szene gesetzt wird. Mir hat sich diese Faszination nie so wirklich erschlossen. Während meines Volontariats war ich mehrfach mal als Kamera-Mann bei Basketball-Spielen von Alba Berlin und bei einigen Eishockey-Matches der Eisbären (und da muss ich sagen, könnte ich mir Eishockey noch am ehesten als etwas vorstellen, dass ich mir angucken könnte). Deswegen habe ich mich ja vor der ganzen Aktivurlaub-Sache hier gesträubt. Für die Team-Sport-Filme habe ich den Anfang mit einem Film gemacht, der ja irgendwie von allen 90ies Kids extrem abgefeiert wird: „Space Jam“ mit Michael Jordan.

Der fiese Außerirdische Swackhammer (Danny DeVito) braucht neue Attraktionen für seinen Freizeitpark auf dem Planeten Moron Mountain. Deswegen schickt er fünf seiner winzigen Minions auf die Erde, wo sie die Looney Tunes entführen sollen. Doch Bugs Bunny (Billy West) ergibt sich nicht einfach so: Er schlägt den Aliens einen Deal vor. Wenn sie die Looney Tunes in einem Basketball-Spiel besiegen, können sie die Tunes mitnehmen. Wenn nicht, dann verziehen sie sich wieder. Problem ist, die Aliens spielen falsch und saugen das Talent einiger hochrangiger Basketball-Spieler auf und werden zu übergroßen Super-Assen. Da kann den Tunes nur noch einer helfen, der Basketball eigentlich gegen Baseball eingetauscht hat: Basketball-Legende Michael Jordan.

Ich weiß noch, dass dieser Film damals überall bei mir zuhause in den Kinos lief und ich schon damals keine große Lust darauf hatte. Ich mochte Bugs Bunny, Daffy Duck und Co. Aber das ganze Basketball-Thema war mir schon damals nichts. Jetzt wage ich mich also endlich an diesen Film und ich muss sagen, ich habe damals für mich schon die richtige Entscheidung getroffen. Aus dem einfachen Grund, dass „Space Jam“ halt wirklich ein Film für Basketball-Fans ist. Die ganzen NBA-Cameos haben mir alle so gar nichts gesagt. Den Einzigen, den ich neben Michael Jordan kannte, war Charles Barkley (und das auch nur, weil ich den ein paar Mal in irgendwelchen Late Night Talkshows gesehen habe). Für einen richtigen NBA-Fan mag „Space Jam“ da schon einen gewissen Reiz haben, diese Leute zu sehen (auch wenn sie eigentlich nicht einmal so richtig selbst Basketball spielen dürfen).

Für mich das einzig Spannende waren die Looney Tunes. Doch selbst hier muss ich Abstriche machen. Ich bin Fan der alten Serie, die habe ich wirklich geliebt. Jetzt so als großen Film hat mir das nicht so sonderlich viel gegeben. Vielleicht klinge ich da schon wie ein alter Opa, aber das war mir alles zu entfernt von der Serie. Außerdem hatte ich mir insgesamt mehr von der Story rund um die Tunes erhofft. Die Trainingssequenz ist relativ schnell vorbei und das eigentliche Spiel gegen die Aliens ist ein wirres Animationsdurcheinander, das zwar Spaß macht, aber in meinen Augen mehr hätte sein können. Gerade auch das Spiel selbst ist dann irgendwie nicht so zufriedenstellend, wie ich es mir gewünscht hätte. Da hätte ich mir ein paar mehr Gags und ein klein wenig mehr Spannung erhofft. Auch wenn das Ganze hier ein simpler Film ist, hätte es da ruhig mehr sein dürfen.

Die Animationen an sich sind echt gut. Der Mix aus Effekten und echten Schauspielern funktioniert erstaunlich gut und sieht sogar recht organisch aus. Auch die Schauspieler sind echt gut. Michael Jordan hält sich wacker in einem Film, der ihn in jeder Szene in den höchsten Tönen lobt. Er selbst gibt sich da brav bescheiden, während alle anderen den Boden küssen, auf dem er steht. Witzig fand ich da die ganzen Nebendarsteller: Seinfelds Erzfeind Newman, Wayne Knight, spielt den klassischen Clown und sorgt manchmal für mehr Lacher als die Looney Tunes selbst. Bill Murray hat den merkwürdigsten Deus ex machina Moment im Film, aber zum Glück ist er Bill Murray. Da verzeihe ich ihm das 😀

Insgesamt ist „Space Jam“ für mich ein netter Film. Kurzweilig und spaßig, aber jetzt nichts, von dem ich sage: „Oh, da habe ich aber was verpasst!“ Ich bin nach dem Film eher fasziniert, dass man da jetzt immer noch auf einen zweiten Teil pocht. Sind die Basketball-Stars und vor allem die Looney Tunes noch so hoch im Kurs, dass sich ein weiterer „Space Jam“ auszahlen würde???

Wertung: 5 von 10 Punkten (ich hätte mir den Film noch klamaukiger gewünscht)

14 Kommentare leave one →
  1. 5. Juni 2020 09:07

    Der hat seine Momente, aber insgesamt vor allem für einen Looney Tunes Film zu wenig drüber. Und das will bei der Prämisse was heißen. BACK IN ACTION ist mMn viel besser.

    • donpozuelo permalink*
      6. Juni 2020 09:12

      Absolut. Die Story ist halt auch einfach zu Banane. Das hätte man in nem 10 Minutem Looney Tunes Cartoon abfrühstücken können.

      • 6. Juni 2020 11:02

        Jap. Und bald startet man mit Teil 2 den nächsten Versuch, was auf 90 Minuten zu strecken.

        • donpozuelo permalink*
          6. Juni 2020 11:45

          Das wird so krass in die Hose gehen. Kennen die Kids heute überhaupt noch die Looney Tunes? Da bin ich ja mal echt gespannt, wie sie das bewerben wollen.

          Der erste Film kam ja noch zur rechten Zeit, aber Teil 2 jetzt so Jahrzehnte später… das kann doch nur schief gehen.

        • 6. Juni 2020 12:48

          Bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob die Tunes zu Zeiten von Teil 1 noch wirklich angesagt waren. Generell haben die immer so Phasen, wo sie scheinbar weg sind und dann kommen sie irgendwie wieder. Mal besser (BIA) mal schlechter (SJ). Ähnlich wie die Muppets.

        • donpozuelo permalink*
          7. Juni 2020 09:58

          Auch wieder wahr. Naja… bin mal gespannt, wie der Film so ankommen wird, sollte er je rauskommen

        • 7. Juni 2020 11:50

          Wenn es so eine Schleichwerbunggranate wird wie Teil 1, wird das Ding heutzutage in der Luft zerrissen.

        • donpozuelo permalink*
          7. Juni 2020 14:36

          🤣🤣🤣

  2. 5. Juni 2020 12:25

    Ja, habe ich jetzt auch nicht so positiv in Erinnerung. Kein Vergleich zu Roger Rabbit.

    • donpozuelo permalink*
      6. Juni 2020 09:13

      Roger Rabbit ist super, keine Frage. Der Film hatte wenigstens auch ne Story. Das hier ist ja echt nur so hingerotzt und zum Glück hatte Michael Jordan genügend Fans, die das sehen wollten

  3. 2. Juli 2020 15:59

    Gibt immer wieder eine neue Generation an Basketball-Stars. Da kann man also durchaus über eine Fortsetzung nachdenken…

    • donpozuelo permalink*
      3. Juli 2020 09:14

      Bei Basketball-Stars bin ich sogar noch bei dir. Aber kennt die neue Generation auch noch die Looney Tunes? 😄

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