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Der mit den Raptoren redet

26. Februar 2020

Als ich anfing, mir die „Jurassic Park“-Trilogie anzuschauen, wurde ich immer wieder vor dem dritten Teil gewarnt. Beweismittel Nummer 1 war die Szene von Dr. Alan Grant im Flugzeug, der träumt, dass ein Raptor ihn beim Namen ruft. Die „Alan!“-Szene scheint für viele zu reichen, um zu zeigen, wie „schlecht“ der dritte Teil ist. Immerhin ist ja auch Steven Spielberg nur noch als Produzent mit dabei und nicht mehr als Regisseur… dieses Mal durfte „Jumanji“-Regisseur Joe Johnston ran. Und ganz ehrlich: Ja, „Jurassic Park III“ hat sehr viele dumme Momente, aber dennoch finde ich, dass der dritte Teil einen Charme hat, der den Film durchaus sehenswert macht.

Alan Grant (Sam Neill) wird von den reichen Kirbys (William H. Macy und Tea Leoni) angeheuert, um sie auf einem Tiefflug über Isla Sorna zu begleiten. Leider war das alles nur gelogen. Die Kirbys sind ein geschiedenes Paar, das auf der Insel ihren Sohn Eric (Trevor Morgan) sucht, der vor acht Wochen auf der Insel abstürzte. Widerwillig hilft Alan dem Paar… und gerät dank der grenzenlosen Dummheit seines Assistenten Billy (Alessandro Nivola) ins Visier einer Gruppe intelligenter Raptoren. Die wollen ihre Eier wieder, die Billy geklaut hat. Als wenn das aber noch nicht genug wäre, ist auch ein riesiger Spinosaurus auf ihrer Fährte.

Halten wir mal gleich fest, auch die dritte Fortsetzung kommt nicht an das Original heran. Aber wenn ich ehrlich sein muss, würde ich mir Teil 3 immer noch lieber ein zweites Mal anschauen als Teil 2. Teil 3 scheint genau zu wissen, dass er von kommenden Dino-Fans eher als ziemlicher Trash verbucht wird und läuft mit seinen angenehmen 90 Minuten auch nie die Gefahr zu langweilig zu werden. Ich muss wirklich sagen, Joe Johnston zieht das Tempo gut durch, liefert durchaus unterhaltsame Action-Sequenzen. Den Spinosaurus fand ich tatsächlich ziemlich cool. Wenn der dann noch gegen den T-Rex antritt, hat das schon was. Ich mochte auch die Nummer mit den Flugsauriern, obwohl ich nicht wirklich verstanden habe, wie Billy das überleben konnte. Die Flussfahrt, die mit viel Wohlwollend meinerseits ein bisschen an „Apocalypse Now“ erinnert hat und der Angriff des Spinosaurus war auch sehr unterhaltsam.

Sam Neill ist in diesem Film erfrischend zynisch, fast so als wäre er selbst der kritische Betrachter dieses Films und sagt: „Okay, das ist Scheiße, aber ich bin trotzdem mit dabei“. Ich weiß nicht, er allein hat mir schon gereicht… mit seinem Indy-Hut und diesem Griesgram-Ausdruck im Gesicht. Neill macht diesen Film doch wieder sehenswert und trägt das Ganze ein wenig besser als ein Goldblum in Teil 2.

Wie gesagt, ich mag den Film, aber er ist auch ziemlich dumm. Wie kann ein 12-Jähriger in einem Dschungel voller Raubtiere acht Wochen überleben? Wie kam er wirklich zu dem Behälter voller T-Rex-Pipi? Warum ist er Robinson Crusoe und Bear Grills auf einmal? Wieso wird das Satelliten-Telefon, das der Spinosaurus verschluckt hat, immer nur genau dann angerufen, nachdem sich das Riesenvieh still und heimlich angeschlichen hat? Wer hat geglaubt, es wäre eine witzige Idee, den Cast in Dino-Kacke nach einem Telefon wühlen zu lassen? Woher hat Ellie (Laura Dern), die ja nur kurz im Film zu sehen ist, die Möglichkeiten, dass Militär davon zu überzeugen, mit zig Waffen und Geräten fünf Leute zu retten? Wer hat sich heimlich auf die Schulter geklopft für den blöden Barney-Gag? Wieso sind einige Raptoren jetzt rebellisch mit gefärbtem Irokesen-Haarschnitt? Wie können zwei Raptoren-Eier unbeschadet die Tortur in Billys Tasche überstehen, ohne sichtbaren Schutz? Und wer kam auf die Idee mit dem sprechenden Raptor, der „Alan“ ruft?

Viele Dummheiten, die mich aber allein jetzt schon wieder zum Schmunzeln bringen, wenn ich sie aufschreibe. Irgendwie war das einfach auch sehr witzig…

Wertung: 7 von 10 Punkten (der blödelnde Onkel in der Jurassic-Park-Familie)

4 Kommentare leave one →
  1. 26. Februar 2020 09:19

    Kompletter Müll, der Streifen. Tea Leoni schreit durchgehend nur hysterisch rum, alle wühlen in Dinokacke und dann bläst Alan in seine scheiß Raptorentröte, um allen den Arsch zu retten. Immerhin der Beweis, dass die Reihe nicht erst mit JURASSIC WORLD den Bach runterging.

    https://filmschrott.wordpress.com/2014/12/10/prahistorisches-dschungelgeflote/

    • donpozuelo permalink*
      26. Februar 2020 10:01

      Ich finde ihn trashig genug, dass er mich sehr unterhalten hat. Da fand ich den zweiten schlimmer.

      • 27. Februar 2020 21:21

        Geschmackssache. Mir ist der einfach viel zu doof und die Charaktere viel zu nervig und scheiße. In Teil 2 hat mich nur das Blag genervt (wie in jedem Film der Reihe). Wirklich gut ist der aber natürlich auch nicht. Ich mag den eigentlich nur wegen Goldblum, der noch so schön nah an seiner Rolle aus Teil 1 ist. In 3 ist mir das schon zu sehr das heute übliche Superheldenactionkino, wo jeder alles überlebt. Gleichzeitig hat der aber einen grausigen Direct-to-Video-Vibe. Was soll ich sagen. Fürchterlich.

        • donpozuelo permalink*
          28. Februar 2020 08:55

          😅😅😅 kann ich absolut nachvollziehen. Mich hat der trotzdem gut unterhalten

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