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Random Sunday #30: The Last of Us

26. April 2020

Normalerweise gibt es nicht so viele Spiele, die ich mehr als einmal spiele. Klar, die alten Point-and-Click-Adventure gehen immer. Gerade „Monkey Island“ wird schon religiös mehrfach gespielt, weil sie einfach so verdammt viel Spaß machen. Aber so von neueren Spielen gibt es da nicht so viele. Gerade bei Open-World-Spielen tue ich mich schwer, die öfter zu spielen (letztens habe ich das mal mit „The Witcher 3“ versucht, um nach der Hexer-Reihe und der „Witcher“-Serie ein bisschen Geralt-Nachschub zu haben, wirklich lange gefesselt hat mich das dann aber doch nicht). Spiele, die sich da eher zum Mehrfach-Spielen anbieten, sind die, die schon fast mehr wie interaktive Filme daher kommen. So habe ich die Uncharted-Spiele auch schon mehrfach gespielt. Womit ich die Überleitung zu Naughty Dog habe, das Studio, dass Uncharted produziert hat… die haben ein Spiel, dass ich häufiger gezockt habe, als andere neue Spiele: „The Last of Us“.

Die Welt musste mal wieder eine Apokalypse überstehen. Eine merkwürdige Pilzinfektion hat den Großteil der Menschen vernichtet. Es gibt Überlebende und dann gibt es die, die durch die Infektion zu unheimlichen Monstern wurden (die definitiv keine Zombies sind 😀 ). In diesem Szenario lernen wir Joel kennen (der in einer der traurigsten Game-Eröffnungsszenen eingeführt wird). Joel soll für die Untergrundorganisation Fireflies etwas schmuggeln: Dieses Etwas stellt sich aber als menschlich heraus. So trifft Joel auf das junge Mädchen Ellie… die gebissen und infiziert wurde. Aber wo andere nach etwa drei Tagen zum Monster werden, lebt Ellie schon seit Wochen mit der Infizierung und ist somit die Chance, ein Gegenmittel zu finden. So beginnt eine Reise durch ein verwüstetes Land… in dem nicht nur die Pilz-Monster zu Gefahren werden.

Spieltechnisch ist „The Last of Us“ eigentlich nicht sonderlich aufregend. Es ist vom Aufbau der Level wie die Uncharted-Reihe. Es sind schon Schlauchlevel, die man aber in aller Ruhe durchforsten kann. Das Kampfsystem setzt vor allem auf Schleichtaktik, da das Ganze ja auch immer noch ein Survival-Game ist und Munition Mangelware. Doch gerade das macht den Reiz auch aus… ich liebe diese Schleichsequenzen und könnte mich jedes Mal über mich selbst aufregen, wenn mich doch einer erwischt und ich zur Waffe greifen muss.

In „The Last of Us“ sind es dann vor allem die Clicker, die dich nicht sehen, aber hören können. Da kommt schon ein bisschen was von „A Quiet Place“ auf, wenn man versucht, sich da heimlich still und leise durch die zu schleichen. Vor allem die richtig zugewachsenen Monster sehen zudem auch noch faszinierend unheimlich aus. Allein das Design der Viecher ist schon der Hammer. Aber auch die Welt selbst ist großartig inszeniert… ob man nun durch leere Häuser schleicht, vereinsamte Straßen durchwandert oder einfach nur durch den Wald rennt – man ist voll in diesem apokalyptischen Szenario drin. Das überzeugt gerade wegen seinem Realismus (auch wenn das Monster rumlaufen)… und sieht trotz des Chaos einfach nur toll aus.

Aber wie schon zu Beginn gesagt, „The Last of Us“ gehört für mich in die Kategorie interaktiver Film. Die ganze Geschichte rund um Joels und Ellies Roadtrip ist einfach nur toll. Die Beziehung zwischen dem grummeligen Joel und der munteren Ellie (Gott, das klingt mit den Attributen gerade in meinem Kopf wie diese furchtbaren „Bauer sucht Frau“-Beschreibungen: der lustige Landwirt Lasse und die fröhliche Frida) wird in allen Höhen und Tiefen perfekt ausgespielt. Selbst bei einem Nathan Drake habe ich nicht so sehr mit meinem spielbaren Charakter mitgefiebert. Bei all der Gewalt und der Trostlosigkeit in dieser Welt des Spiels trifft Naughty Dog immer den richtigen emotionalen Ton. Man baut eine Bindung zu diesen Charakteren auf und ist dadurch noch viel involvierter in dieses Spiel. Allein wegen diesem Duo ist das Spiel schon ein Durchzocken wert.

Teil 2 wurde ja nun leider wegen Corona auf unbestimmte Zeit verschoben. Dafür gibt es wohl nun auch Pläne, das Ganze zu einer HBO-Serie zu machen. Ob das funktionieren wird, wage ich im Moment zu bezweifeln, lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen.

6 Kommentare leave one →
  1. 29. April 2020 17:18

    Bereue nach wie vor, dass ich vor etlichen Jahren mal 3 Stunden reingespielt, aber dann nicht weitergemacht habe… 😖

    • donpozuelo permalink*
      30. April 2020 13:50

      Das musst du unbedingt mal nachholen. Es ist wirklich so ein tolles, fesselndes Spiel.

  2. 6. Mai 2020 17:03

    Das ist auch so ein Spiel, wo ich einfach hoffnungslos zu spät zur Party komme. Alle haben das schon gespielt und irgendwie würde es nur erneut so wirken, als ob man zu spät ist, wenn man es jetzt doch noch spielt. Aber es klingt schon echt toll.

    • donpozuelo permalink*
      7. Mai 2020 16:34

      Nein, nein, nein. So darfst du da nicht heran gehen. Scheiß auf „zu spät kommen“. Das ist Quatsch. Lieber zu spät als gar nicht. Da würdest du sonst wirklich eine der tollsten Gaming-Geschichten verpassen. Echt egal, ob alle das schon gespielt haben. 😅

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