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Der Affe ist schuld!

27. April 2020

Nachdem ich letzte Woche auf Empfehlung von Corona und den Herrschaften von „Klappe! Das Filmmagazin“ Steven Soderberghs „Contagion“ geguckt habe, der gerade jetzt wirklich nur schwer verdaulich ist, wollte ich mir selbst den zweiten großen Pandemie-Film nicht vorenthalten (war aber doch erstaunt, dass die Pandemie hier gar keine ist): „Outbreak“ von Wolfgang Petersen… ein Film, der anders ist als ich es erwartet habe. Aber wenigstens ein Film, der mich mit Marcel, dem kleinen Affen aus „Friends“ wieder zusammen brachte (und ich dabei direkt wieder an die Doppelfolge aus der zweiten Staffel denken musste, in der „Outbreak 2: The Virus takes Manhattan“ gedreht wird 😀 ).

In einem kleinen afrikanischen Dorf bricht in gefährliches Virus aus… in den 60ere Jahren vertuscht das amerikanische Militär das Ganze, doch nun taucht das Virus wieder auf und gelangt über einen kleinen Affen in die USA. In dem kleinen Städtchen Cedar Creek bricht eine Epidemie aus, die vom Militär durch Ausgangssperren eingegrenzt wird. Militär-Arzt Sam Daniels (Dustin Hoffman) versucht, ein Gegenmittel zu finden, stößt dabei aber immer wieder auf den Widerstand seiner Vorgesetzten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Es ist auf der einen Seite nicht fair, „Outbreak“ mit „Contagion“ zu vergleichen… da Petersen Richtungen einschlägt, an die Soderbergh nicht einmal gedacht hat. Aber auf der anderen Seite kann man die Filme ganz gut miteinander vergleichen. Gerade in der ersten Hälfte versucht sich nämlich auch ein Wolfgang Petersen daran, die Arbeit von Virologen nachvollziehbar zu erklären… und vor allem auch, wie das Virus sich verbreitet. Hier fliegt die Kamera zum Beispiel als Virus-Point-of-View-Einstellung von einem Infizierten, der in einem Kino sitzt und verbreitet sich fleißig unter den anderen Kinogängern. Da wird auch in „Outbreak“ verzweifelt nach Patient Null gesucht, da wird auch mit Hochdruck im Labor geforscht.

Das Ding ist, dass „Outbreak“ dabei immer so ein bisschen von der Tonalität her schwankt… und sehr oft einfach auch mal versucht komisch zu sein. Der Humor in diesem Film ist irgendwo zwischen albern, Action-Oneliner und total Banane (und das sage ich jetzt nicht, weil ein Affe in diesem Film eine wichtige Rolle spielt). Dustin Hoffman und Film-Partner Cuba Gooding Jr. sollen in diesem Film so ein bisschen für das Buddy-Comedy-Genre stehen und hauen sich manchmal einfach nur dumme Sprüche an den Kopf. Irgendwie kann man da schon drüber lachen, oftmals passiert das nur an merkwürdigen Stellen – da, wo man nicht mit einem Lacher rechnen würde.

Dazu kommt, dass sich der Film in seiner zweiten Hälfte komplett von seinem Epidemie-Thema verabschiedet. Der erste Teil ist noch ein bisschen wie „Contagion“, der zweite Teil ist dann Action-Kino, das uns sogar noch mit Donald Sutherland einen richtigen Film-Schurken liefert. Da wird dann aus dem Katastrophen-Film ein Action-Blockbuster, der uns mit einer gefühlt halbstündigen Helikopter-Verfolgungsjagd, Explosionen und „irren“ Stunts beeindrucken will. Was irgendwie Sinn macht, wenn man sich überlegt, wer ursprünglich für Dustin Hoffmans Rolle vorgesehen war: Harrison Ford, Mel Gibson und Sylvester Stallone bekamen die Rolle angeboten… und da hätte das mit der Action dann auch mehr zu den Darstellern gepasst. Dustin Hoffman wirkt manchmal etwas verloren – vor allem, wenn er coole Action-Oneliner bringen muss 😀

Somit hat „Outbreak“ einen gewissen unterhaltsamen Trashfaktor. Eigentlich beschert uns Wolfgang Petersen sogar zwei Filme zum Preis von einem: Erst Katastrophen-Film (der sich zwar dann doch nur auf ein kleines Städtchen beschränkt, aber egal…), dann Action-Film (mit dem vielleicht unpassendsten Action-Darsteller schlechthin, aber Hoffman gibt sich schon sehr viel Mühe 😀 ). Ähnlich wie „Contagion“ ist aber auch „Outbreak“ mit Star-Power besetzt: neben Hoffman, Sutherland und Gooding Jr. sehen wir noch Kevin Spacey in einer kleinen Nebenrolle sowie Rene Russo (die in ihrer Rolle leider viel zu kurz kommt) und Morgan Freeman. Im Gegensatz zu Soderbergh lässt Petersen aber seine Stars am Leben 😀

Wertung: 7 von 10 Punkten (ein bisschen trashig, ein bisschen Action, ein bisschen Katastrophe – dieser Film ist wie eine Überraschungstüte)

4 Kommentare leave one →
  1. 27. April 2020 08:09

    Oh, den fand ich früher immer sehr unterhaltsam! Habe ich mir neulich auch zugelegt, doch werde ich auch mit dieser Sichtung erst einmal warten… 😉

    • donpozuelo permalink*
      27. April 2020 21:06

      Der ist auf jeden Fall etwas erträglicher als Contagion 😅

  2. Ma-Go permalink
    30. April 2020 14:32

    Du irrst dich. SPOILER!!!

    Kevin Spacey stirbt doch im Film.

    Spoiler Ende 😉

    Schön, dass du dir auch den Film reingezogen hast und ich bin froh, dass du der Meinung bist man könne ihm mit Contagion vergleichen. Wäre sonst für mache Leute etwas peinlich geworden 😂

    • donpozuelo permalink*
      30. April 2020 15:19

      Immerhin haben sie die gleiche Prämisse, gehen mit ihr nur sehr unterschiedlich um 😅

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