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Die Totenmaske von Acheron

8. April 2020

Die Neugier war zu groß… ich konnte es einfach nicht lassen. Nachdem ich mich vor nicht all zu langer Zeit durch den vermeintlichen dritten Conan-Teil gequält habe, der ja wegen Arnies Absage in „Kull der Eroberer“ umgeändert werden musste, war der Zwang auch einfach da. Der Zwang, diese kleine Saga von Conan, dem Barbaren zu vervollständigen… wozu dann also auch das Remake / Reboot / was auch immer von 2011 gehört, in dem der deutsche Regisseur Marcus Nispel Jason Momoa zum neuen „Conan“ macht.

Die Zauberer von Acheron erschufen einst eine Totenmaske, die ihnen gottgleiche Fähigkeiten gab. Dadurch beherrschten sie alle Völker. Alle Völker? Nicht ganz… denn die Barbaren stellten sich gegen die Zauberer, begehrten auf und vernichteten sie. Statt die Totenmaske auch zu zerstören, teilten sie diese in mehrere Bruchstücke und warteten so mehr oder weniger darauf, dass irgendein Typ kommen und sie wieder zusammensetzen wird. Dieser Typ ist Khalar Zym (Stephen Lang), der mit Hilfe der Maske zu Macht kommen will. Dafür sammelt er alle Stücke… um das letzte zu bekommen, muss er Corin (Ron Perlman) töten. Doch der ist der Vater von Conan, der daraufhin natürlich blutige Rache schwört und auszieht, um Zym zu finden. Dabei stößt Conan (Momoa) auf die junge Priesterin Tamara (Rachel Nichols), deren reines Blut Zym braucht, um die Totenmaske zu aktivieren.

Tja… nach „Kull“ war ich wirklich auf alles vorbereitet. Umso erstaunter war ich dann, dass „Conan“ nicht ganz so scheiße ist, wie ich vermutet hatte. Eines gleich vorweg: Jason Momoa ist tatsächlich ein annehmbarer Barbar. Er hat den Körperbau (und damit definitiv auch mehr zu bieten als ein im Vergleich zu Arnie und Momoa doch eher schmächtiger Kevin Sorbo), mit den langen Haaren und seinem Grummeln passt er eigentlich ganz gut in die Rolle. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass – sollte es jemals noch einen Conan-Film geben – wäre Momoa jetzt noch mehr als zuvor der perfekte Kandidat für die Rolle. Er als neuer Barbar und Arnie als alter Barbaren-König – das wäre doch die perfekte Kombination für einen neuen Film.

Abgesehen von Momoa hat „Conan“ aber nicht so übermäßig viel zu bieten. Leider fehlt auch diesem Film dieses Fantasy-Feeling. Es kommt nie so richtig diese Faszination auf, die der erste Teil in mir immer noch auslöst. Die meisten Städte und Orte sind nur billiger Green-Screen-Hintergrund. Man hat nie so wirklich das Gefühl, sich in einer Fantasy-Welt aufzuhalten. Der erste Film hat das subtil, aber wirkungsvoll gemacht… aber dieses Reboot wirkt sehr steril in dieser Beziehung. Man spürt förmlich die Studio-Umgebung.

Man merkt diesem Film seine Künstlichkeit an… die Story hangelt sich sehr uninspiriert level-artig von einem Schauplatz zur nächsten Action-Sequenz. Das weitere Problem des Films ist dann leider auch, dass Nispel nur auf Action setzt. „Conan“ fühlt sich wirklich an wie ein Hack-and-Slay-Spiel: Conan geht irgendwo hin, kämpft gegen zig Gegner, gewinnt. Conan geht weiter, kämpft erneut gegen eine Überzahl, gewinnt. Dabei gibt sich Nispel allergrößte Mühe, dass für sein Publikum möglichst brutal und mit sehr, sehr, sehr viel CGI-Blut aufzuwerten. Funktioniert aber nur bedingt… vorausgesetzt, man steht auf sowas.

Viel Action, wenig Schauwerte – da kann auch der tolle Cast diese Story nicht mehr retten. Ich meine, es ist schon eine Verschwendung, wenn man Morgan f**king Freeman als Erzähler in seinem Film hat und der nicht wirklich was Spannendes zu erzählen hat. Stephen Lang geht als fieser Khalar Zym irgendwie noch in Ordnung, weil er böse halt ganz gut kann, aber so richtig zur Geltung kommt er auch nicht (und nein, ich werde ihn jetzt definitiv nicht mit James Earl Jones aus dem Original vergleichen :D). Rose McGowan, die seine Hexen-Tochter spielt, ist auch einfach nur irgendwie da… mit seinen Darstellern, das merkt man leider auch, weiß Nispel nicht wirklich viel anzufangen.

Insgesamt ist dieser neue „Conan“ kein würdiger Nachfolger, aber leider hat die Reihe selbst es ja schon nicht geschafft, würdige Nachfolger zu produzieren. Jason Momoa würde ich aber als Barbaren-Darsteller definitiv im Auge behalten (sollte es jemals zu einem neuen Film kommen).

Wertung: 4 von 10 Punkten (diesem Film fehlt das Herz und die Liebe für Fantasy…)

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