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Der Atem Valkars

18. März 2020

Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein riesiger „Conan der Barbar“-Fan bin. Das ist so einer dieser Filme, den ich immer wieder mal gerne gucke. Arnie ist einfach nur Kult in diesem Film, das ganze Setting ist wahnsinnig gut, die Story macht Spaß und ist spannend. „Conan“ ist einer der dieser Fantasy-Sword-and-Sorcerer-Filme, die wirklich, wirklich gut sind. Irgendwann habe ich dann mal an Teil 2 „Conan der Zerstörer“ gewagt… wurde aber herbe enttäuscht. Der Film kann trotz Arnie einfach gar nichts. Ich gestehe, ich warte immer noch darauf, dass das Gerücht wahr wird, dass Schwarzenegger angeblich an einem dritten Teil arbeitet. Doch es gibt ja quasi einen dritten Teil schon, der „Conan der Eroberer“ heißen sollte. Leider wollte Arnie nicht mehr, weswegen das Ganze umgeändert wurde und als „Kull der Eroberer“ mit Kevin Sorbo in die Kinos kam.

Kull (Sorbo) stammt aus Atlantis und bereist die Lande. Durch puren Zufall (es ist wirklich nicht mehr) wird er auf einmal zum König von Valusia, was den eigentlichen Erben des Throns natürlich gar nicht passt. Deswegen beschwören sie die Hexenkönigin Akivasha (Tia Carrere), die einst das Land beherrschte und die Hölle auf Erden anführte. Die Königin soll Kull beseitigen… was ihr scheinbar auch gelingt, doch der Barbar überlebt. Gemeinsam mit der Wahrsagerin Zareta (Karina Lombard) und ihrem Bruder Ascalante (Gary „Litefoot“ Davis), dem Priester des Gottes Valkar, macht sich Kull auf den Weg, um Akivasha zu bekämpfen… dafür brauchen sie aber den Atem Valkars, der einst schon dafür sorgte, dass ihre Höllenfeuer erloschen.

Ja… nachdem ich diesen Film gesehen habe, kann ich verstehen, warum Arnie keine Lust mehr hatte. Die Story denkt den Mythos Conan nicht wirklich weiter und ist einfach nur ein weiteres, eher billiges Hack-and-Slay-Spektakel, bei dem eigentlich nicht wirklich was Aufregendes passiert. Man erkennt leider auch so hart, wo sie gerade am Anfang versuchen, Conan aus der Story zu schreiben und diesen Kull einzuführen. Der stammt zwar auch von Robert E. Howard, aber dies ist einfach nicht sein Film. Deswegen wird er auch so überhaupt nicht aufgebaut. Kein Mensch weiß, warum der da ist, wer er ist, was er da zu suchen hat. Warum stammt er aus Atlantis? Was ist seine Backstory? Was will er eigentlich? Der Film schert sich einen Scheiß darum… wieso auch? Als es noch Conan war, hätte niemand Antworten auf diese Fragen gebraucht, weil wir ja schon zwei vorangegangene Filme hatten. Mit der Absage von Arnie hat sich aber wirklich niemand die Mühe gemacht, das Drehbuch mal ein wenig anzupassen. So funktioniert der große Barbar Kull von Anfang an leider überhaupt nicht.

Kevin Sorbo hatte ja vorab Erfahrung durch seine „Hercules“-Serie, deswegen war er wahrscheinlich auch für die Macher der geeignetste Kandidat. Ihn kannte man halt schon. Aber Sorbo quält sich in diesem Film auch sehr ab… er rennt brav oben ohne durch die Gegend, versucht verzweifelt, bei den Kämpfen nicht zu verkrampft auszusehen und mit dem Drehbuch irgendwie klar zu kommen. Tia Carrere, die Einzige, die neben Sorbo in diesem Film noch so halbwegs bekannt ist, ergeht es nicht anders. Ihre komische Hexe hat auch keine Charakter-Entwicklung oder irgendwas, was sie auch nur so halbwegs interessant machen würde.

Der Fantasy-Abenteuer-Charakter des Films wird zusätzlich dadurch kaputt gemacht, dass nicht wirklich viel passiert. Bis die große Suche nach dem Atem Valkars losgeht, verbringen wir viel Zeit am Hof – was in diesem Fall leider stinkend langweilig ist. Die Suche selbst besteht dann einfach nur aus einer Bootsfahrt und das war auch schon alles. Es passiert halt leider wirklich nichts… richtig schlimm wird das Ganze dann noch mit so einem Metal-Soundtrack unterlegt, der scheinbar von irgendeiner Metallica-Coverband aufgenommen wurde und überhaupt nicht dazu passt.

„Kull der Eroberer“ ist furchtbarer Mist. Selbst mit Arnie und dem Conan-Namen wäre das vermutlich nicht besser geworden. Bleibt weiterhin die Hoffnung, dass das Gerücht um den dritten Teil mit Arnie vielleicht doch noch wahr wird.

Wertung: 2 von 10 Punkten (Kull ist kein guter Conan-Ersatz… ich frage mich nur, ob ich diesem 2011er Remake mal eine Chance geben sollte, schlimmer als das hier kann das ja auch nicht werden)

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