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Food-Porn mit Hirn

27. Mai 2020

Okay, ich hätte wirklich nicht geglaubt, dass ich so sehr dieser Serie verfalle. Aber kaum hatte ich mit „iZombie“ angefangen, war es um mich geschehen. So eine tolle Serie, so eine tolle Show… und dabei erfüllt sie eigentlich alle Kriterien, die mich im Normalfall langweilen würden. „iZombie“ ist so eine typische CW-Serie: schöne Menschen in schönen Kleidern und Anzügen erleben verrückte Dinge, sind dabei aber immer schön schön. In dieser Welt existiert nur selten etwas Hässliches. Es ist wie mit den Disney-Filmen: alle, die relevant sind, sind attraktiv und begehrenswert. Wen man nicht mögen soll, der ist definitiv auffallend anders… und sei es nur, dass diese Person etwas älter ist. Normalerweise würde mir das richtig auf den Keks gehen, aber „iZombie“ verzeihe ich das total… auch in der zweiten Staffel.

Nach den Ereignissen vom Finale von Staffel 1 ist alles anders: Liv (Rose McIver) musste Major (Robert Buckley) erst zum Zombie machen und heilte ihn dann mit dem einzigen Gegenmittel, das Ravi (Rahul Kohli) gerade zur Verfügung hatte. Das macht alles nicht einfacher zwischen Major und Liv. Er fängt dann auch noch an für Vaughn Du Clark (Steven Weber) zu arbeiten, für den er Zombies töten soll, währen Du Clark selbst weiter an Zombies und seinem Energy Drink testet. Dadurch wird Major insgeheim bekannt als der Chaos Killer… und Liv weiß noch nicht, dass sie ihren eigenen Ex-Verlobten jagt.

Staffel 2 setzt genau da an, wo Staffel 1 aufgehört hat: Es wird brav das „Case of the Week“-Szenario abgefrühstückt. Doch das allein wäre nur langweilig, weswegen tatsächlich mehr und mehr von der Hintergrund-Geschichte in den Vordergrund rückt. Die Suche nach dem, was Zombies zu Untoten macht; Du Clarks Rolle in all dem – die Welt von Liv wird ein wenig chaotischer. Dabei ist das genau das, was die Serie zu diesem Zeitpunkt nur hätte machen können. Eine weitere Staffel einfach nur Fall nach Fall wäre auf Dauer zu repetitiv geworden. Also wird der Handlung mehr Stoff gegeben, was wunderbar funktioniert.

Dazu bekommt das Ganze noch eine ordentliche Prise Herz-Schmerz vom Feinsten. Attraktive Menschen unter einander sind vor der Liebe nicht gefeit und so überschlagen sich auch hier die Ereignisse. Liv und Major kommen zusammen, trennen sich dann doch wieder. Liv lernt einen attraktiven Zombie kennen, doch der hat Dreck am Stecken. Ravi flirtet wieder mit Staatsanwältin Peyton (Aly Michalka), doch die lässt sich auf ein kurzes tête-à-tête mit Blaine (David Anders) ein… und und und… selbst Clive Babineaux (Malcolm Goodwin) wird von Amors Pfeil getroffen. So herrscht in Staffel 2 viel Schwärmerei, die hart, aber ganz hart an der Grenze zum Kitsch verläuft. Ein bisschen mehr und es wäre die Zombie-Telenovela. Aber auch das würde ich zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich einfach nur genießen.

Übrigens… neben all dem wird „iZombie“ in Staffel 2 zum richtigen Food-Porn. Wenn Liv ihre Hirne zubereitet, sieht das verdammt lecker aus. Ich habe mich an „Hannibal“ zurück erinnert. Die Serie hat es auch geschafft, Lecters Menschenfleisch-Gerichte auf die köstlichste Art und Weise darzustellen. Ich glaube, „iZombie“ könnte auch ohne Probleme ein Kochbuch rausbringen… und ich würde es essen. 😀

Zu den Darstellern muss ich auch an dieser Stelle wohl nicht viel mehr sagen. Sie sind alle toll. David Anders bleibt einer meiner Favoriten, der hier der ambivalenteste Charakter bleiben darf. Ist er gut, ist er böse, was ist er eigentlich? Egal, Hauptsache er ist da, er ist zynisch und er spielt ab und zu melancholisch am Klavier. Rahul Kohlis Ravi wird auch weiter mehr und mehr zum Serien-Liebling. Und gut, Rose McIver ist einfach nur perfekt für die Rolle.

Spannend wird Staffel 2 dann im Finale, weil sich hier tatsächlich ein aufregender Themen-Wechsel andeutet. Auch hier scheinen die Serienmacher wieder genau den richtigen Zeitpunkt abgepasst zu haben, die Serie weiterzuentwickeln. Bin jetzt schon gespannt, was mich in Staffel 3 erwartet.

Wertung: 8 von 10 Punkten (Staffel 2 suchtet man auch wieder wunderbar weg)

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