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Black Betty

25. März 2020

Die Zeiten sind gerade echt etwas skurril, das kann man wohl nicht anders beschreiben. Corona hat die Welt fest in ihrem Griff… und ich hoffe, euch geht es da draußen, den Umständen entsprechend, gut. Ich hoffe, ihr habt genug Klopapier, Nudeln und Desinfektionszeug und kommt ohne Schwierigkeiten durch diese Tage. Kinos machen alle dicht, mein letzter regulärer Film war „Der Spion von nebenan“. Deswegen glüht, wie wahrscheinlich bei so vielen, jetzt bei mir fleißig Netflix und/ oder Amazon Prime. Aus purer Langeweile habe ich mir letztens „Spenser Confidential“ angeschaut – ein Film, der mich eigentlich nicht sonderlich interessiert hatte, aber den Netflix mir immer und immer wieder vorgeschlagen hat. Also gab ich dem mal eine Chance.

Spenser (Mark Wahlberg) war mal Cop. Weil er aber seinen Captain (Michael Gaston) brutal zusammenschlug (der sowohl seine eigene Frau schlug als auch in der Arbeit Spensers Ratschlägen nicht folgte), landete Spenser im Knast. Nach fünf Jahren wird er nun endlich entlassen… und an dem gleichen Tag wird sein einstiger Captain brutal ermordet. Weil ein anderer Cop, den Spenser gut kannte, dafür verantwortlich gemacht wird, beginnt der Ex-Bulle, der eigentlich lieber Lastwagenfahrer werden will, mit eigenen Ermittlungen – an der Seite sein alter Box-Mentor Henry (Alan Arkin) und dessen neuester Schützling und Spensers neuer Mitbewohner Hawk (Winston Duke).

Mark Wahlberg wandelt auf den Spuren von „Jack Reacher“ und „Rocky“. Anders kann ich diesen Film nicht beschreiben. Der basiert wohl lose auf den Detective-Novels des Autoren Robert B. Parker, der seinem Privatschnüffler Spenser ganze 40 (!) Romane gewidmet hat. Ich gestehe, ich habe nicht einen davon gelesen, aber da steckt wohl noch genug Stoff für Mark Wahlberg drin (der Film endet ja sogar damit, dass sich schon der nächste Fall andeutet). Aber ich weiche ab:

Wahlbergs Spenser ist wirklich ein bisschen wie Tom Cruises Jack Reacher. Wenn Spenser einmal ausrastet, dann legt er sich auch ohne Probleme mit mehreren Gegnern gleichzeitig an. Weil er war mal Boxer und deswegen ist er schon fast ein kleiner Superheld. Ging ja Tom Cruise auch nicht anders. Die Verbindung zu Rocky Balboa ist dann durchs Boxen gegeben. Alan Arkin spielt den sympathischen Boxtrainer, wir haben eine schöne Trainingsmontage und eben einen Boxer, der einen anderen Boxer ausbildet. Damit erklärt sich dann, wie schon erwähnt, warum Spenser so krass drauf ist.

Wahlberg verleiht diesem Spenser tatsächlich Charisma, dennoch fand ich es eher schade, dass in dem ganzen Film  nicht einmal so richtig dieses Detektive-Gefühl aufkommt. Spenser rennt durch die Gegend und prügelt sich mit Menschen. Das ist seine Art, Fälle zu lösen. Okay, zwischendurch befragt er auch mal wen, aber so richtig spannend ist das alles nicht. Der Film lädt nicht groß zum Mitraten ein und möchte lieber, dass wir uns an Wahlberg in engen weißen Hemden ergötzen (warum muss er eigentlich fast immer in solchen Filmen Hemden tragen, die bei jeder Bewegung theoretisch platzen müssten wie beim Hulk???).

Das Gute an „Spenser Confidential“ sind tatsächlich die Darsteller: Mark Wahlberg passt irgendwie in diese Rolle. Man hat das Gefühl, er spielt sich einfach selbst. Er ist charmant, schlagfertig (sowohl in Wort als auch Faust), clever. Alan Arkin ist mein persönliches Highlight in diesem Film und „Us“-Star Winston Duke funktioniert super als lakonischer Tierliebhaber und Buddy-Boxer zu Wahlbergs Detektiv.

Dennoch hat der Film ein Problem: Für eine Buddy-Action-Komödie funktioniert leider nur der Buddy-Teil. Die Action ist zwar nett, aber auch nicht berauschend. Ein paar der Kämpfe sind gut inszeniert, aber hauen halt nicht wirklich vom Hocker. Die Komödie ist irgendwie immer nur hier und da mal am Köcheln. Wirklich als Komödie kann man das nicht bezeichnen. Okay, Wahlberg darf mal hier und da einen Spruch reißen, Stand-Up-Comedian Iliza Shlesinger wird komplett zum comic relief abgestempelt (obwohl ihre Cissy sehr viel mehr Potenzial hätte) und ja, Duke ist manchmal einfach durch seine langsame, gemütliche Art witzig. Wirklich Haha-Witzig ist selten was.

„Spenser Confidential“ hat durchaus Potenzial – und ist definitiv unterhaltsamer (nicht unbedingt besser) als die Jack-Reacher-Filme. Sollte es einen zweiten Teil geben, sollten sie mehr an der Story arbeiten: ich will mehr Detektiv-Arbeit und gerne dann auch mehr Action und mehr Comedy.

Wertung: 6 von 10 Punkten (Wahlberg könnte witziger sein, die Action besser und die Story ein bisschen fordernder)

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