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Super-Nano-Bot-Soldier

6. April 2020

Vin Diesel müsste eigentlich nichts mehr machen. Seine „Fast and Furious“-Filme sind ja mittlerweile echte Selbstläufer geworden. Die funktionieren immer, auch wenn sie dumm und laut sind. Aber vielleicht gerade, weil sie dumm und laut sind. Dazu hat er noch diesen kleinen Gig bei Marvel als Groot… und naja, irgendwann hatte er auch mal „Riddick“ (eine Reihe von der ich mir immer noch wünschen würde, sie hätten mehr aus dem zweiten Teil gemacht, den ich wirklich sehr mochte). Für Vin Diesel reicht das noch nicht, weswegen er – in der Hoffnung, bei einem neuen Comic-Franchise einzusteigen – einen Film namens „Bloodshot“ drehte.

Basierend auf dem Valiant-Comic-Bestseller „Bloodshot“ lernen wir in diesem Film den Soldaten Ray Garrison (Diesel) kennen. Nach einem erfolgreichen Einsatz macht der Urlaub mit seiner geliebten Frau Gina (Talulah Riley) in Italien. Dort werden die beiden aber von Söldner gekidnappt, deren Anführer Martin Axe (Toby Kebbel) wissen will, woher Ray seine Infos für den Kriegseinsatz hatte. Ray bleibt eisern, woraufhin Axe erst Gina tötet und dann Ray selbst. Doch lange bleibt der nicht tot, sondern wacht auf dem OP-Tisch von Dr. Emil Harting (Guy Pearce) wieder auf. Harting hat Ray dank Nano-Bots wieder zum Leben erweckt, die jetzt in dessen Blut herumschwirren und Ray quasi unbesiegbar machen. So ausgestattet, will Ray nun Rache nehmen. Was er jedoch nicht weiß, ist die Tatsache, dass der Doktor ein dunkles Geheimnis hat, das er Ray verschweigt.

„Bloodshot“ ist öde ohne Ende. Der Film fängt so klischeehaft an, wie es nur geht. Dieser Kriegseinsatz ist generisch, langweiliger Kram; der Italien-Urlaub mit Frau ist dann Insta-Filter-Kitsch hoch dreihundert; Toby Kebbel als Psychokiller, der versucht Michael Madsen aus „Reservoir Dogs“ zu kopieren, extrem, extrem, extrem zum Fremdschämen. „Bloodshot“ versucht diesen furchtbar albernen Start mit einem Plot-Twist zu rechtfertigen, der relativ früh im Film auftaucht… und das Gesehene tatsächlich ein wenig in eine andere Perspektive rückt. Aber selbst danach kann die Story rund um Ray nicht wirklich Fahrt aufnehmen.

Das liegt zum einen daran, dass einem diese ganzen Charaktere nicht mehr am Arsch vorbeigehen könnten. Vin Diesels Ray ist halt einfach nur ein weiterer Typ auf nem Rache-Trip, nur dass er jetzt eben ein unbesiegbarer Supersoldat ist. Diesel darf wütend gucken und wütend grummeln und Leute kaputt kloppen. Also das, was er immer macht. Nur ist es hier halt so repetitiv, dass man sich schnell langweilt – zumal die Action auch eher sehr zu wünschen übriglässt.

Es gibt eine gute Kampfsequenz zu Beginn des Films in einem Tunnel, in dem Ray Axe und seinen Männern auflauert. Das ist cool inszeniert und macht durchaus Spaß, aber der ist nach 10 Minuten dann auch wieder vorbei. Alle weiteren Action-Sequenzen sind danach generisches Zeug und der große „Boss-Fight“ entwickelt sich hier zu einem CGI-Mischmasch, der fast schon an das noch schlimmere CGI-Fail am Ende von „Venom“ herankommt.

„Bloodshot“ ist einfach nichts Neues. Wenn Sony hier wirklich vorgehabt hat, ein neues Comic-Franchise aus dem Boden zu stampfen, dann hätten sie sich echt mehr Mühe geben sollen. Der Film liefert zwar irgendwie einen netten 90ies Vibe, wenn Vin Diesels Ray inmitten einer Gruppe von anderen „Supersoldaten“ aufwacht und die sich so hier und da mal ein paar Testosteron schwangere Sprüche an den Kopf werfen, aber diese anderen Typen lernt man nie wirklich kennen. Sie sind absolut egal. Das Gleiche gilt leider auch für Guy Pearce, der seine Rolle so gar nicht ausbauen kann… und Eiza Gonzalez ist irgendwie auch nur da, damit wenigstens eine Frau mit dabei ist.

Das Einzige, was vielleicht mal interessant ist, ist die Tatsache, dass „Bloodshot“ eine Comic-Superhelden-Verfilmung ist, in der mal nicht die Welt gerettet werden muss und am Ende ein riesiger blauer Strahl in den Himmel schießt und alles Leben bedroht. Aber ansonsten ist das halt 08-15-Action-Kino ohne nennenswerte Action. Ich hoffe, mit diesem Film ist das Valiant Cinematic Universe wieder ad acta gelegt.

Wertung: 4 von 10 Punkten (Vin Diesel mach Vin-Diesel-Zeug – nur in unspektakulär und langweilig)

2 Kommentare leave one →
  1. 6. April 2020 16:15

    Tja, es ist nicht der große Wurf, aber schlechtere Effekte gibt es allemal. Letztens erst wieder diesen Neil Marshall Hellboy gesehen und man, das war so schlechtes 90iger CGI, da konnte ich gar nicht schmerzfrei hingucken :))
    „Bloodshot“ ist einfach ein beliebiger Vin Diesel geworden.

    • donpozuelo permalink*
      7. April 2020 20:22

      Oh Gott, ja. Der neue Hellboy ist eine absolute Katastrophe. Ganz furchtbar. Gegen den ist „Bloodshot“ wirklich ein Fest 😅

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